Stadtschwärmer Leipzig
Wer keinen Insider kennt, schnappt sich dieses Buch und wird an die liebsten Orte von waschechten... Weiterlesen
Nur eine gute Stunde trennt Leipzig von Berlin – Grund genug, dem Alltag für ein Wochenende zu entfliehen und die Hauptstadt neu zu entdecken. Ob mit dem ICE, dem Regionalexpress oder dem eigenen Auto: Die Verbindung ist so unkompliziert, dass sich ein Kurztrip auch spontan an einem Freitagnachmittag planen lässt. Wer die Zeit clever nutzt, kann in zwei bis drei Tagen einen guten Querschnitt aus Kultur, Kulinarik und Berliner Lebensgefühl mitnehmen.
Die Deutsche Bahn bringt Reisende mit dem ICE in etwa 75 Minuten vom Leipziger Hauptbahnhof zum Berliner Hauptbahnhof, mehrmals stündlich und ohne Umstieg. Wer es gemütlicher und günstiger mag, greift zum Regionalexpress, der mit rund zwei Stunden Fahrzeit ebenfalls eine solide Option darstellt und sich gut mit dem Deutschlandticket kombinieren lässt. Für alle, die mit dem Auto anreisen, führt die A9 direkt und meist staufrei in die Hauptstadt. Da Berlin ein dichtes öffentliches Nahverkehrsnetz besitzt, lohnt sich ein eigener Wagen vor Ort allerdings selten.
Der erste volle Tag eignet sich ideal, um sich in der Mitte Berlins zu orientieren. Die Museumsinsel mit dem Neuen Museum und der Alten Nationalgalerie zählt zu den kulturellen Schwergewichten Europas und lässt sich bequem zu Fuß vom Alexanderplatz aus erreichen. Anschließend lohnt ein Spaziergang durch das Regierungsviertel bis zum Reichstagsgebäude, dessen gläserne Kuppel einen Blick über die Stadt erlaubt. Am Nachmittag zeigt sich Berlin von seiner kreativen Seite: In Kreuzberg und Friedrichshain prägen Streetart, unabhängige Galerien und kleine Cafés das Stadtbild. Wer den Abend im Westen der Stadt ausklingen lassen möchte, findet rund um den Kurfürstendamm eine gute Mischung aus Shopping, Gastronomie und ruhigeren Seitenstraßen – praktisch auch für alle, die dort übernachten, etwa im Citadines Kurfürstendamm, das sich als Ausgangspunkt für Erkundungen in diesem Teil der Stadt anbietet.
Der zweite Tag bietet sich für einen ruhigeren Rhythmus an. Ein Besuch der East Side Gallery, dem längsten erhaltenen Stück der Berliner Mauer, vermittelt einen eindrücklichen Einblick in die jüngere deutsche Geschichte. Wer anschließend Erholung sucht, findet im Tiergarten oder am Ufer der Spree ausreichend Grünflächen für eine Pause. Kulturell Interessierte können den Vormittag auch im Jüdischen Museum oder in der Topographie des Terrors verbringen, bevor am Nachmittag Zeit für einen letzten Bummel durch die Hackeschen Höfe bleibt, mit ihren Innenhöfen, kleinen Läden und Cafés.
Berlin ist bekannt für seine kulinarische Vielfalt, die weit über Currywurst und Döner hinausgeht. In Neukölln und Prenzlauer Berg haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche internationale Küchen etabliert, von vietnamesischen Garküchen bis zu georgischen Weinbars. Für ein entspanntes Frühstück empfehlen sich die zahlreichen Cafés rund um den Kollwitzplatz, die auch am Wochenende meist bis in den späten Vormittag geöffnet haben.
Für die Heimreise am Sonntagabend oder Montagmorgen bietet sich erneut der ICE an, sodass der Trip ohne größeren Zeitverlust endet. Wer die Fahrt noch verlängern möchte, kann in Lutherstadt Wittenberg einen kurzen Zwischenstopp einlegen, das auf der Strecke liegt und mit seiner Altstadt einen weiteren historischen Akzent setzt.
Ein Wochenende reicht aus, um einen ersten intensiven Eindruck von Berlin zu gewinnen – von Geschichte über Kunst bis zur Gastroszene. Dank der kurzen Anreise aus Leipzig lässt sich ein solcher Trip problemlos mehrmals im Jahr wiederholen, jedes Mal mit neuen Vierteln und Facetten der Hauptstadt zu entdecken.