Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Leipziger Stadtteils Grünau zeigt das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig unter dem Titel »Aus der Kuchengartenstraße nach Grünau« eindrückliche Foto-Collagen von Karla Voigt. Die Ausstellung ist vom 3. Juni bis 22. September 2026 Dienstag 13 bis 18 Uhr und Donnerstag 10 bis 15 Uhr im Stadtteilladen Grünau kostenfrei zugänglich.
Vor 50 Jahren (1976) wurde der Grundstein für Grünau gelegt. Mit dem überall in der DDR gebauten Plattenbausystem „Wohnungsbauserie 70“ (WBS 70) sollte hier Wohnraum für bis zu 100.000 Menschen entstehen. 1989 war Grünau Leipzigs bevölkerungsreichster Stadtteil.
Nach starkem Bevölkerungsrückgang, Leerstand und Abrissen in den Nachwendejahrzehnten leben heute wieder ca. 50.000 Menschen hier.
Karla Voigt dokumentierte von 1979 bis 1981 im Rahmen ihrer Diplomarbeit den Umzug einer Hausgemeinschaft aus der desolaten Kuchengartenstraße 8 im Stadtteil Reudnitz in die neuen Plattenbauten mit Bad und Zentralheizung in der Großwohnsiedlung Grünau. Mit einem einfühlsamen Blick hielt die Fotografin den Alltag zwischen Baustelle und modernem Wohnen fest. Die Bilder behandeln die Sehnsüchte der Menschen sowie auch die Versuche, nach dem Umzug soziale Beziehungen zu bewahren oder neue zu finden.
Karla Voigt war von 1978 bis 1988 beim Verlag für die Frau angestellte Fotografin und 19 Jahre an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle als Dozentin für Fotografie tätig.
Die Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig ist in Kooperation mit der Fotografin Karla Voigt und dem Quartiersmanagement Grünau entstanden. Alle gezeigten Foto-Collagen sind Teil der Sammlung des Museums.
