Im Rahmen der Ausstellung „Das Gedächtnis der Steine – Spuren jüdischer Geschichte und deutscher Besatzung in Thessaloniki“ (bis 8. August 2026) laden die Künstlerinnen Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl zu einer Reihe mit Filmvorführung, Gesprächen und einer Führung ein. Die Veranstaltungen vertiefen zentrale Themen der Ausstellung: Erinnerung und Verdrängung, jüdische Geschichte sowie die Frage, wie sich Geschichte in Bildern, Orten und Materialien einschreibt.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit von Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl steht Leipzigs Partnerstadt Thessaloniki in Griechenland – einst eine multiethnische Stadt, geprägt vom Zusammenleben jüdischer, muslimischer und christlicher Gemeinschaften. Die deutsche Besatzung und die Deportationen der jüdischen Bevölkerung während des Nationalsozialismus führten zur nahezu vollständigen Auslöschung dieses jahrhundertealten kulturellen Erbes. Fotografien und Texte der Ausstellung nähern sich den sichtbaren und unsichtbaren Spuren dieser Geschichte an und fragen nach den Möglichkeiten des Erinnerns.
Zum Begleitprogramm gehören drei Veranstaltungen:
Am Donnerstag, den 28. Mai 2026, um 19 Uhr findet eine Filmvorführung und ein Gespräch mit Max Geilke und Mario Forth aus Köln im LURU Kino statt. Der Dokumentarfilm „Salonika – A City with Amnesia“ (2018, 90 min, OmU) zeichnet die wechselvolle Geschichte Thessalonikis nach und thematisiert das Verschwinden jüdischen Lebens sowie die verdrängte Erinnerungskultur der Stadt. Im Anschluss sprechen die Filmemacher mit Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl. Vor Beginn der Veranstaltung, um 18 Uhr geben die Künstlerinnen zudem eine Einführung in die Ausstellung.
In der Gesprächsrunde „Fotografien sind, wie Steine, Speicher von Geschichte“ am Samstag, den 13. Juni 2026, um 18 Uhr, stellt der Pariser Fotograf Martin Barzilai sein Fotobuch „Cimetière Fantôme – Thessalonique“ (2023) vor, das aus seinen langjährigen Recherchen zur jüdischen Geschichte Thessalonikis hervorgegangen ist. Im Gespräch mit Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl berichtet er von seinen fotografischen Arbeiten zu den Fragmenten des ehemaligen jüdischen Friedhofs und den Erinnerungen der Stadt.
Gemeinsam mit Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl diskutiert der Archäologe und Historiker Anastasios Papadopoulos aus Thessaloniki am Donnerstag, den 2. Juli 2026, um 19 Uhr unter dem Titel „Die Schatten und Geister bleiben“ Fragen von Erinnerung und Geschichtsverlust. Ausgangspunkt sind die verschwundenen Orte jüdischer und osmanischer Geschichte Thessalonikis und die Frage, welche Bedeutung Erinnerung für Gegenwart und Zukunft einer Stadt besitzt.
Zusätzlich findet im Rahmen der Jüdischen Woche in Leipzig am Mittwoch, den 24. Juni 2026, um 17 Uhr eine Führung durch die Ausstellung mit der Autorin Karoline Mueller-Stahl statt. Bereits Anfang Juni nehmen Schülerinnen und Schüler aus Leipzig die Ausstellung und das Gespräch mit den Künstlerinnen zum Ausgangspunkt, um mit der Kunstvermittlung der HALLE 14 nach den Spuren jüdischer Geschichte in Leipzig zu suchen.
Gefördert wird das Projekt durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Stadt Leipzig im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen 2026.
