Stadtschwärmer Leipzig
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Auch wenn die Menschen in Deutschland tendenziell immer älter werden und länger gesund und selbstständig bleiben, steigt der Betreuungs- und Pflegebedarf seit Jahren kontinuierlich an. Wenn Menschen in fortgeschrittenem Alter in der Lage sind, ihren Alltag teilweise oder vollständig nicht mehr selbst zu bewältigen, spielen, bedarfsgerechte Betreuungs- und/oder Pflegeangebote eine wichtige Rolle, um ihnen ein weiterhin würdevolles Leben zu ermöglichen.
Welche Angebote gibt es in Deutschland diesbezüglich und was sollten insbesondere Angehörige in diesem Zusammenhang wissen und berücksichtigen?
Betreuung und Pflege richtig organisieren: Was Angehörige wissen sollten
Um in einer entsprechenden Situation überhaupt die richtigen Entscheidungen treffen zu können, ist es hilfreich, sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Optionen zu verschaffen:
1. Unterstützungs- und Pflegebedarf ermitteln
Um den Unterstützungs- und Pflegebedarf einzuschätzen, ist es wichtig zu klären, welche Unterstützung die betroffene Person tatsächlich benötigt. Relevant in diesem Zusammenhang ist etwa, ob die Person noch in der Lage ist, bestimmte Dinge selbst zu erledigen, ob eine optimale Versorgung noch in den eigenen vier Wänden gewährleistet werden kann, ob nur Betreuung oder auch Pflege benötigt wird und wenn, bei welchen konkreten Bereichen (Haushaltshilfe, Mobilität, Ernährung, Körperpflege/Hygiene).
2. Welche Versorgungsform ist die beste Lösung?
Abhängig vom ermittelten Bedarf kommen nun verschiedene Betreuungs- und Pflegeangebote infrage. Wichtig ist es, eine Versorgung zu finden, die den Unterstützungsbedarf optimal abdeckt und die Selbstständigkeit sowie die Lebensqualität der betroffenen Person möglichst lange erhält.
- Unterstützung im eigenen Zuhause
Bei Unterstützung zu Hause kann die betroffene Person weiterhin in der gewohnten Umgebung leben, was bei Bedarf durch Angehörige, ambulante Pflegedienste oder andere Unterstützungsangebote ergänzt werden kann. Unter folgendem Link finden sich detaillierte Informationen über professionelle Seniorenbetreuung zu Hause.
- Tages- und Kurzzeitpflege
Bei dieser Option verbringt die betroffene Person einen Teil des Tages in einer Pflegeeinrichtung und kehrt am Abend wieder in die eigenen vier Wände zurück. So wird sie optimal versorgt, während Angehörige beispielsweise ihrer Arbeit nachkommen und sich abends wieder um die Person kümmern können. Die Kurzzeitpflege bietet darüber hinaus eine auf eine gewisse Zeit beschränkte vollstationäre Pflege.
- Betreutes Wohnen / Wohngemeinschaften
Beim betreuten Wohnen oder in Wohngemeinschaften leben mehrere Personen zusammen und teilen sich bestimmte Wohnbereiche, während sie jeweils über ein privates Zimmer verfügen. Diese Option bietet ein weitgehend selbstbestimmtes Leben bei Gewährleistung von professioneller Unterstützung.
- Vollstationäre Pflege
Personen, die dauerhaft auf Unterstützung angewiesen sind, ist die Versorgung mittels vollstationärer Pflege oft unumgänglich. In einem Pflegeheim stehen rund um die Uhr Betreuungs- und Pflegeangebote zur Verfügung, sodass die Sicherheit der Person jederzeit gewährleistet ist.
Bei der Entscheidung, welche Form die beste ist, gilt es zu berücksichtigen, dass nicht jede Versorgungsform optimal zu jeder Situation passt. Entscheidend sind neben dem individuellen Unterstützungsbedarf auch die derzeitige Wohnsituation sowie die Wünsche der betroffenen Person, die in jedem Fall Berücksichtigung finden sollten.
3. Pflegegrad ermitteln
Der Pflegegrad ist von entscheidender Bedeutung für die Finanzierung der Betreuung bzw. Pflege und sollte daher schnellstmöglich ermittelt werden. Das geschieht über einen Antrag auf Feststellung des Pflegegrades bei der jeweiligen Pflegekasse. Diese prüft daraufhin, in welchem Maße die Eigenständigkeit der betroffenen Person eingeschränkt ist und ob daraufhin die Voraussetzungen für einen Pflegegrad erfüllt sind. Anschließend erfolgt eine detailliertere Begutachtung der Person, bei der der Unterstützungs- und Pflegebedarf in verschiedenen Lebensbereichen beurteilt wird. Auf dieser Grundlage wird ein Pflegegrad festgelegt, wobei die Einstufung von Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5 reicht.
Mit der Feststellung des Pflegegrads sind verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung verbunden, etwa das Pflegegeld, ergänzende Pflegesachleistungen oder auch der Entlastungsbetrag, welche für die Finanzierung der Pflege eine wichtige Rolle spielen.
4. Kosten und Finanzierung klären
Je nach persönlicher Situation, dem Pflegegrad und der Versorgungsform können unterschiedliche Kosten entstehen. Diesbezüglich gilt es, möglichst frühzeitig zu klären, welche Kosten von der Pflegeversicherung oder möglicherweise auch von der Krankenversicherung übernommen werden und welche die betroffene Person bzw. deren Angehörige selbst zahlen müssen. Weitere Informationen über die Vergütung von Leistungen findet man hier.
Für den Fall, dass die zur Betreuung/Pflege notwendigen Kosten nicht vollständig bezahlt werden können, kommt unter bestimmten Voraussetzungen auch Hilfe zur Pflege nach dem Sozialgesetzbuch XII in Betracht.
Fazit
Wenn Menschen im fortgeschrittenen Alter nicht mehr alleine leben können und/oder pflegebedürftig werden, stellt das Angehörige zunächst einmal vor viele Fragen: Welche Unterstützungsangebote gibt es? Welche Kosten entstehen bzw. welche Leistungen stehen der betroffenen Person überhaupt zu? Wer übernimmt die Organisation und Koordination?
All diese und weitere Fragen müssen nicht selten unter zeitlichem Druck bei gleichzeitig hoher emotionaler Belastung geklärt werden, was zurecht zu Verunsicherung führen kann. Daher ist es generell sinnvoll, sich schon im Vorfeld über die wichtigsten Aspekte zu informieren.