5 Bitcoin-Sparpläne im Vergleich: Welcher ist der Beste?

Immer mehr Anleger finden Gefallen an Bitcoin. Die älteste und bekannteste Kryptowährung der Welt hat sich in den vergangenen Jahren sogar an der Wall Street etabliert, und renommierte Anlagefirmen wie BlackRock sowie Banken wie Morgan Stanley haben bereits eigene Bitcoin-Produkte. 

Welcher Bitcoin-Sparplan für Sie der richtige ist, hängt davon ab, was Sie beim Bitcoin-Sparen tatsächlich erreichen wollen: mit voller Kontrolle über die eigenen Coins oder bequem in einer App, die auch Aktien und ETFs abdeckt.

In diesem Artikel vergleichen wir fünf verschiedene Anbieter von Bitcoin-Sparplänen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem solchen Sparplan automatisiert und ohne großen technischen Aufwand in Bitcoin investieren können.

TL;DR

  • Der beste Bitcoin-Sparplan hängt vom Ziel ab: Für Self-Custody und eine reine Bitcoin-Strategie ist Relai besonders stark positioniert. Für ein Allround-Depot mit Aktien, ETFs und Bitcoin ist Trade Republic die bequemste Lösung.
  • Der entscheidende Produktunterschied: Vier Anbieter verkaufen echte Bitcoin, die Sie in eine eigene Wallet übertragen können. Nur Relai geht den vollen Non-Custodial-Weg und übergibt die privaten Schlüssel von Anfang an den Nutzern.
  • Regulierung: Alle fünf Anbieter verfügen über eine MiCA-Lizenz in verschiedenen EU-Ländern. Relai ist zusätzlich in der Schweiz unter FINMA-Aufsicht registriert.
  • Der Hauptvorteil eines Bitcoin-Sparplans: Automatisch in Bitcoin zu investieren, nimmt die Entscheidung darüber, wann der "richtige" Einstiegszeitpunkt ist, aus dem Spiel.

Was ist ein Bitcoin-Sparplan und wie funktioniert er?

Ein Bitcoin-Sparplan ist eine automatisierte Kauforder, die in festen Intervallen, meist wöchentlich oder monatlich, einen festen Betrag in Bitcoin investiert. Statt eine grössere Summe auf einmal anzulegen, verteilen Sie Ihre Käufe über Wochen und Monate hinweg. Das Prinzip nennt sich Dollar-Cost-Averaging (DCA) oder auf Deutsch „Durchschnittskosteneffekt“.

Die Mechanik dahinter ist simpel. Steht der Bitcoin-Kurs hoch, kaufen Sie mit Ihrer Sparrate automatisch weniger Bitcoin. Fällt der Kurs, bekommen Sie mehr. Über längere Zeiträume ergibt sich daraus ein Durchschnittspreis, der typischerweise niedriger ist als der Mittelwert der Kurse in demselben Zeitraum.

Ein Bitcoin-Sparplan schützt nicht vor Verlusten. Fällt der Bitcoin-Kurs über einen längeren Zeitraum hinweg, geht auch der Sparplan ins Minus. Somit senkt er das Risiko, den gesamten Betrag zum schlechtesten Zeitpunkt zu investieren. Und er nimmt Anlegern die Entscheidung darüber ab, wann der "richtige" Zeitpunkt ist.

Bitcoin-Sparplan vs. Einmalinvestition: Warum regelmässig kaufen?

Rechnerisch schlägt die Einmalanlage den Sparplan in einem überwiegend steigenden Markt fast immer. Wer zu Beginn des Bullenmarktes 2023 eine grössere Summe in Bitcoin angelegt hätte, hätte heute einen deutlich höheren Gewinn als jemand, der die gleiche Summe über 24 Monate verteilt hätte.

In einem fallenden Markt dreht sich das Bild. Der Sparplan kauft zu immer günstigeren Kursen nach und federt die Verluste ab. Das entscheidende Argument für den Bitcoin-Sparplan ist aber weniger rechnerisch als psychologisch. 

Bitcoin gilt als eine der volatilsten Anlageklassen überhaupt. Kursbewegungen von 20 oder 30 Prozent innerhalb weniger Wochen sind Normalität. Die wenigsten Privatanleger halten solchen Ausschlägen stand, ohne panisch zu verkaufen oder euphorisch nachzukaufen. Ein automatisch laufender Sparplan ersetzt diese emotionalen Entscheidungen durch Routine.

Wer eine grössere Summe zur Verfügung hat, kann beides kombinieren: einen Teil direkt investieren, den Rest über mehrere Monate hinweg per Sparplan verteilen. Automatisch in Bitcoin zu investieren und zusätzlich bewusst zuzukaufen, wenn der Kurs einbricht, ist für viele Anleger der entspannteste Weg.

Worauf sollten Sie bei einem Anbieter mit einem Bitcoin-Sparplan achten?

Nicht jeder Sparplan, der Bitcoin im Namen trägt, funktioniert gleich. Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, sollten Sie die folgenden Punkte prüfen.

Echte Coins oder Finanzprodukt. Einige Anbieter kaufen für Sie tatsächliche Bitcoins auf der Blockchain. Andere verkaufen Ihnen ein Exchange Traded Product (ETP), also ein Wertpapier, das den Bitcoin-Kurs abbildet. Der Unterschied ist nicht nur technisch. Echte Bitcoins lassen sich auf eine eigene Wallet übertragen und bei Bedarf frei bewegen. Bei ETPs geht das nicht.

Gebühren und Spread. Jeder Anbieter verlangt eine Vergütung, meist zusammengesetzt aus einer sichtbaren Ordergebühr und einem Spread. Der Spread ist die Differenz zwischen dem tatsächlichen Marktpreis und dem Preis, den Sie in der App sehen. Ein Anbieter ohne Ordergebühr kann trotzdem teurer sein als einer mit einem Euro pro Ausführung, wenn der Spread höher liegt. Die Gesamtkosten pro Kauf sind der einzige ehrliche Vergleichsmassstab.

Verwahrung und Wallet-Transfer. Wer hält die privaten Schlüssel zu Ihren Bitcoins? Ein Grundprinzip in der Bitcoin-Welt lautet: "Not your keys, not your coins." Solange die Schlüssel beim Anbieter liegen, kontrolliert im Grunde der Anbieter den Zugriff. Prüfen Sie daher, ob Sie die gekauften Bitcoins auf eine eigene, externe Wallet übertragen können. Non-Custodial-Lösungen wie Relai gehen einen Schritt weiter und übergeben die Kontrolle von Anfang an den Nutzern.

Regulierung und Lizenzen. Seit Inkrafttreten der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation) in der EU müssen Anbieter eine CASP-Lizenz vorweisen. Diese sorgt für getrennte Verwahrung von Kundenvermögen und regulatorische Mindeststandards. Alle fünf hier verglichenen Anbieter verfügen über MiCA-Lizenzen in verschiedenen EU-Ländern. In der Schweiz übernimmt die FINMA die Aufsicht.

Mindestsparrate und Intervalle. Die niedrigsten Sparraten liegen heute bei einem Euro, die höchsten bei 50. Entscheidend ist, dass das Intervall zu Ihrem Einkommen und Ihrer Sparstrategie passt. Wöchentliche Ausführung glättet stärker als monatliche, verursacht aber möglicherweise höhere Gesamtkosten.

5 Bitcoin-Sparplan-Anbieter im Überblick

Im Folgenden haben wir alle fünf Bitcoin-Sparplan-Anbieter genauer angeschaut und die Vor- und Nachteile aufgelistet. 

Relai: Der Bitcoin-only-Sparplan aus der Schweiz

Relai ist unter den hier verglichenen Anbietern derjenige, der am konsequentesten auf Bitcoin setzt. Die Schweizer App fokussiert sich ausschliesslich auf Bitcoin-Sparen und -Kaufen, und zwar in einem Modell, das sich strukturell von allen anderen unterscheidet: Non-Custodial.

Wenn Sie bei Relai einen Bitcoin-Sparplan einrichten, landen die gekauften Bitcoins nicht auf einem Firmenkonto, sondern direkt in einer Wallet, deren privaten Schlüssel nur Ihnen bekannt ist. Relai hat technisch keinen Zugriff auf Ihre Coins. Das ist der signifikanteste Unterschied zu allen anderen Anbietern in diesem Vergleich, bei denen die Bitcoins zunächst beim Anbieter oder einem Custodian verwahrt werden und vom Nutzer bei Bedarf abgezogen werden müssen.

Die Gebühren liegen bei Relai bei 0,9 Prozent pro Sparplan-Ausführung, die Mindestsparrate beträgt 50 EUR. Relai ist in der Schweiz unter der FINMA-Aufsicht registriert und besitzt eine MiCA-CASP-Lizenz von der französischen Regulierungsbehörde. Das Onboarding, inklusive der Identifikation, dauert in der Regel etwa fünf Minuten und erfolgt vollständig in der App. Zahlungen erfolgen per SEPA-Überweisung oder Kreditkarte.

Für Anleger, die Bitcoin als langfristiges Vermögen aufbauen wollen und für die die volle Kontrolle über ihre Coins wichtig ist, ist Relai sehr geeignet. Für alle, die das Prinzip "Not your keys, not your coins" ernst nehmen. Und für Anleger, die mit der Bitcoin-Only-Philosophie etwas anfangen können. Wer dagegen ein Universaldepot mit Aktien, ETFs und verschiedenen Kryptowährungen sucht, ist bei einem Neobroker besser aufgehoben.

Bitpanda: Bitcoin-Sparplan aus Österreich

Seit seiner Gründung 2014 in Wien hat sich Bitpanda zu einem der grössten Krypto-Broker Europas entwickelt. Mit über 650 handelbaren Kryptowährungen deckt Bitpanda im Gegensatz zu Relai ein sehr breites Feld ab. Für Bitcoin-Sparpläne bietet der Anbieter wöchentliche, zweiwöchentliche und monatliche Intervalle. Die Mindestsparrate beginnt bei zehn Euro.

Die Gebühren liegen bei einem Aufschlag von 0,99 Prozent plus einem variablen Markt-Spread. Alle Kosten stecken bereits im angezeigten Kaufpreis, bevor Sie bestätigen. Bitpanda ist in Österreich MiCA-lizenziert und unterliegt als Krypto-Dienstleister der BaFin-Aufsicht in Deutschland. Die Verwahrung erfolgt in eigener Infrastruktur, überwiegend in Cold Storage. Bitcoin lassen sich auf eine eigene Wallet transferieren, die Abhebegebühren sind moderat.

Eine Besonderheit sind die Krypto-Indizes, die Bitpanda als Sparplan anbietet. Der BCI 25 etwa bündelt die 25 grössten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung und funktioniert im Prinzip wie ein ETF für den Kryptomarkt. Für Bitcoin-Puristen ist das weniger interessant, für diversifizierungsorientierte Anleger kann es ein Grund sein, Bitpanda den reinen Bitcoin-Apps vorzuziehen.

Bison: Bitcoin-Sparplan von der Börse Stuttgart

BISON ist ein Produkt der EUWAX AG, einer Tochter der Börse Stuttgart. Die App positioniert sich als Einsteiger-Lösung mit besonders simpler Oberfläche, reguliert über die Börse Stuttgart Digital Custody GmbH mit MiCA-Lizenz in Deutschland. Für viele deutsche Anleger ist das ein Vertrauensfaktor: BISON kommt aus einer etablierten deutschen Finanzinstitution, nicht aus dem Silicon Valley oder der Krypto-Szene.

Die Mindestsparrate liegt bei einem Cent. Die Gebühren sind mit 1,25 Prozent etwas höher als bei Relai oder Bitpanda, dafür verzichtet BISON vollständig auf Transfergebühren bei Abhebungen auf eine eigene Wallet. Identifikation läuft per VideoIdent oder E-Ident. Die App bietet mittlerweile neben Kryptowährungen auch Aktien und ETFs, was sie für Anleger interessant macht, die eine einzige App für mehrere Anlageklassen suchen.

Einschränkend: Die Gebührenstruktur ist weniger transparent als bei Relai, und Transfers auf externe Wallets können rund einen Tag dauern. Für Anleger, die ihre Bitcoin regelmässig in eine Hardware-Wallet verschieben wollen, ist das eine spürbare Reibung.

Coinbase: Bitcoin-Sparplan des US-Marktführers

Coinbase ist mit Abstand der grösste Krypto-Anbieter weltweit und die erste Krypto-Plattform, die an einer US-Börse notiert wurde. In Europa verfügt Coinbase über eine MiCA-Lizenz aus Luxemburg. Die App ist in Sachen Bedienbarkeit gut. Das Produktangebot umfasst zahlreiche Kryptowährungen.

Die Gebühren sind allerdings der Wermutstropfen: Bei Standardkäufen fallen 1,49 Prozent an, die tatsächlichen Kosten sind durch den Spread aber oft noch höher und werden im Kaufprozess nicht vollständig angezeigt.

Der Sparplan ist verfügbar, die Mindestrate liegt bei einem Euro. Zahlungen sind per SEPA, Kreditkarte und PayPal möglich. Bitcoin lassen sich auf eine externe Wallet übertragen, die Gebühren dafür variieren allerdings nach Netzwerkauslastung und werden erst beim Abheben angezeigt. Für Anleger, die bereits Coinbase-Nutzer sind oder den grössten, ältesten US-Anbieter aus Vertrauensgründen bevorzugen, bleibt die Plattform eine Option. 

Trade Republic: Bitcoin-Sparplan im Neobroker-Depot

Trade Republic ist der einzige Anbieter in diesem Vergleich, der als voll lizenzierte Bank arbeitet und Bitcoin-Sparpläne in das Konzept eines klassischen Wertpapierdepots integriert. 

In einer einzigen App laufen Girokonto mit Debitkarte, Aktien, ETFs und Bitcoin. Wer ohnehin bei Trade Republic investiert, kann den Bitcoin-Sparplan einfach als weiteren Baustein ergänzen, ohne eine neue App, neue Log-ins oder ein neues Verrechnungskonto einzurichten.

Die Gebühren betragen 1 Euro pro Sparplan-Ausführung plus variabler Spread, was bei kleineren Beträgen prozentual höher ausfällt, bei grösseren Raten jedoch günstiger wird. Die Mindestsparrate beträgt einen Euro; wöchentliche, zweiwöchentliche und monatliche Intervalle stehen zur Verfügung. Trade Republic ist in Deutschland MiCA-lizenziert und verwahrt Kryptowerte in sogenannten Omnibus-Wallets, überwiegend in Cold Storage. Bitcoins lassen sich auf externe Wallets transferieren.

Eine Besonderheit von Trade Republic ist das sogenannte Saveback. Wer mit der Trade-Republic-Visa-Karte bezahlt, erhält 2 Prozent des Betrags als Rückfluss in einen frei wählbaren Sparplan, etwa in Bitcoin. Voraussetzung sind monatliche Sparplan-Ausführungen in Höhe von mindestens 50 EUR.

Für Anleger, die ein Allround-Depot suchen und Bitcoin als Beimischung halten wollen, ist Trade Republic eine der bequemsten Lösungen am Markt. Wer dagegen eine reine Bitcoin-Strategie mit eigener Verwahrung fährt, ist bei spezialisierten Anbietern besser aufgehoben.

Welcher Bitcoin-Sparplan ist der beste?

Den einen besten Bitcoin-Sparplan gibt es nicht. Welcher Anbieter für Sie geeignet ist, hängt davon ab, was Sie mit Ihrer Bitcoin-Investition erreichen wollen.

Wer Bitcoin als langfristige Anlage versteht, die volle Kontrolle über die eigenen Coins haben möchte und Wert auf einen Bitcoin-only-Ansatz legt, ist bei Relai wohl am besten aufgehoben. Die Non-Custodial-Struktur hebt den Anbieter strukturell von allen anderen ab.

Wer Bitcoin in einem bestehenden Wertpapierdepot halten und dabei Aktien, ETFs und andere Anlageklassen unter einem Dach bündeln möchte, findet bei Trade Republic das bequemste Gesamtpaket.

Anleger, die neben Bitcoin auch andere Kryptowährungen oder Krypto-Indizes besparen wollen, fahren mit Bitpanda gut. Für Einsteiger, denen eine deutsche Regulierung über die Börse Stuttgart wichtig ist, kommt BISON infrage. Coinbase ist eine Option für alle, die bereits Kunde sind.

Wer unsicher ist, mit welcher Strategie er Bitcoin sparen oder automatisch in Bitcoin investieren sollte, startet am besten klein. Eine monatliche Sparrate, die sich auch bei einem Totalverlust verkraften ließe, ist der ehrlichste Anfang. Der Durchschnittskosteneffekt wirkt über Jahre, nicht über Wochen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind volatil und mit vielen Risiken verbunden. Informieren Sie sich selbstständig und berücksichtigen Sie Ihre persönliche finanzielle Situation, bevor Sie investieren.

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