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Neubau Lipsia Zwillinge, Foto: Peter Eichler / WG Lipsia
Neubau Lipsia Zwillinge, Foto: Peter Eichler / WG Lipsia

Verlässlicher Faktor am Wohnungsmarkt: WG „Lipsia“ eG investiert 2026 rund 23 Millionen Euro

Durchschnitt Kaltmiete 5,76 € /m2 - fast ein Viertel unter Leipziger Niveau

05.05.2026 Bauen
WG Lipsia eG

Die Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG (Lipsia) setzt ihren Investitions- und Modernisierungskurs auch 2026 konsequent fort. Insgesamt rund 23 Millionen Euro investiert die Genossenschaft in Instandhaltung, energetische Ertüchtigung und die Weiterentwicklung ihres Bestandes. Zentrales Einzelvorhaben bleibt die Uranusstraße 52-118 in Grünau, deren erster Bauabschnitt 2026 abgeschlossen werden soll. Parallel bereitet die Lipsia bereits den zweiten Bauabschnitt vor.

„Gerade in einem angespannten Marktumfeld bleibt Verlässlichkeit ein entscheidender Wert. Als Genossenschaft investieren wir nicht in kurzen Zyklen, sondern langfristig in gute Bestände, stabile Quartiere und bezahlbares Wohnen“, sagt Nelly Keding, Vorstandsvorsitzende der Lipsia. „Unser Kurs bleibt Kontinuität: Wir entwickeln unsere Bestände weiter, treiben Klimaschutz voran und behalten zugleich die wirtschaftliche Tragfähigkeit für unsere Mitglieder im Blick.“

Von den 23 Millionen Euro entfallen 12,5 Millionen Euro auf die Instandhaltung des Wohnungsbestandes. Weitere 8,6 Millionen Euro fließen in die Fortführung des ersten Bauabschnitts in der Uranusstraße. Parallel laufen Planung und Fördermittelbeantragung für den zweiten Bauabschnitt über die Förderrichtlinie „preiswerter Wohnraum“. Darüber hinaus investiert die Lipsia unter anderem in Strangsanierungen, Erneuerung von Balkonanlagen und Nachbezugsmaßnahmen im Bestand.

„Mit der Uranusstraße verbinden wir energetische Modernisierung, neue Wohnperspektiven und soziale Durchmischung“, sagt Rolf Pflüger, Vorstand Finanzwirtschaft der Lipsia. „Mit den 2025 fertiggestellten ,Lipsia-Zwillingen‘ haben wir einen nachhaltigen Neubau abgeschlossen; zugleich beschäftigen wir uns bereits mit den nächsten Entwicklungsschritten.“

Die Lipsia hält an ihrem Ziel fest, bis 2045 einen klimaneutralen Wohnungsbestand zu erreichen. Dazu setzt die Genossenschaft auf die schrittweise energetische Ertüchtigung ihrer Gebäude, die weitere Reduzierung des Energiebedarfs und die Transformation noch gasbasierter Bestände. In der Uranusstraße werden 2026 unter anderem Fassaden-, Obergeschoss- und Kellerdeckendämmung weiter umgesetzt.

Nach der Errichtung der siebten Photovoltaikanlage im Vorjahr sollen 2026 mindestens fünf weitere Anlagen folgen. Perspektivisch will die Lipsia den lokal erzeugten Strom stärker direkt den Mieterinnen und Mietern zur Verfügung stellen, statt ihn vor allem in das Netz einzuspeisen. Zugleich bereitet die Genossenschaft die Umstellung ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung auf den freiwilligen europäischen VSME-Standard vor.

„Nachhaltigkeit ist für uns die strategische Klammer für Neubau, Modernisierung und Bestandsentwicklung“, betont Rolf Pflüger. „Entscheidend ist, dass Klimaschutz in Form rückläufiger Energieverbräuche im Alltag unserer Mitglieder ankommt.“

Größte Sorge bereitet der Genossenschaft weiterhin die Entwicklung der Nebenkosten. Vor allem die Fernwärme wirkt sich auf die Warmmiete aus und belastet zunehmend viele Haushalte. Nach den jüngsten Betriebskostenabrechnungen verzeichnet die Lipsia mehr Ratenzahlungsvereinbarungen als in früheren Jahren.

„Für unsere Mitglieder ist am Ende die Warmmiete entscheidend. Deshalb brauchen wir mehr Verlässlichkeit bei den Energiepreisen, mehr Tempo in Verwaltung und Genehmigung und einen realistischen Blick auf die Belastungen, die aus der Wärmewende entstehen“, betonen Nelly Keding und Rolf Pflüger. „Klimaschutz und bezahlbares Wohnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

Über das Bauen hinaus versteht die Lipsia ihre Rolle ausdrücklich als soziale Vermieterin. Dies spiegelt sich zum einen in der durchschnittlichen Kaltmiete des Jahres 2025 von 5,76 € /m2 im Vergleich zum städtischen Durchschnitt von 7,32 € /m2 wider. Zum anderen gewinnen Gemeinschaft, Begegnungsangebote und verlässliche Ansprechpartner im Quartier in Zeiten steigender Belastungen weiter an Bedeutung. Untrennbar mit der Geschichte der Genossenschaft verbunden ist die Entwicklung des Stadtteils Leipzig-Grünau. Entsprechend umfangreich fällt das Engagement der Lipsia im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre Grünau“ in diesem Jahr aus.

Die Lipsia beteiligt sich in diesem Zusammenhang unter anderem an der „KunstWANDerung“ und weiteren gemeinsamen Stadtteilprojekten der Leipziger Wohnungsgenossenschaften, stellt ihr 25. Haus- & Hof-Fest in den Dienst des Jubiläums und unterstützt das Forschungsprojekt „Nukleus-Wohnen“ der RWTH Aachen. Ergänzt wird dies durch Formate wie ein Erzählcafé im „Lipsia-Club“ und das Engagement beim Schönauer Parkfest.

„Wo unsere Mitglieder wohnen, dort fühlen wir uns auch verantwortlich – im Bestand, im Quartier und im öffentlichen Dialog“, sagt Nelly Keding. „Dies gilt 2026 besonders für Grünau, aber ebenso für alle anderen Standorte.“



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