Stadtschwärmer Leipzig
Wer keinen Insider kennt, schnappt sich dieses Buch und wird an die liebsten Orte von waschechten... Weiterlesen
Ein Festivalgelände sieht bei Tageslicht oft erstaunlich übersichtlich aus. Kabel liegen dort, wo sie eben liegen sollen, Absperrgitter stehen an ihrem Platz und die Stufen zum Backstage-Bereich sind kaum zu übersehen. So zumindest im Bestfall. Dann jedoch geht die Sonne unter und plötzlich bekommt derselbe Ort eine völlig andere Persönlichkeit.
Für Besucher beginnt jetzt der eigentliche Spaß. Für das Veranstaltungsteam beginnt dagegen die Phase, in der gute Sichtbarkeit besonders wichtig wird.
Bei Festivals und Events treffen viele Dinge aufeinander: Menschenmengen, Fahrzeuge, Technik, temporäre Bauten und ständig wechselnde Laufwege. Dazu kommen Kabel, Rampen, Absperrungen und Equipment, das nur für wenige Tage aufgestellt wurde.
Gerade temporäre Elemente werden dabei schnell übersehen. Ein niedriger Pfosten, die Ecke einer mobilen Bühne oder ein Fahrzeuganhänger wirken tagsüber völlig offensichtlich. Nach Einbruch der Dunkelheit kann dasselbe Hindernis plötzlich im schwarzen Loch zwischen zwei Lichtquellen verschwinden.
Die britische Arbeitsschutzbehörde HSE empfiehlt Veranstaltern deshalb ausdrücklich, schlecht beleuchtete Laufwege, Bodenverhältnisse und die sichere Bewegung von Fahrzeugen und Fußgängern bei der Veranstaltungsplanung zu berücksichtigen.
Genau hier kann Reflektierendes Klebeband für Events interessant werden. Es leuchtet nicht selbst – und das ist ein wichtiger Unterschied zu nachleuchtenden Produkten. Stattdessen wirft die Oberfläche auftreffendes Licht zurück.
Das kann beispielsweise der Scheinwerfer eines Transporters sein, eine Taschenlampe oder das Licht eines Fahrzeugs, das gerade über das Festivalgelände fährt.
Besonders praktisch ist das bei Bereichen, die nicht dauerhaft beleuchtet werden können oder sollen. Schließlich möchte niemand aus einem kleinen Open-Air-Festival einen Flughafen machen.
Die Einsatzmöglichkeiten sind erstaunlich vielfältig. Denkbar sind beispielsweise:
Gerade beim Auf- und Abbau ist das interessant. Dann bewegt sich schweres Equipment über das Gelände, während gleichzeitig zahlreiche Crewmitglieder unterwegs sind. Eine schlecht erkennbare Kante ist in dieser Situation nicht einfach nur unschön, sondern kann zum echten Sicherheitsproblem werden.
Reflektierende Materialien müssen übrigens nicht langweilig sein. Je nach Produkt und Einsatzbereich stehen verschiedene Farben zur Verfügung, darunter Rot, Gelb, Orange, Grün und Blau.
Die Farbe sollte dabei nicht allein nach Geschmack ausgewählt werden. In einem größeren Veranstaltungskonzept kann sie durchaus helfen, Bereiche voneinander zu unterscheiden. Eine bestimmte Farbe für Technikbereiche, eine andere für Fahrzeuge oder Absperrungen – vorausgesetzt, das System wird konsequent eingesetzt und verständlich kommuniziert.
Besonders auffällige Farben können außerdem tagsüber bei der Orientierung helfen, während die reflektierende Oberfläche nachts ihre Stärke ausspielt.
Ein häufiger Denkfehler bei Veranstaltungen ist, Sicherheit hauptsächlich aus Sicht des Publikums zu betrachten. Dabei sind Crew, Techniker, Caterer, Fahrer und Helfer oft diejenigen, die sich über Stunden in den kompliziertesten Bereichen bewegen.
Sie kennen das Gelände zwar besser, sind aber gleichzeitig müde, unter Zeitdruck und häufig mit Material beladen. Genau dann werden kleine Hindernisse relevant.
Auch elektrische Installationen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die HSE empfiehlt unter anderem, temporäre Kabel so zu verlegen, dass Stolpergefahren und mechanische Beschädigungen möglichst vermieden werden.
Reflektierende Markierungen können hier eine zusätzliche visuelle Orientierung bieten – sie ersetzen allerdings weder eine sichere Kabelführung noch eine ausreichende Beleuchtung.
Absperrgitter sind bei Festivals unverzichtbar. Sie lenken Menschenströme, schützen bestimmte Bereiche und können Gefahrenstellen abschirmen. Gleichzeitig dürfen sie selbst nicht zur neuen Gefahrenquelle werden.
Deshalb sollten Position, Stabilität und Aufbau immer zur jeweiligen Situation passen. Die HSE weist darauf hin, dass bei der Auswahl von Absperrungen unter anderem Gelände, Wetter, Besucherzahl und erwartete Belastung berücksichtigt werden müssen.
Ein reflektierendes Band kann eine solche Konstruktion sichtbarer machen. Es macht aus einem schlecht geplanten Absperrgitter allerdings kein gutes – Planung kommt weiterhin zuerst.
Das Interessante an reflektierenden Produkten ist ihre Einfachheit. Sie benötigen keine Batterie, keinen Stromanschluss und keine komplizierte Technik. Dort, wo ohnehin Licht vorhanden ist, sorgen sie dafür, dass bestimmte Konturen schneller ins Auge fallen.
Und gerade auf einem Festival zählt manchmal genau dieser kurze Moment. Ein Fahrer erkennt die Absperrung. Ein Techniker sieht die Stufenkante. Ein Helfer bemerkt den Anhänger, bevor er dagegenläuft.
Gute Event-Sicherheit besteht schließlich nicht nur aus großen Bühnen, Notausgängen und professionellen Ordnern. Sie steckt auch in den kleinen Details, die niemand bemerkt – weil sie ihren Job bereits erledigen, bevor überhaupt etwas passiert.