
Stadtschwärmer Leipzig
Wer keinen Insider kennt, schnappt sich dieses Buch und wird an die liebsten Orte von waschechten... Weiterlesen
Für Pokerliebhaber, Online Casino Zocker und alle, die Spielautomaten lieben, gibt es aktuell einen Neustart in Niedersachsen. Zum 1. Juli 2025 wurden nämlich zehn staatlich konzessionierte Spielbanken offiziell von der Merkur Group übernommen. Damit geht hier vor Ort eine Ära zu Ende, es beginnt aber auch eine ganz neue und modernere.
Merkur, das Unternehmen, das Teil der Gauselmann Gruppe ist, und heute Merkur Group heißt, hat den Zuschlag für die neue Lizenzvergabe bereits 2023 erhalten.
Diese Entscheidung wurde durch das Land Niedersachsen getroffen, und zwar nach einer öffentlichen Ausschreibung. Damit erhält die Merkur Group die Spielbanken von Casinos Austria International (CAI), dem Betrieb, der sie bisher geleitet hatte.
Ganz unkompliziert war das nicht, denn obwohl die Lizenz schon 2023 übergeben wurde, hat CAI die Casinos bisher weiter geführt. Das liegt daran, dass sich die beiden Unternehmen rechtlich nicht ganz einig wurden und es erst im Frühjahr 2025 zu einer außergerichtlichen Einigung kam.
Nun ist die offizielle Betriebsübernahme aber am 1. Juli 2025 geschehen und es bleibt abzuwarten, wie die Merkur Group mit den neuen Spielbanken umgehen wird.
Denn auch die Glücksspiellandschaft im Allgemeinen hat sich verändert. Immer mehr Menschen spielen online und viele beste Casinos ohne deutsche Lizenz gewinnen einen Marktanteil, der vielleicht früher in der Spielbank gespielt hat. Aber die Merkur Group macht ihr Angebot interessant und modern, sodass es auch in Zukunft Relevanz hat.
Doch welche Spielbanken gehören nun eigentlich zur Merkur Group? Da wären zum einen das größte Casino der Region, die Spielbank Hannover, zum anderen aber auch das Inselcasino auf Norderney. Außerdem gehören Bad Bentheim, Bad Pyrmont, Bad Zwischenahn, Braunschweig, Göttingen, Osnabrück, Seevetal und Wolfsburg dazu.
Das bedeutet nun aber nicht, dass das Spielerlebnis plötzlich ein ganz neues ist. Tatsächlich bleibt vieles gleich, aber das ein oder andere will die Merkur Group auch neu denken. Sie bringt ihr eigenes Konzept mit und setzt dabei auf moderne Technik, ein großes Angebot an Spielen und ein klares Bekenntnis zum Spielerschutz.
Investiert wird auf jeden Fall. Viele der Standorte sollen in den nächsten Monaten renoviert und frischer designed werden. Neben neuen Farben und Teppichen soll es auch einfach ein ganz neues Spielgefühl geben, etwas, worauf die Merkur Group stolz ist.
Konkret bedeutet das, neue Automaten mit Merkur-Technologie, klassische Tischspiele wie Blackjack, Poker und Roulette und ein paar neue Events und Promotions. Auch gastronomisch will Merkur punkten, nämlich mit Bars, kleinen Restaurants und dem Anspruch, mehr als nur ein Ort zum Spielen zu sein.
Ein zentrales Thema für die Merkur Group ist dabei der Spielerschutz. Das Unternehmen verweist auf internationale Zertifizierungen und setzt auf klare Präventionsmaßnahmen. Dazu gehören Schulungen für das Personal, der Einsatz digitaler Systeme zur Früherkennung von riskantem Spielverhalten und freiwillige Selbstsperren.
Das Ziel ist klar: Unterhaltung ja, aber mit Verantwortung. Gerade in einer Zeit, in der auch Online-Angebote immer mehr Zulauf erfahren, ist der stationäre Betrieb gefordert, Maßstäbe zu setzen.
Auch für die rund 430 Mitarbeitenden in den Spielbanken bringt der Betreiberwechsel Sicherheit. Merkur hat angekündigt, alle Angestellten zu übernehmen und teilweise neue Stellen zu schaffen. Und da die Gruppe weltweit etwa 2,735 Mrd. € Umsatz macht und in ganz Deutschland rund 7.626 Mitarbeitende beschäftigt, sieht das für das Personal vielversprechend aus.
Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten sollen helfen, sich mit dem neuen Konzept vertraut zu machen. Das stärkt nicht nur den Zusammenhalt in den Teams, sondern auch die Qualität vor Ort.
Zudem profitieren die jeweiligen Regionen, denn Kommunen erhalten Abgaben aus dem Spielbetrieb, Gäste strömen zu den Standorten, besonders in Tourismusorten wie Norderney oder Bad Zwischenahn, und die lokale Wirtschaft erhält neue Impulse.
Mit der Übernahme der zehn Spielbanken baut Merkur seine Präsenz in Deutschland deutlich aus. Das Unternehmen betreibt bereits Standorte in Berlin, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
Auch auf Kreuzfahrtschiffen ist Merkur mit dem „Casino Mare“ vertreten. Wer also in Leipzig wohnt und mal ein bisschen die Umgebung erkundet, kann auf jeden Fall bei Spielbanken der Merkur Group spielen.
Das Ziel ist ein konsistentes Markenerlebnis mit Fokus auf Qualität, Service und Innovation. Dass die niedersächsischen Standorte nun unter das Merkur-Dach rücken, ist ein bedeutender Schritt, auch, weil es sich um die erste komplette Übernahme eines Landesportfolios durch das Unternehmen handelt.
Die Konzession des Landes Niedersachsen läuft zunächst für 15 Jahre, bis mindestens 2040. Das ist eine lange Zeit, in der Merkur beweisen will, dass sich die Entscheidung für den neuen Betreiber gelohnt hat. Bis mindestens 2040 soll das Unternehmen die Spielbanken führen dürfen.
Dabei geht es nicht nur um das Tagesgeschäft, sondern auch um Investitionen in die Standorte, neue Formate und möglicherweise auch die Verknüpfung mit digitalen Angeboten, also zum Beispiel durch Loyalty-Programme oder Online-Services.
Denn in einer Zeit, in der Freizeitangebote immer vielfältiger werden und klassische Spielbanken mit Online Casinos konkurrieren, ist es entscheidend, neue Akzente zu setzen. Merkur plant genau das. Die Spielbank soll kein verstaubtes Image mehr tragen, sondern als moderner Ort der Begegnung, des Spiels und der Unterhaltung wahrgenommen werden, auch von jungen Leuten.
Geplant sind Pokerturniere, Musik-Events, kulinarische Themenabende und regionale Kooperationen, zum Beispiel mit Hotels, Tourismusverbänden oder Veranstaltern vor Ort. Zielgruppe sind nicht nur die klassischen Casino-Gäste, sondern auch ein jüngeres Publikum, das Wert auf Erlebnis, Ambiente und digitale Services legt.
Mit dem 1. Juli 2025 begann für die niedersächsischen Spielbanken also eine neue Ära. Die Merkur Group bringt Erfahrung, moderne Konzepte und eine klare Vision mit. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie die Gäste das neue Angebot annehmen und ob es gelingt, den Spagat zwischen Tradition und Zukunft zu meistern.
Fest steht aber, Niedersachsen hat nun ein Spielbank-System, das in dieser Form einzigartig in Deutschland ist. Und diese Neuigkeiten hören wir auch hier in Leipzig. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Merkur der Aufgabe gerecht wird oder sogar neue Maßstäbe für das stationäre Glücksspiel setzen kann.