Stadtschwärmer Leipzig
Wer keinen Insider kennt, schnappt sich dieses Buch und wird an die liebsten Orte von waschechten... Weiterlesen
Eine stille Revolution findet an Flughäfen, Bahnhöfen und in Stadtzentren weltweit statt. Es geht nicht um fliegende Autos, Hyperloops und dergleichen; davon sind wir noch mindestens fünf Jahre entfernt. Es ist ein greifbarerer, realerer, wirkungsvollerer Wandel: Die Art und Weise, wie wir von A nach B reisen, hat sich grundlegend verändert. Die Reisenden, die sich am besten an diesen Wandel anpassen, sind diejenigen, die erholt, pünktlich und mit einem geringeren Budget zurückkehren.
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Mobilität eine Frage einfacher Arithmetik. Man hatte ein Auto oder auto mieten in Frankfurt. Ansonsten fuhr man Bus oder Taxi. Wer reisen wollte, buchte einen Flug und traf dann vor Ort die notwendigen Vorkehrungen, meist in der Schlange und in der Hoffnung, dass alles gut geht. Heute ist die Planung jedoch viel komplexer und deutlich günstiger für den Reisenden.
Der Aufstieg des flexiblen Reisenden
Die Pandemie hat Prioritäten verändert, und diese Auswirkungen sind in der Reisebranche weiterhin spürbar. Millionen von Menschen wurden durch die Arbeit im Homeoffice von ihren festen Büroarbeitsplätzen befreit und prägten einen neuen Begriff: den „Flexpatriate“. Gemeint ist jemand, der weder Expat noch Tourist ist, sondern sich in einer produktiven Zwischenwelt bewegt. Ein Marketingberater reist beispielsweise für drei Wochen nach Lissabon und für zwei Wochen nach Barcelona, bevor er wieder nach Hause fährt. Ein Projektmanager fliegt für vier Tage zum Hauptsitz eines Kunden, mietet sich ein Auto, um zu einem Lieferanten zwei Orte weiter zu fahren, und nimmt am Freitagnachmittag den Zug zum Flughafen.
Diese Reisenden benötigen kein eigenes Gepäck. Sie wollen jederzeit darauf zugreifen können, und dieser Zugriff muss reibungslos funktionieren. Diese Veränderung hat die Autovermietung von einer lästigen Pflicht zu einem echten Business-Tool gemacht. Es geht nicht mehr nur darum, ob ich ein Auto brauche oder nicht; es geht darum, welches Modell, wie lange, wohin ich fahre, von wo ich zurückkomme und welche Auswirkungen das auf meinen CO₂-Fußabdruck hat.
Geografie ist nach wie vor entscheidend
Geografie ist eine analoge Tatsache, trotz aller Fortschritte im städtischen Nahverkehr. Nicht alle Weinberge im Burgund sind per Bahn erreichbar. Busse fahren in der Regel nicht jedes Dorf an der Amalfiküste um 8 Uhr morgens an einem Dienstag an. Abseits der ausgetretenen Touristenpfade – und für immer mehr Menschen heutzutage – ist ein Mietwagen kein Luxus, sondern schlichtweg notwendig. Das gilt insbesondere für Geschäftsreisende. In all diesen Situationen kann derjenige, der sich außerhalb der Stadt einen zuverlässigen Mietwagen mietet, beispielsweise für ein Gewerbegebiet bei Stuttgart, eine Fabrik im ländlichen Polen oder eine Konferenz in einer mittelgroßen amerikanischen Stadt, deren Flughafen 30 km entfernt liegt, seine Zeit für das Meeting selbst nutzen, anstatt sich mit der Organisation zu beschäftigen.
Hier spielen bewährte Mietwagennetzwerke ihre Stärken aus. Wenn ein Unternehmen Niederlassungen in ganz Europa und vielen anderen Ländern hat, ist es leicht nachzuvollziehen, warum manche Menschen bei spontanen Reisen einen Mietwagen von dort buchen. Dauert ein Meeting länger, ist es beruhigend zu wissen, dass es überall Rückgabestationen gibt.
Erfahren Sie, wie die Elektromobilität alles verändert!
Die bedeutendste Veränderung in der Kurzzeitmietwagenbranche ist der rasante Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Vor drei Jahren noch eine Neuheit, machen sie heute einen erheblichen Anteil der Mietwagenflotten in Europa aus und beeinflussen nicht nur die Fahrzeugtypen, die Reisende mieten können, sondern auch das gesamte Reiseerlebnis. Ein Elektroauto zu mieten, bevor man es kauft, ist eine hervorragende Möglichkeit, das Fahrzeug kennenzulernen.
Eine Woche in einem vollelektrischen Kleinwagen in Südfrankreich (oder ein Wochenende in einem größeren Elektro-SUV in den schottischen Highlands) vermittelt Ihnen einen authentischen Eindruck von Reichweitenangst, die meist weniger schlimm ist, als sie klingt. Sie lernen, wie schnell Sie sich an die Bremsenergierückgewinnung gewöhnen – und das geht sehr schnell – und finden heraus, ob die Ladestationen an Ihren Wunschorten tatsächlich erreichbar sind, was in den meisten Fällen der Fall ist.
Mietwagenfirmen entwickeln sich unauffällig zum weltweit größten Netzwerk für Elektroauto-Probefahrten – ein sehr nützlicher Service für die Öffentlichkeit. Doch es gibt auch einen ökologischen Aspekt. Die Emissionen des Luftverkehrs entstehen überproportional häufig durch Kurzstreckenflüge innerhalb Europas, da die Emissionen beim Start und bei der Landung am höchsten sind. Ein elektrischer Mietwagen ist daher die umweltfreundlichere Option, insbesondere wenn die Stromversorgung im Zielland zu einem großen Teil auf erneuerbaren Energien basiert – wie beispielsweise in Skandinavien, Frankreich und auf der Iberischen Halbinsel.
Geschäftsreisen von Grund auf neu gestalten.
In den letzten Jahren haben Geschäftsreisemanager ihre Strukturen grundlegend überarbeitet. Zwar sind die veralteten Konzepte von „Business Class“ und Kettenhotels nach wie vor präsent, doch rückt zunehmend in den Fokus: Was ist wirklich nötig? Wie lässt sich umweltfreundlicher reisen? Und wie können sich die Mitarbeiter wohler fühlen? Ein wichtiger Aspekt dieser Diskussion ist der Bodentransport. Die Anreise wird für Unternehmen, die sich Klimaneutralität zum Ziel gesetzt haben, immer wichtiger. Und bei genauerer Betrachtung erweist sich die Autovermietung oft als ebenso vorteilhaft wie Flugreisen oder Mietwagen. Große Autovermietungen bieten Flottenverträge an, die es Unternehmen ermöglichen, Emissionen pro Kilometer zu erfassen, Fahrzeugklassen zu begrenzen und die Kosten zu bündeln. So wird die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie vereinfacht. Auch der einzelne Reisende profitiert in solchen Gruppen: neuere, umweltfreundlichere Fahrzeuge, flexiblere Abholzeiten und weniger Zeitverlust.
Das unterschätzte Vergnügen, etwas Neues zu entdecken.
Inmitten von Optimierung und CO₂-Bilanzierung sollten wir uns vielleicht etwas viel Einfacheres vor Augen halten: Wenn man durch eine unbekannte Landschaft fährt, ist einer der Vorzüge des Reisens der pure Genuss. Die Straße in Portugal, die zur Serra da Estrela führt. Die Autobahn führt einen plötzlich ins Licht des Rhonetals. Der Damm bei Ebbe, die Bergpassage am frühen Morgen und die Stadtautobahn in der Abenddämmerung – allesamt wunderschön. Es geht nicht um Probleme, die gelöst werden müssen, sondern um die Reise selbst. Genau dafür ist eine gute Mobilitätsinfrastruktur da: Ein per Handy nutzbares Zugticket, eine strategisch platzierte Ladestation oder eine günstig gelegene Autovermietung können das ermöglichen. Es ist die beste Reise ohne Logistik, nur die Straße und das Ziel. All das ist es letztendlich, worauf die neue Mobilitätsrevolution hinarbeitet – nicht Effizienz, sondern Freiheit.