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Videoinstallation re:miserere des Künstlerduos Mailand / Innenhof im Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: MdbK
Videoinstallation re:miserere des Künstlerduos Mailand / Innenhof im Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: MdbK

Videoinstallation re:miserere des Künstlerduos Mailand / Innenhof im Museum der bildenden Künste Leipzig

Eröffnung am 7. Oktober 2026 um 18 Uhr im 3. Obergeschoss

07.10.2026 Kunst
Museum der bildenden Künste

Im voll besetzten Wartebereich einer Jobcenterfiliale beginnt die Sopranistin plötzlich zu singen, während der Tenor seinen Gesang zur Überraschung der Tiere inmitten eines Schweinestalls zum Besten gibt.

Mit der Mehrkanal-Videoinstallation re:miserere versetzt das Künstlerduo Mailand / Innenhof (*1988 / *1989) das „Miserere“ aus Giuseppe Verdis Oper „Il trovatore“ auf besondere Weise in unsere heutige Zeit. Dafür zerlegten sie die Arie in fünf Bestandteile: das Orchester, den Dirigenten, den Chor sowie Sologesang Sopran und Sologesang Tenor. Die Elemente ließen sie anschließend getrennt voneinander, jeweils unangekündigt an öffentlichen Orten aufführen und filmten diese Interventionen.

In einer gemeinsamen Projektion auf fünf verschiedenen Leinwänden wird das Gesangsstück nun in einem Ausstellungsraum des MdbK wieder zu einem mehr oder weniger geschlossenen Ganzen zusammengesetzt: „Miserere“ wird zu re:miserere. Die Eröffnung der Videoinstallation findet am Mittwoch, den 7. Oktober, um 18 Uhr im 3. Obergeschoss statt.

Neben der Jobcenterfiliale und dem Schweinestall haben Mailand / Innenhof weitere ungewöhnliche Aufführungsorte gewählt. Das vierköpfige Orchester spielt in einem Supermarkt neben dem Pfandautomaten, während der Dirigent die Nutzer*innen einer öffentlichen Bibliothek dirigiert und der Chor in ein Kirchenkonzert eingreift, um vor der Gemeinde zu singen. Mit den fünf Aufführungsorten bilden die Künstler unterschiedliche Teile des gesellschaftlichen Lebens ab.

Die Erhabenheit der Musik und die Qualität der Darbietung stehen dabei in einem starken Gegensatz zur Alltäglichkeit der Aufführungsorte. Diese Verfremdung führt den Betrachtenden die Widersprüche und Absurditäten unserer Zeit vor Augen.

Durch die gleichzeitige Projektion der fünf Teile wird die Arie in ihrer Gesamtheit gegenwärtig. Die Bruchstellen – sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch zwischen Kunst und Leben – bleiben aber dabei sichtbar.

DAS KÜNSTLERDUO MAILAND / INNENHOF
Seit 2015 besteht die künstlerische Zusammenarbeit von Günther Mailand (*1988 Ludwigsburg) und Hans Innenhof (*1989 Augsburg). Beide leben und arbeiten in Leipzig und Berlin.
Sie absolvierten ihr Diplomstudium an der Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (ABK) Stuttgart (2019); und der Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig (2023). Ihr Arbeiten wurden u. a. in Dresden, Leipzig, Weimar, Berlin, Stuttgart, Madrid/Spanien ausgestellt und mit zahlreichen Stipendien, Projektförderungen und Preisen ausgezeichnet. Dazu zählen der Akademiepreis der ABK Stuttgart (2017), Förderungen des Fonds Darstellende Künste (2022), der Kulturstiftung Sachsen und der Stadt Leipzig (2025). 2024 wurde das Künstlerduo für den Dokumentarfotografie Förderpreis der Wüstenrot Stiftung und den C/O Berlin Talent Award nominiert.

DIE INSTALLATION
re:miserere, 2025/2026, 8:45 min, Mehrkanal-Videoinstallation, Leihgabe der Künstler
Cast: Dirigent / Musikalische Leitung: Gellért Szabó; Sologesang: Madeline Cain, Steven Klose; Chor: Valentin Schneider, Barnabas Jacob Herrmann, Jean-Baptiste Mouret, Maximilian Bischofberger; Instrumente: Thomas Kolarczyk (Kontrabass), Susanne Stock (Akkordeon), Babett Niclas (Harfe), Myrsini Bekakou (Violine); Instrumentenbau (Bell): Friedrich Hartung

MAILAND / INNENHOF
RE:MISERERE
08.10.–08.11.2026
Museum der bildenden Künste Leipzig



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