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Leuchtfeuer Wissenschaft ist der neue Zyklus des Studiums universale überschrieben, Foto: Julia Sophia / Fine Art
Leuchtfeuer Wissenschaft ist der neue Zyklus des Studiums universale überschrieben, Foto: Julia Sophia / Fine Art

Studium universale der Universität Leipzig entfacht Leuchtfeuer der Wissenschaft

Neuer Vorlesungszyklus beginnt am 16. Oktober 2019 mit einer Vorlesung zum Papyrus Ebers

11.10.2019Wissenschaft
Universität Leipzig

Das „Leuchtfeuer Wissenschaft!“ steht diesmal im Mittelpunkt des Studiums universale der Universität Leipzig. Der neue Zyklus startet am 16. Oktober 2019 mit einer Vorlesung zum Papyrus Ebers – einer 3.500 Jahre alten, fast 19 Meter langen Schriftrolle, die das medizinische Wissen Altägyptens anschaulich dokumentiert und seit 1873 in der Universitätsbibliothek aufbewahrt wird. Eine Woche später, am 23. Oktober 2019, blickt die Universität Leipzig auf die ereignisreiche Zeit ihrer Entwicklung nach der Friedlichen Revolution zurück.

In einem Podiumsgespräch erinnern sich drei bedeutende Protagonisten an diese Zeit des Umbruchs: Prof. Dr. Cornelius Weiss, der von 1991 bis 1997 Rektor der Universität war, Prof. Dr. Peer Pasternack, damals Studierendensprecher und heute Forscher an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, sowie Dr. Peter Gutjahr-Löser, der von 1991 bis 2005 Kanzler der Universität war. „Der Grundstein für die zukunftsfähigen und demokratischen Strukturen an der Universität Leipzig wurde vor 30 Jahren im Umfeld der Friedlichen Revolution gelegt. Für uns ist dieses Jubiläum Anlass, mit zentralen Akteuren der Transformationsprozesse der 90er Jahre ins Gespräch zu kommen“, sagt der ehrenamtliche Leiter des Arbeitskreises Studium universale, Prof. Dr. Frank Gaunitz. Insgesamt stehen 15 Veranstaltungen auf dem Programm. „An historischen und aktuellen Beispielen herausragender Forschung betrachtet das Studium universale das Wechselspiel zwischen Erkenntnis und ihrer gesellschaftlichen Wirkung“, so Gaunitz weiter.

Mit der Zukunft der Wertschöpfung in Sachsen befasst sich eine weitere Vorlesung am 30. Oktober und fragt, warum Daten diesen Prozess entscheidend beeinflussen. Eine Vor-Premiere erleben die Besucher am 8. November im Audimax: Der Dokumentarfilm „Der marktgerechte Mensch“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz nimmt den aktuellen Arbeitsmarkt kritisch unter die Lupe. Daran schließt sich eine Diskussionsrunde mit Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern an.

Ein aktuelles Problem, vor dem zahlreiche wissenschaftliche Mitarbeiter von Hochschulen stehen, greift die Veranstaltung „Strohfeuer statt Leuchttürme? Spitzenforschung an Universitäten zwischen Befristung und Burnout“ auf. Zwei junge Wissenschaftlerinnen der Universität Leipzig berichten am 4. Dezember aus ihrem beruflichen Alltag und stellen erstmals öffentlich ein Personalmodell vor, das von der Mittelbauinitiative erarbeitet wurde. Mit einer anderen Thematik, die viele Wissenschaftler betrifft, beschäftigt sich am 18. Dezember die Vorlesung zweier Mitarbeiterinnen der Universitätsbibliothek: „Facts and Fakes – Über die Macht der Verlage, Open Access und Prädatoren“. „Sie wollen die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, wie wissenschaftliche Publikationen heute zustande kommen und mit welchen Schwierigkeiten die Forscher dabei zu kämpfen haben“, berichtet Dr. Dominik Becher, der Koordinator der Vorlesungsreihe.

Leuchtfeuer der Wissenschaft entfachten auch der Universalgelehrte Wilhelm Ostwald, der an der Universität Leipzig lehrte und als einer der Begründer der Physikalischen Chemie gilt, sowie der Philosoph und Pionier der Psychologie, Wilhelm Wundt, der 1875 als Professor an die Universität Leipzig berufen wurde und hier das weltweit erste Labor für experimentelle Psychologie eröffnete. Beide Forscher stehen im Fokus weiterer Vorlesungen des Studiums universale. Zum Abschluss des Zyklus‘ dreht sich am 5. Februar kommenden Jahres alles um das Thema 100 Jahre Volkshochschulen in Deutschland. „Im Sommersemester 2020 legen wir in Kooperation mit der Bewegung ‚Students for Future‘ ein Klima-Semester ein“, sagt Becher. Studium universale werde sich dann den neuesten Erkenntnissen der Klimaforschung und den Konsequenzen aus dem Klimawandel widmen.

Das Studium universale an der Leipziger Universität wird organisiert von einem Arbeitskreis aus Mitarbeitern verschiedener Disziplinen der Universität und Partnern aus verschiedenen Einrichtungen der Stadt Leipzig. Es handelt sich um eine Reihe von interdisziplinären Ringvorlesungen zu wechselnden, weit gefassten Themen. Sie richtet sich sowohl an Studierende und Mitglieder der Leipziger Universität als auch an die Leipziger Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei. Die Vorlesungen finden in der Regel um 19:00 Uhr im Hörsaal 3, Hörsaalgebäude, Campus Augustusplatz, statt.



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