Der Kohlrabizirkus soll künftig den Eingang in ein lebendiges und urbanes Life-Science-Quartier „Alte Messe West" bilden. Für die frühere Großmarkthalle hat die Stadtspitze jetzt ein entsprechendes Nutzungskonzept auf den Weg gebracht. Oberbürgermeister Burkhard Jung sagt: „Die imposante Architektur macht den Kohlrabizirkus zu einem Wahrzeichen für die gesamte Stadt. Das Nutzungskonzept zeigt nun den Weg, wie der Kohlrabizirkus saniert und schrittweise mit Leben gefüllt werden kann. Kultur, Sport und Freizeit setzen neue Impulse für die gesamte Entwicklung des Stadtquartiers an der Alten Messe West."
Damit ist der Grundstein für eine schrittweise Weiterentwicklung des Gebäudes gelegt, das sich im Eigentum der stadteigenen Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH & Co. KG (LEVG) befindet. Baubürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Dienberg dazu: „Mit der städtischen Entwicklungsgesellschaft gelingt es der Stadt, ein herausragendes Denkmal der Ingenieurbaukunst wieder vollständig mit Nutzungen zu beleben. Das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes hilft uns dabei, die ersten wichtigen Schritte erfolgreich gehen zu können.“
Neben dem Ausbau der Sportnutzung in der Nordkuppel durch den Eiszirkus sollen weitere Nutzungen in der markanten und formal größten frei-spannenden Stahlkonstruktion der Welt integriert werden. So ist beispielsweise eine Boulderhalle in Vorbereitung. Die Südkuppel soll für eine kulturelle Nutzung entwickelt werden. Hier laufen bereits Gespräche mit potentiellen Betreibern. Weitere gastronomische und kulturelle Angebote sollen dieses Angebot künftig abrunden.
Der tiefliegende Hof, der früher der Anlieferung des Gemüsegroßhandels diente, soll künftig geöffnet und durch Clubs, Bars und Ateliers belebt werden. Parallel wird die Nutzung der kleinteiligen Büroflächen, die bereits heute zu über einem Drittel vermietet sind, intensiviert.
Dies erfordert umfassende Investitionen in den Gebäudebestand und das neue Konzept. Sebastian Pfeiffer, Geschäftsführer der LEVG, sagt: „Bereits Ende 2025 hat der Aufsichtsrat der LEVG in einem ersten Schritt über 15 Millionen Euro für die Sanierung der Gebäudehülle, die Trockenlegung sowie die Sanierung von Technik sowie für den Brandschutz freigegeben. Gemeinsam mit dem zeitgleich eingereichten Gesamtbauantrag ist damit der Grundstein für die Revitalisierung gelegt."
In den kommenden Jahren werden noch einmal zusätzlich rund 15 Millionen Euro für das Gebäude benötigt, damit es umfassend vermietet und langfristig erhalten werden kann. Finanziert werden soll dies über bereits erfolgte Einlagen der Stadt Leipzig in Höhe von 5,4 Millionen Euro und bewilligte Fördermittel für die denkmalgerechte Sanierung der Südkuppel sowie der Brückenbauwerke in Höhe von 1,45 Millionen Euro. Auch Kredite der Gesellschaft sind dafür nötig, die sich aus Mieteinnahmen refinanzieren.
Die LEVG bemüht sich kontinuierlich um weitere Fördermittel: So wurden kürzlich durch den Bund Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm bewilligt, um Tore, Türen und Fenster denkmalgerecht zu sanieren. Ebenso wurde eine Förderung beantragt, um das Eisportzentrum ausbauen zu können.
