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Mendelssohn-Haus Leipzig - Sonderausstellung, Foto: Andreas Schmidt
Mendelssohn-Haus Leipzig - Sonderausstellung, Foto: Andreas Schmidt

STARK! Leipzigs Musikmuseen widmen Frauen der Musikszene ein Themenjahr

Start am 31. Mai 2024 im Mendelssohn-Haus und Schumann-Haus

31.05.2024Stadtinformationen
Leipzig Tourismus und Marketing GmbH

Leipzigs Musikmuseen vereinen sich zu einem Themenjahr und richten ab dem 31. Mai 2024 unter dem Motto „STARK!“ den Blick auf die Frauen. Weibliche Lebenswelten, so der Untertitel, werden unter der Projektleitung des Mendelssohn-Hauses von Bach-Museum, Schumann-Haus, Stadtgeschichtlichem Museum, Grieg-Begegnungsstätte und Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig beleuchtet. Ob Mendelssohns Ehefrau Cécile, Sängerin Livia Frege, Clara Schumann oder die Frauen der Bachfamilie – die Musikstadt Leipzig wurde von hochinteressanten Frauen geprägt, die zugleich europäische Musikgeschichte geschrieben haben. Das vielfältige Programm des Themenjahres umfasst Ausstellungen, Führungen, Konzerte, Podiumsgespräche und pädagogische Angebote, die die Vitalität und die gemeinsame Gestaltungskraft der Akteure der Musikstadt Leipzig zeigen.

Gefördert wird das Themenjahr von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig. „Das Projekt eröffnet uns Einblicke in Biografien bemerkenswerter Frauen, deren Stärke bis in unsere Gegenwart hineinwirkt und zugleich nachfolgende Generationen in ihrem Wirken bestärken möge“, so Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig.

Nach dem erfolgreichen, viel beachteten Leipziger Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag von Clara Schumann 2019 (CLARA19) setzen die Musikerhäuser erneut auf Zusammenarbeit und nutzen die unterschiedlichen Blickrichtungen der einzelnen Institutionen.

Start des Themenjahres am 31. Mai im Mendelssohn-Haus und Schumann-Haus

Offiziell eröffnet wird das Themenjahr „STARK! Weibliche Lebenswelten in den Leipziger Musikmuseen“ am Freitag, 31. Mai, 17 Uhr, im Mendelssohn-Haus. Zu sehen ist erstmals die neue Kabinettausstellung über „Die unbekannte Schöne“, Cécile Jeanrenaud, die Frau von Felix Mendelssohn Bartholdy. Neben ihrer häufig gerühmten Schönheit, ihren gesanglichen und zeichnerischen Talenten und ihrem sanften Gemüt hat sie offenbar das perfekte familiäre und gesellschaftliche Umfeld für den Komponisten, Stardirigenten und Klaviervirtuosen geschaffen. Die von Juliane Baumgart-Streibert und Cornelia Thierbach kuratierte Ausstellung im Gartenhaus skizziert und hinterfragt die Persönlichkeit der Cécile Mendelssohn Bartholdy. 19:30 Uhr, ebenfalls am Freitag, erklingen im Schumann-Haus Lieder von Clara Schumann, Ethel Smyth und Alma Mahler. Das moderierte Konzert „HERstory unleashed“ schafft Raum, das Erbe bemerkenswerter Komponistinnen zu würdigen und den Einfluss ihrer Musik auf die heutige Zeit zu reflektieren. Der Eintritt ist bei beiden Veranstaltungen frei.

Die Frauen der Bachs

Das Bach-Museum verleiht den Frauen der weitverzweigten Musikerfamilie Bach die ihnen gebührende Stimme: In der Sonderausstellung „Die Stimmen der Frauen aus der Bach-Familie“ (24.05.–10.11.2024) erzählen 33 Frauen an Hörstationen aus ihrem Leben – von Bachs Mutter bis zu seinen Urenkelinnen. Einige von ihnen werden näher beleuchtet und als Familien-Managerinnen, Sängerinnen, Geschäftsfrauen oder Mitglieder einer Wohngemeinschaft am Leipziger Neukirchhof vorgestellt. Exponate und Dokumente geben Einblicke in ihr Leben und ihre Handlungsspielräume, Musikbeispiele führen in das Repertoire der Sängerinnen ein. Frauenporträts aus der Sammlung des Dirigenten und Cembalisten Ton Koopman (Präsident des Bach-Archivs Leipzig) und zugehörige Hörstationen weiten den Blick auf europäische Bühnenkünstlerinnen, Komponistinnen, Dichterinnen und Laienmusikerinnen. Die von Kerstin Wiese und Henrike Rucker kuratierte Ausstellung basiert auf den langjährigen Forschungen der Musikwissenschaftlerin Maria Hübner.

Livia Frege im Stadtgeschichtlichen Museum

Livia Frege galt zu ihren Lebzeiten als gefeierte Sängerin und berühmte Leipziger Salonière, die mit Felix und Cécile Mendelssohn Bartholdy sowie Clara und Robert Schumann befreundet war. Als „unsere hiesige Nachtigall und Lerche“ beschrieb Mendelssohn sie und widmete ihr mehrere Lieder. Heute erinnern in der Stadt der Liviaplatz und die Liviastraße an die Leipziger Persönlichkeit, die nach ihrem Tod in Vergessenheit geriet. Das Stadtgeschichtliche Museum nimmt die Künstlerin ab Juni 2024 im Rahmen des digitalen Rundgangs „MXM – Museum Ex Machina“ in die Dauerausstellung im Alten Rathaus auf. Mit Hilfe eines iPads und einer dort aufgespielten Augmented Reality-App treffen Gäste im Ausstellungsbereich „Musikstadt“ auf die Sängerin. Am 2. Juni, 15 Uhr, wird zu Ehren von Livia Frege in der Alten Börse ein musikalischer „Livia-Salon“ mit Gespräch veranstaltet.

Führungen, Workshops, Konzerte

Musikerinnen, Komponistinnen und Instrumentenbauerinnen wie Francesca Caccini oder Nannette Streicher-Stein sowie musikalische Aktivitäten von Frauen seit der frühen Neuzeit rückt das Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig in einer monatlich stattfindenden Themenführung ab 22. Juni in den Mittelpunkt. Ausgehend von dem in Leipzig gegründeten ersten „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“ (ADF) beleuchtet ein Workshop im Schumann-Haus die Lebensläufe von Clara Schumann und Luise Otto-Peters hinsichtlich feministischer Spuren. Der Workshop ist für Schüler ab Klassenstufe 9 (mind. 10 Personen) das ganze Jahr buchbar. Die Grieg-Begegnungsstätte feiert mit einem Konzert in Kooperation mit der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft am 3. November „Zehn Jahre Leipziger Frauenporträts online“.

Weitere Spezialführungen, Diskussionsrunden und Konzerte runden das Programm „STARK!“ ab.

Weitere Informationen und Gesamtprogramm:
schumannhaus.de/veranstaltungen/stark



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