Hypnose bei Ängsten und Phobien: Was die Methode leisten kann und was nicht

Herzrasen in der Tram, weiche Knie in der Schlange an der Supermarktkasse, ein Kloß im Hals, sobald die Innenstadt in Sicht kommt. Wer eine Panikattacke erlebt hat, vergisst sie nicht. Und wer sie öfter erlebt, richtet sein Leben irgendwann danach aus.

Alexander Fenz, Heilpraktiker für Psychotherapie, arbeitet in seiner Hypnosepraxis Leipzig seit 2017 mit Menschen, die genau das kennen. Ein Blick darauf, was Hypnose bei Ängsten tatsächlich tut, und wo ihre Grenzen liegen.

Was Betroffene im ersten Gespräch erzählen

Die Sätze ähneln sich, sagt Alexander Fenz. „Ich verstehe nicht, warum mein Körper so reagiert." Oder: „Das ist doch völlig sinnlos, es gibt gar keine Gefahr." Fast alle beschreiben die Angst vor der Angst: Man meidet den Ort, an dem es das letzte Mal passiert ist, dann den nächsten, dann die ganze Situation. Dazu kommt das Umfeld, das oft nicht nachvollziehen kann, was da eigentlich passiert. Für Angehörige wirkt eine Panikattacke von außen unsichtbar, für Betroffene ist sie ein Ausnahmezustand.

Wie stark das Leben dadurch schrumpfen kann, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: Eine Klientin bekam Panikattacken, sobald sie in der Leipziger Innenstadt unterwegs war. Sie hörte auf, in die Stadt zu fahren, dann ging sie nicht mehr einkaufen. Auch längere Spaziergänge wurden schwierig. Am Ende verließ sie das Haus fast nur noch für die Arbeit. Als Mutter von zwei Kindern belasteten die Panikattacken und das Vermeidungsverhalten die ganze Familie.

Es gibt wiederkehrende Situationen, in denen sich Ängste häufig festsetzen: öffentliche Verkehrsmittel wie Tram oder Bus, die Innenstadt, das Anstehen in langen Schlangen beim Einkaufen und große Menschenmengen. Häufig ist dadurch auch das nahe Umfeld belastet, etwa wenn wegen einer Flugangst kein gemeinsamer Urlaub mehr möglich ist oder jemand nicht einmal mehr als Beifahrer im Auto sitzen kann.

Was Hypnose nicht kann

Der häufigste Irrtum, den der Heilpraktiker für Psychotherapie in seiner Praxis hört: Man könne die Angst mit Hypnose einfach „ausknipsen" oder vergessen. Manche erwarten sogar, danach überhaupt keine Angst mehr zu haben, in keiner Situation. „Das wäre auch gar nicht wünschenswert", sagt er. Angst ist ein Schutzmechanismus, und ein Mensch ohne Angst wäre nicht mutig, sondern gefährdet. Hypnose ist kein Schalter. Sie ist ein Prozess, in dem die Ursachen einer Angst bearbeitet werden, also das, woher sie ursprünglich kommt. Wenn das gelingt, kann das Unbewusste umlernen und erkennen, dass die gefürchteten Situationen sicher sind. Die Angst hat dann schlicht keinen Grund mehr aufzutauchen.

Auch die Vorstellung vom willenlosen Zustand hält sich hartnäckig. In Trance ist man wach, hört alles und kann jederzeit die Augen öffnen. Der Unterschied zum Alltagsbewusstsein liegt darin, dass Gefühle, Erinnerungen und automatische Reaktionsmuster leichter zugänglich sind. Genau damit wird gearbeitet.

Wann zuerst der Arzt dran ist

Es gibt Ängste, bei denen der Hypnosetherapeut grundsätzlich erst einmal an einen Arzt verweist. Ein Beispiel ist die Angst ums eigene Herz, früher Herzneurose genannt. Betroffene fürchten, ihr Herz sei krank oder ein Infarkt stehe bevor. Sie beobachten jeden Herzschlag, und weil ein gesundes Herz nun einmal nicht immer regelmäßig schlägt und gelegentlich einen Extraschlag macht, finden sie ständig etwas, das die Angst bestätigt. Abends, wenn Ruhe einkehrt, wird der Herzschlag besonders deutlich, entsprechend schwer fällt das Einschlafen.

Solche Klienten schickt Alexander Fenz zuerst zum Arzt, mit Belastungs-EKG. Aus zwei Gründen: Ein tatsächlicher Herzfehler muss medizinisch behandelt werden und darf nicht übersehen werden. Und ohne Befund bleibt im Hinterkopf immer der Zweifel, ob nicht doch etwas Körperliches dahintersteckt. Erst wenn das Herz nachweislich gesund ist, ergibt es Sinn, die Angst selbst anzugehen.

Wie die Arbeit in der Praxis aussieht

In der Hypnosetherapie bei Angst und Panik in Leipzig setzt der Therapeut auf mehrere Wege, je nachdem, was zum Klienten und zum konkreten Fall passt. Bei der ursachenorientierten Hypnose geht es darum, die Erfahrung zu finden und zu verarbeiten, aus der die Angst entstanden ist. Bei der Re-Konditionierung wird der Umstand genutzt, dass sich Angst und Sicherheit nicht gleichzeitig fühlen lassen: In Trance werden starke Gefühle von Ruhe und Sicherheit mit den Situationen verknüpft, in denen bisher Panik aufkam. Dazu kommt die Selbsthypnose, ein Werkzeug, das Klienten lernen und selbstständig anwenden, um sich im Alltag zu regulieren. Alexander Fenz, der seit 2018 Zen-Meditation praktiziert, beschreibt seinen Ansatz als achtsamkeitsbasiert und klientenzentriert.

Wie viele Sitzungen nötig sind, hängt von der Person und der Geschichte ihrer Angst ab. Meist sind es zwei bis vier Sitzungen. Ein erstes, kostenfreies Telefongespräch dient dazu, gemeinsam einzuschätzen, ob Hypnosetherapie im konkreten Fall ein sinnvoller Weg ist.

Die Hypnosepraxis Leipzig von Alexander Fenz befindet sich in der Gohliser Straße 15 in Zentrum-Nord, Haltestelle Springerstraße. Kontaktdaten und Öffnungszeiten finden Sie im Adresseintrag auf LEIPZIGINFO.DE.

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