Cannabis in Leipzig: Wie Konsum und Rechtslage sich entwickelt haben

Der Umgang mit Cannabis hat sich in Leipzig innerhalb weniger Jahre völlig gewandelt. Mit der Teillegalisierung im April 2024 steht die Stadt in einem anderen rechtlichen Rahmen, in dem Besitz, Eigenanbau und gemeinschaftliche Abgabe geregelt werden. Zeitgleich belegen städtische Berichte einen langsam steigenden Konsum.

Konsumzahlen und städtische Suchtberichterstattung

In Leipzig wird Cannabis als zweitgrößte Substanzgruppe unter den betreuten Fällen illegaler Drogen ausgewiesen. Damit liegt Cannabis hinter Stimulanzien wie Crystal Meth, aber vor Opioiden. Überregionale Erhebungen zeigen ein ähnliches Bild. Die 12-Monats-Prävalenz unter 18- bis 25-Jährigen erreichte 2021 mit 18,2 Prozent einen Höchstwert und lag 2023 bei 16,8 Prozent. Wer sich außerhalb des Schwarzmarktes über legale Produkte informieren möchte, stößt neben Apotheken und Anbauvereinigungen auch auf Angebote, wie Cannabis Online Shops die der cannabinoidhaltige Produkte innerhalb der jeweils geltenden Grenzwerte vertreiben.

Die Zäsur vom 1. April 2024

Am 1. Am 1. April 2024 trat das Konsumcannabisgesetz in Kraft. Volljährige dürfen seither bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit mit sich führen, zu Hause bis zu 50 Gramm lagern und drei Pflanzen zum Eigenbedarf anbauen. Der Konsum bleibt in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr eingeschränkt und ist im Umkreis von 100 Metern zu Schulen, Kindergärten, Spielplätzen sowie Sportstätten untersagt. Für Leipzig bedeutet das neue Gesetz einen sichtbaren Bruch mit der bisherigen Praxis, in der Cannabiskonsum vor allem im Kontext von Strafverfolgung und Suchthilfe verhandelt wurde, und zuständig für Erlaubnisse und Kontrolle ist in Sachsen die Landesdirektion, die auch die Erntemengen der Anbauvereinigungen erfasst.

Anbauvereinigungen: Leipzig als Schwerpunkt in Sachsen

Seit dem 1. Ab dem 1. Juli 2024 dürfen nicht gewerbliche Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern Cannabis gemeinschaftlich anbauen und an ihre Mitglieder abgeben. Werbung ist unzulässig, 200 Meter Mindestabstand zu Kinder- und Jugendeinrichtungen muss eingehalten werden, und mit der Abgabe ist in den Vereinsräumen auch gleich der Konsum untersagt. Leipzig hat innerhalb Sachsens zum regionalen Schwerpunkt avanciert. Von insgesamt 29 landesweit registrierten Clubs entfallen acht auf die Messestadt, was sie zur aktivsten Kommune im Freistaat macht. Nach Angaben der Landesdirektion haben bereits 21 dieser Vereine mit dem Anbau begonnen. Die Gesamterntemenge in Sachsen betrug 2025 rund 340 Kilogramm. Die Mitgliederzahlen der sächsischen Clubs reichen von 27 bis 480.

Konsumverhalten, Prävention und Ausblick

Die Legalisierung macht den Leipziger Cannabismarkt sichtbar, ohne dass der Konsum erkennbar gestiegen ist. Die Ergebnisse zeigen eher einen allmählichen Rückgang vom Schwarzmarkt hin zu Eigenanbau, Anbauvereinigungen und regulierten Produkten. Neue Herausforderungen entstehen vor allem für die Präventionsarbeit. Hierbei setzt die Leipziger Suchtberatung auf die interdisziplinäre Kooperation der Beratungsstellen mit Kliniken, der Straßensozialarbeit, dem Ordnungsamt und der Polizei.

Wie die zweite Säule der Reform, die wissenschaftlich begleiteten Modellprojekte zur kommerziellen Abgabe, in Sachsen gestaltet werden kann, bleibt abzuwarten. Bis dahin ist der Rahmen der Konsumierenden in Leipzig ein bunter Mix aus Eigenanbau, Mitgliedschaft in einer Anbauvereinigung und legalen Nebenmärkten für Produkte mit niedrigem THC-Gehalt. Wer sich informiert, sollte die kommunalen Bußgeldregelungen, die Abstandsvorgaben und die Zugangsvoraussetzungen der Clubs beachten, bevor der Gang zur ersten Mitgliedschaft ansteht.

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