Nachhaltige Hallenkühlung für Leipziger Betriebe

Hohe Außentemperaturen können für Produktionsbetriebe und Logistikunternehmen im Raum Leipzig zu einer echten Herausforderung werden. In Werkshallen und großen Lagerräumen entsteht zusätzlich Wärme durch Maschinen, Beleuchtung und laufende Prozesse. Dadurch kann es im Sommer schnell unangenehm warm werden.

Klassische Klimaanlagen können große Hallen kühlen, benötigen dafür jedoch vergleichsweise viel elektrische Energie. Gerade in Gebäuden mit häufig geöffneten Toren oder hohen internen Wärmelasten lohnt es sich deshalb, auch andere Kühlkonzepte zu prüfen. Eine Möglichkeit ist die Verdunstungskühlung, die Wasser nutzt, um Außenluft abzukühlen.

Grenzen klassischer Klimatisierung

Mechanische Klimaanlagen arbeiten in der Regel mit Kompressoren und Kältemitteln. Sie entziehen der Raumluft Wärme und geben diese nach außen ab. In großen Industriehallen kann dafür eine beträchtliche Kühlleistung erforderlich sein.

Hinzu kommt, dass Produktionshallen häufig nicht vollständig geschlossen sind. Tore öffnen sich für Lieferungen, Maschinen geben Wärme ab und in manchen Bereichen arbeiten viele Menschen gleichzeitig. Die Kühllösung muss deshalb zur tatsächlichen Nutzung des Gebäudes passen.

Verdunstungskühlung verfolgt einen anderen Ansatz. Sie nutzt den natürlichen Effekt, dass Wasser beim Verdunsten Wärme aus der Luft aufnimmt.

Wie moderne Verdunstungskühlung funktioniert

Adiabate Kühlung nutzt diesen physikalischen Prozess, um warme Außenluft abzukühlen. Bei der direkten Verdunstungskühlung wird Außenluft durch befeuchtete Kühlmedien geführt. Ein Teil des Wassers verdunstet und entzieht der Luft dabei Wärme.

Solche Systeme benötigen keinen energieintensiven Kompressor für die eigentliche Kühlung. Zweistufige Anlagen von Oxycom können nach Angaben des Herstellers deshalb bis zu 90 Prozent weniger Energie für die Kühlung benötigen als herkömmliche mechanische Klimasysteme. Gleichzeitig wird kontinuierlich frische, gefilterte Außenluft in das Gebäude eingebracht.

Zweistufige Systeme begrenzen den Feuchteeintrag

Bei einfacher direkter Verdunstungskühlung steigt neben der Kühlung auch die Luftfeuchtigkeit. Das kann in Produktionsbereichen oder Lagern problematisch sein, wenn Materialien, Produkte oder Prozesse empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren.

Zweistufige Systeme reduzieren diesen Effekt. In der ersten Stufe wird die Außenluft indirekt über einen Wärmetauscher und kaltes Kreislaufwasser vorgekühlt, ohne dass dem Zuluftstrom Feuchtigkeit zugeführt wird. Erst in der zweiten Stufe folgt die direkte Verdunstung.

Auf diese Weise lassen sich niedrigere Zulufttemperaturen erreichen, während bis zu 70 Prozent weniger Feuchtigkeit in die zugeführte Luft gelangt als bei herkömmlichen direkten Verdunstungssystemen.

Damit kann diese Technik auch für die großflächige Hallenkühlung in Bereichen wie Metallverarbeitung, Verpackungsindustrie sowie Logistik und Distribution interessant sein. Da ständig Außenluft zugeführt und Abluft abgeführt wird, findet zugleich ein kontinuierlicher Luftaustausch statt.

Kriterien für die Auswahl des passenden Systems

Wer eine Kühllösung für eine große Halle plant, sollte die Bedingungen vor Ort genau betrachten. Vier Punkte sind dabei besonders wichtig:

  • Wärmelast bestimmen: Maschinen, Beleuchtung, Sonneneinstrahlung und die Zahl der Mitarbeitenden beeinflussen die benötigte Kühlleistung.
  • Feuchtigkeit berücksichtigen: Empfindliche Produkte, Materialien oder Produktionsprozesse können bestimmen, wie viel zusätzliche Feuchtigkeit tolerierbar ist.
  • Luftmenge berechnen: Größe und Nutzung der Halle bestimmen, wie viel gekühlte Außenluft erforderlich ist.
  • Bestehende Technik einbeziehen: Vorhandene Lüftungsanlagen oder Luftbehandlungssysteme können je nach Ausführung in ein neues Kühlkonzept integriert oder durch eine adiabatische Vorkühlung ergänzt werden.

Kühlung als Teil der Gebäudestrategie

Für Industrie- und Logistikbetriebe ist Hallenkühlung nicht nur eine Frage des Komforts. Sie beeinflusst auch den Energiebedarf des Gebäudes und die Bedingungen, unter denen Mitarbeitende und technische Anlagen arbeiten.

Zweistufige adiabatische Systeme verbinden einen vergleichsweise niedrigen Energiebedarf mit kontinuierlicher Frischluftzufuhr und einem geringeren Feuchteeintrag als direkte Verdunstungskühlung. Ob sich diese Technik für einen bestimmten Betrieb eignet, hängt von Faktoren wie Wärmelast, Gebäudegröße, Nutzung und Anforderungen an die Luftfeuchtigkeit ab.

Gerade bei großen Hallen lohnt es sich deshalb, nicht nur die gewünschte Raumtemperatur zu betrachten, sondern das gesamte Lüftungs- und Kühlkonzept des Gebäudes.

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