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Aktuelles

Sonderausstellung zeigt selbstspielende Instrumente aus Leipzig

Vergessene Facette Leipziger Stadtgeschichte ab 30. Oktober 2015

22.10.2015 Kultur

Happy-Jazz-Orchestrion von Popper, Leipzig 1920er Jahre. Leihgabe Thomas Richter

Happy-Jazz-Orchestrion von Popper, Leipzig 1920er Jahre. Leihgabe Thomas Richter , Quelle: Marion Wenzel / Universität Leipzig

Das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig zeigt vom 30. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016 anlässlich des tausendjährigen Bestehens der Stadt in einer ungewöhnlich großen Sonderausstellung eine heute vergessene Facette Leipziger Stadtgeschichte: klingende Musikautomaten aus der Zeit von 1880 bis 1930. In der Zeit um 1900 galt Leipzig als das Weltzentrum für den Bau selbstspielender Instrumente.

Die Kuratorin Dr. Birgit Heise erläutert: "20 Jahre vor der Schellackplatte eroberte die hier erfundene Leipziger Lochplatte als erstes musikalisches Massenmedium die Welt. Sie funktioniert nur in Verbindung mit echten akustischen Instrumenten und bringt Harmonikas, Zithern, Klaviere oder Kammzungen wie von Geisterhand von allein zum Erklingen". Als nach 1900 das selbstspielende Klavier ganz groß in Mode kam, entstanden in Leipzig noch weitere Fabriken mit tausenden Arbeitsplätzen und lieferten die begehrten Automaten in alle Welt. "In Böhlitz-Ehrenberg kann man die imposanten Gebäude der Ludwig-Hupfeld-Werke mit dem Phonola-Turm heute noch sehen. Es war die weltgrößte Betriebsstätte für Klavierautomaten", berichtet Heise.

Von den insgesamt etwa 100, auf zwei Etagen ausgestellten Exponaten sind viele klingend an jedem Nachmittag zu erleben. Zu den Highlights der Schau zählen die kleinste und größte Leipziger Platten-Spieldose, ein Happy-Jazz-Orchestrion - ein Selbstspiel-Klavier mit automatischem Schlagzeug - sowie die VIOLINA von Hupfeld: Für diese selbst spielende Geige gab es den Grand Prix zur Weltausstellung in Brüssel 1910. In der Ausstellung sind ebenso Lochplatten-Spielwerke aller Größen und Varianten, klingende Spardosen, Obstschalen, Bierfässer und der Vorläufer der Jukebox zu sehen: Per Geldeinwurf wird automatisch eine riesige Blechplatte ausgewählt, aufgelegt und in Drehung versetzt - ohne Strom, wohlgemerkt. Um 1930 war mit dem nach Buchgewerbe und Kürschnerei drittgrößten Wirtschaftszweig in Leipzig plötzlich Schluss, da Grammophon, Radio und Tonfilm das Rennen um die Gunst des Publikums gewonnen hatten.

Zu der Sonderausstellung mit dem Titel "music.mp0" ist ein reich bebilderter Katalog im Museumsshop für 19,90 Euro erhältlich.Täglich sind kuriose Lochplatten-Geräte, selbstspielende Klaviere oder Zithern und eine automatische Geige immer nachmittags um 13, 14, 15 und 16 Uhr live zu erleben.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht von: Marcus Jaeger

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