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Staatssekretär Sören Trillenberg (links) überreicht Dr. Skadi Jennicke und Prof. Ronny Maik Leder den 2. Fördermittelbescheid für den Neubau des Naturkundemuseums im ehemaligen Bowlingtreff. Foto: Stadt Leipzig / SF
Staatssekretär Sören Trillenberg (links) überreicht Dr. Skadi Jennicke und Prof. Ronny Maik Leder den 2. Fördermittelbescheid für den Neubau des Naturkundemuseums im ehemaligen Bowlingtreff. Foto: Stadt Leipzig / SF

Vom „Lost Place“ zum „Place to be“: Neues Naturkundemuseum Leipzig erreicht Meilenstein

Fördermittelbescheid über 59,5 Millionen Euro wurde überreicht

15.01.2026 Stadtinformationen
Stadt Leipzig

Seit mehr als einem Jahr wird das denkmalgeschützte Oktagon auf dem Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz saniert – dort entsteht das neue Naturkundemuseum. Für die weiteren Baumaßnahmen hat Staatssekretär Sören Trillenberg der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke am Donnerstag einen Fördermittelbescheid über 59,5 Millionen Euro überreicht. Die Mittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen.

Der Großteil der Sanierung bzw. des Baus des neuen Museums steht noch bevor – und erfolgt unter der Erde: Die unterirdisch an das Oktagon anbindende, viergeschossige „Westhalle“ und die ebenso verbundene eingeschossige Osthalle werden so umgestaltet, dass sie für Dauer- und Wechselausstellung genutzt werden. Im Oktagon sollen Empfangsportal, Atrium sowie Verwaltungsräume entstehen. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex wurde ab den 1920er-Jahren als Umspannwerk bzw. Akkumulatorenhalle genutzt und in den 1980er-Jahren zu einem Bowlingtreff umgebaut. 

„Mit der Sanierung dieses bedeutenden Denkmals der Architektur- und Technikgeschichte investieren wir nicht nur in den Erhalt unseres kulturellen Erbes, sondern auch in die Zukunft unserer Region. Unter und auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz entsteht ein moderner Innovationshub, der Wissenschaft und Bildung in Sachsen stärkt. Dieser Ort wird nicht nur den Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft fördern, sondern auch dazu beitragen, die MINT-Fächer in Schulen und Universitäten weiter zu stärken. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Mitteldeutschen Revier und schaffen neue Perspektiven für die kommenden Generationen“, sagt Staatssekretär Sören Trillenberg vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL). 

„Mit dem neuen Naturkundemuseum am Bowlingtreff investieren wir gemeinsam mit dem Freistaat in die Zukunft unserer Stadt. Mitten im Stadtzentrum schaffen wir einen offenen Erlebnis- und Bildungsort, der Menschen aller Generationen für Natur und Wissenschaft begeistert. Dafür danke ich der Ministerin, dem Ministerpräsidenten und der gesamten Landesregierung, die dieses Projekt trotz der herausfordernden finanziellen Situation verlässlich unterstützen“, sagt Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. 

„Im Namen des gesamten Teams des Naturkundemuseums darf ich meine große Freude über den Besuch des Staatssekretärs zum Ausdruck bringen. Es ist ein starkes Signal des Freistaates und seiner Unterstützung als Promoter dieser außerordentlich wichtigen Bildungsstätte der MINT-Fächer. Es ist ein klares Bekenntnis, um der seit über einem Jahr auf Hochtouren laufenden Baustelle auch die nötige finanzielle Sicherheit für eine erfolgreiche Fertigstellung zu geben. Die Arbeiten gehen gut voran, denn Mitte des Jahres werden die großangelegten Medienumverlegungen auf dem Platz vollzogen sein und der eigentlichen Hauptbaumaßnahme das Feld überlassen. Die Rolle des Naturkundemuseums als Keimzelle naturwissenschaftlich begründeter Innovation und technologischen Fortschritts in Sachsen wird damit bestätigt und deutlich gemacht, dass vor allem dieses Wirken eine wichtige Prämisse des erfolgreichen Strukturwandels ist“, ergänzt Museumsdirektor Prof. Dr. Ronny Maik Leder.

Teil der Baumaßnahmen sind auch die Öffnung der Westhalle nach oben durch eine schräge, gewölbte oberirdische Dachkonstruktion sowie der Bau einer schachtartigen Öffnung an der Westseite, welche dem zukünftigen Museum einen Außenraumbezug und teilweise natürlichen Lichteinfall verschaffen. Das gesamte Gebäude ist ca. 135 Meter breit und reicht über vier Etagen mehr als 15 Meter in die Tiefe. Die Ausstellungsfläche wird insgesamt etwa 3.500 Quadratmeter betragen – der Altbau verfügt über lediglich 800 Quadratmeter. Das Gebäude insgesamt mit allen Nebenflächen und Büros wird über 8.000 Quadratmeter groß.

Für die momentan stattfindenden Baumaßnahmen am Oktagon hat die Stadt Leipzig im November 2024 bereits eine Förderung über 15,4 Millionen Euro erhalten – ebenfalls aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Damit wurden bauvorbereitende Maßnahmen wie die Entkernung des Altgebäudes finanziert.

Über das Naturkundemuseum

In über einhundertjähriger Tradition und mit jährlich um die 90.000 Besuchenden ist das Naturkundemuseum Leipzig eine zentrale Institution generationenübergreifender naturwissenschaftlicher Bildung. Als Archiv der Biodiversität ist es Gedächtnis einmaliger Wissenschaftshistorie, ein Ort der Wissenschaft, an dem in Flora, Fauna, Geologie und Archäologie gesammelt, bewahrt und geforscht und auch an zukünftigen Generationen weitervermittelt.

Weiterführende Links:
www.leipzig.de/neubau-naturkundemuseum
www.strukturentwicklung.sachsen.de



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