Audiomitschnitte von Gerichtsverfahren sind in Deutschland eine seltene Form historischer Überlieferung. Während Tonaufnahmen von Prozessen in der Bundesrepublik lange grundsätzlich verboten waren, finden sich aus der DDR im Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv eine Vielzahl von Mitschnitten. Mit der neuen Online-Audio-Edition „Töne der Repression“ macht das Stasi-Unterlagen-Archiv nun erstmals Tonaufnahmen von DDR-Spionageprozessen systematisch zugänglich. Sie dokumentieren nicht nur Inhalte, sondern auch Sprache, Tonfall und Dynamiken im Gerichtssaal und ermöglichen so Einblicke in Abläufe politischer Strafjustiz und eröffnen neue Perspektiven auf die Inszenierung von Gerichtsprozessen und die Arbeit der Geheimdienste im Kalten Krieg.
Am Donnerstag, 26. November 2026, um 18.30 Uhr stellen Mark Laux und Roland Funke (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv) die Online-Audio-Edition „Töne der Repression“ im Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig vor.
Bislang umfasst die Online-Audio-Edition den Spionageprozess gegen Wilhelm Lehmann und sechs weitere Angeklagte vor dem Obersten Gericht der DDR vom 9. bis 13. Juni 1955. Der Prozess steht exemplarisch für die politische Instrumentalisierung von Strafverfahren im frühen Kalten Krieg und für die enge Verzahnung von Staatssicherheit, Justiz und Propaganda. In den kommenden Jahren wird die Edition schrittweise um weitere Spionageprozesse ergänzt.
Die Online-Audio-Edition im Internet:
www.toene-der-repression.de
Termin:
Donnerstag, 26. November 2026, 18:30 Uhr
Referenten:
Dr. Mark Laux und Dr. Roland Funke (Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv)
Ort:
Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig
Dittrichring 24
04109 Leipzig
Der Eintritt ist frei.
Das Gebäude ist nicht vollständig barrierefrei.
