Mit der Offenlegung des letzten verbliebenen Stücks des Elstermühlgrabens erfährt der Wassertourismus in Leipzig eine neue Qualität. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit haben Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter am heutigen Montag den letzten Kilometer des Gewässers zwischen Elsterstraße und Lessingstraße für den Bootsverkehr freigegeben. Damit öffnet sich jetzt ein neuer Wasserweg von der Innenstadt Richtung Nordwesten in die Weiße Elster und weiter in die Saale bis nach Halle.
„Vor 25 Jahren stand hier nichts weiter als eine kühne Vision: Den Elstermühlgraben ans Licht holen, der Stadt ihren Flusslauf zurückgeben und damit die Stadt lebendiger und grüner zu gestalten“, sagt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Es brauchte damals enorme Vorstellungskraft, um sich diese grün-blaue Ader vorzustellen, an der wir heute stehen. Der Elstermühlgraben verbindet nun wasserwirtschaftliche Funktionen mit Stadtentwicklung, Klimaanpassung und Wassertourismus. Ich möchte an dieser Stelle allen Anwohnerinnen und Anwohnern danken, die über Jahre Lärm und Staub ertragen mussten – heute blicken sie von ihren Balkonen auf einen lebendigen Flusslauf inmitten der Großstadt.“
Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz:
„Der Elstermühlgraben ist ein Symbol für die Verbindung von Tradition und Moderne, an dem Hochwasserschutz, Geschichte und Lebensfreude zusammenfließen. Ich gratuliere der Stadt Leipzig zu diesem beeindruckenden Erfolg. Ob beim Flanieren am Ufer, beim Bootfahren oder einfach beim Ausruhen – ich bin überzeugt davon, dass der Elstermühlgraben ein Ort der Lebensqualität und ein zukünftiger Tourismusmagnet wird.“
Mit der Offenlegung des Elstermühlgrabens entsteht ein neuer Wasserweg mit 7 bis 10 Metern Breite. Karl Heines Vision wird damit – zumindest für Freizeitkapitäne – Wirklichkeit: Eine Wasserverbindung von Leipzig über Halle an die Nordsee. Dieser Kurs kann allerdings nur mit muskelbetriebenen Booten befahren werden und es muss einige Male umgetragen werden. Beachtet werden müssen die naturschutzfachlich begründeten Sperrzeiten.
Die Offenlegung des Elstermühlgrabens ist seit 2004 schrittweise umgesetzt worden. Die anspruchsvollen innerstädtischen Bedingungen unmittelbar an bestehenden Gebäuden und bei beengten Platzverhältnissen waren die größte Besonderheit der Bauarbeiten. Über die gesamte Projektlaufzeit wurden mehr als 43 Mio. Euro investiert, davon rund 29 Mio. Euro über sechs verschiedene Förderprogramme von Bund und Freistaat Sachsen sowie weitere Finanzgeber. Die Wasserbauarbeiten am finalen Teilbauabschnitt zwischen Elsterstraße und Lessingstraße, die seit März 2025 umgesetzt wurden, kosteten rund 6,4 Mio. Euro und wurden durch den Freistaat Sachsen zu 75 Prozent gefördert.
Im Rahmen des heutigen Festaktes wurde auch das sanierte Poniatowski-Denkmal neu aufgestellt, das im Rahmen der Offenlegung abgebaut werden musste. Durch seine neue Orientierung zum Fluss und nunmehr Teil der neu geschaffenen Uferpromenade hat es eine gestalterische Aufwertung erfahren.
Stanisław Kracik, Krakaus amtierender Stadtpräsident:
„Die erneute Enthüllung des restaurierten Denkmals für Fürst Józef Poniatowski in Leipzig ist ein bedeutendes Zeichen des Gedenkens und des Respekts vor der gemeinsamen Geschichte Polens, Sachsens und Europas. Poniatowski, der eng mit Krakau verbunden war und in der Völkerschlacht bei Leipzig fiel, steht bis heute für Mut, Ehre und den Einsatz für die Freiheit. Sein Andenken wird hier in Leipzig bewahrt und die Geschichte, die die Schicksale unserer beiden Städte miteinander verbindet, kann heute eine Quelle der Freundschaft und Zusammenarbeit sein. Dies ist ein besonders eindrucksvolles Symbol in einer Stadt, mit der Krakau seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft verbindet.“
Weitere Informationen gibt es im Internet auf:
www.leipzig.de/elstermuehlgraben
