Stadtschwärmer Leipzig
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Wer mit dem Dartsport startet, steht ziemlich schnell vor einer überraschend kniffligen Frage: Welche Pfeile soll ich eigentlich kaufen? Im Laden oder im Shop prasseln Begriffe wie Barrel, Shaft, Flight, Tungsten und Grammzahl auf einen ein, und am Ende ist man oft verwirrter als vorher. Dabei ist die Sache halb so wild, wenn man die paar Grundlagen einmal verstanden hat. Dieser Ratgeber erklärt dir Schritt für Schritt, worauf es bei der Wahl deiner ersten Pfeile ankommt, welches Gewicht sich für den Einstieg bewährt hat und warum es am Ende vor allem auf eines ankommt: ausprobieren.
Welches Gewicht ist für Anfänger das richtige?
Die gute Nachricht vorweg: Das eine perfekte Gewicht gibt es nicht. Profis werfen mit allem zwischen 12 und 32 Gramm, und trotzdem treffen sie. Für den Einstieg gibt es aber bewährte Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst.
Hier muss man zunächst zwischen den beiden Spielarten unterscheiden. Beim Steeldart, also der klassischen Variante mit Metallspitze und Sisalscheibe, liegt der empfohlene Einstiegsbereich bei etwa 22 bis 25 Gramm. Beim E-Dart (Softdart) mit Kunststoffspitze und elektronischer Scheibe sind es eher 18 bis 20 Gramm, wobei hier ohnehin meist eine Obergrenze von 21 Gramm gilt, damit die Automatenelektronik nicht beschädigt wird.
Warum gerade etwas schwerere Pfeile für Einsteiger sinnvoll sind, hat einen einfachen Grund: Sie fliegen ruhiger und stabiler durch die Luft. Ein schwererer Pfeil verzeiht kleine Wackler in der Wurftechnik eher und lässt dich dich voll auf einen sauberen, gleichmäßigen Bewegungsablauf konzentrieren, statt einen nervösen, leichten Pfeil ständig ausgleichen zu müssen. Wer hier solide ausgestattete Dartpfeile für Anfänger wählt, legt den Grundstein für eine Technik, die später konstant trägt.
Ein verbreiteter Irrtum sollte hier gleich ausgeräumt werden: Viele denken, schwere Pfeile müsse man mit mehr Kraft werfen. Das Gegenteil ist der Fall. Je leichter ein Pfeil, desto mehr Geschwindigkeit und Kraft musst du selbst in den Wurf bringen, damit er die Scheibe sauber erreicht. Schwerere Pfeile fliegen von allein etwas träger und stabiler. Wer also gern hart und schnell wirft, kommt oft mit leichteren Pfeilen besser klar, während ein gefühlvoller, ruhiger Wurfstil eher zu etwas schwereren Modellen passt.
Der Aufbau eines Dartpfeils
Ein Dartpfeil besteht aus vier Teilen, und jedes davon beeinflusst, wie er sich anfühlt und fliegt.
Die Spitze dringt ins Board ein. Beim Steeldart ist sie aus Metall, beim Softdart aus Kunststoff. Wichtig: Beides ist nicht austauschbar, eine Stahlspitze würde eine elektronische Scheibe zerstören.
Das Barrel ist das Griffstück in der Mitte und das Herzstück des Pfeils. Hier sitzt der größte Teil des Gewichts, und hier entscheidet sich das Wurfgefühl. Barrels gibt es aus Messing, Aluminium und vor allem aus Tungsten (Wolfram). Tungsten ist besonders dicht, deshalb lassen sich damit schlankere Pfeile bei gleichem Gewicht bauen. Das bedeutet: mehr Platz auf der Scheibe für den nächsten Pfeil und eine aerodynamischere Flugbahn. Für ambitionierte Einsteiger ist Tungsten daher oft die bessere Wahl, auch wenn Messing günstiger ist.
Der Shaft verbindet Barrel und Flight. Er beeinflusst, ob dein Pfeil lang und ruhig oder kurz und dynamisch fliegt, wiegt selbst aber selten mehr als zwei Gramm. Für Anfänger sind mittellange Modelle eine sichere Bank.
Der Flight ist der kleine Flügel am Ende. Größere Flights bremsen den Pfeil stärker ab und sorgen für eine ruhigere Flugkurve, kleinere lassen ihn schneller und flacher fliegen. Ein Standard-Flight in mittlerer Größe ist für den Start ideal.
Der oft unterschätzte Faktor: das Setup drumherum
Die besten Pfeile nützen wenig, wenn die Scheibe falsch hängt. Und das ist ein Punkt, an dem erstaunlich viele Einsteiger zu Hause patzen. Die offiziellen Maße sind eindeutig und sollten auch im heimischen Spielzimmer eingehalten werden, sonst trainierst du dir falsche Distanzen an.
Der Mittelpunkt der Scheibe, das Bullseye, muss exakt 1,73 Meter über dem Boden hängen. Der waagerechte Abstand von der Abwurflinie, dem sogenannten Oche, bis zur Scheibe beträgt 2,37 Meter. Wichtig dabei: Gemessen wird ab der Vorderkante der Scheibe, nicht ab der Wand. Als Kontrolle dient die Diagonale vom Bullseye zur Abwurflinie, die genau 2,93 Meter ergeben muss. Stimmt diese Zahl, stimmt dein gesamtes Setup. Seit 2016 gelten diese Abstände übrigens einheitlich für Steel- und E-Dart, vorher stand man beim Softdart noch ein paar Zentimeter weiter weg.
Dart ist damit einer der zugänglichsten Sportarten überhaupt. Man braucht keine Halle, keine teure Ausrüstung und keine Mitspieler. Eine Scheibe, ein Satz Pfeile und ein freies Stück Wand reichen. Genau diese Niedrigschwelligkeit macht den Reiz aus und reiht Dart nahtlos in die Welt der geselligen Tischsport- und Freizeitspiele ein, von Billard über Tischkicker bis Shuffleboard. Alle leben von derselben Mischung aus Wettkampf und Beisammensein. Wer auf den Geschmack gekommen ist und sein Equipment erweitern möchte, findet die passende Ausrüstung dafür in einem spezialisierten Tischsport Shop.
Häufige Fehler beim ersten Kauf
Spar nicht am falschen Ende. Billige Plastikpfeile mit lockeren Spitzen, die sich schnell verbiegen oder abbrechen, sind ein echtes Ärgernis und müssen ständig nachgekauft werden. Das heißt nicht, dass du das teuerste Set brauchst, aber ein solides Mittelklasse-Set zahlt sich aus.
Kauf außerdem von Anfang an genügend Ersatzspitzen und Ersatz-Flights. Nichts ist nerviger, als wegen eines kaputten Flights das Spiel abbrechen zu müssen. Und ganz wichtig: Probier, wenn möglich, vorher verschiedene Gewichte aus. Viele Fachgeschäfte und Darthallen lassen dich testen. Was sich in der Theorie perfekt anhört, kann sich in deiner Hand völlig falsch anfühlen.
FAQ
Welches Gewicht für absolute Anfänger?
Beim Steeldart 23 bis 25 Gramm, beim Softdart 18 bis 20 Gramm. Schwerere Pfeile fliegen ruhiger und verzeihen Technikfehler eher.
Steeldart oder Softdart zum Einstieg?
Hängt von der Scheibe ab. Willst du den Profis nacheifern, nimm Steeldart. Suchst du das Bar-Feeling für den geselligen Abend zu Hause, ist E-Dart die richtige Wahl.
Lohnt sich Tungsten für Anfänger?
Wenn du es ernst meinst, ja. Tungsten-Pfeile sind schlanker, langlebiger und liegen präziser. Messing tut es für den allerersten Versuch aber auch.
Wie hoch und wie weit muss die Scheibe hängen?
Bullseye auf 1,73 Meter Höhe, Abstand zur Abwurflinie 2,37 Meter, gemessen ab der Scheibenvorderkante. Die Diagonale beträgt 2,93 Meter.