Das ging flott: Ein halbes Jahr, nachdem der Grundstein für 121 Senioren-Wohnungen in der Essener Straße gelegt wurde, folgte nun das Richtfest. Der Neubau in Leipzig-Mockau ist das erste Projekt, das die LWB über den GdW-Rahmenvertrag in serieller Bauweise realisiert.
Die Module kommen mit einem hohen Vorfertigungsgrad auf der Baustelle an, lediglich der Zusammenbau findet dann noch vor Ort statt. Bis zum kommenden Sommer entstehen so in der Essener Straße 121 geförderte Senioren-Wohnungen. Neben dem bereits fertiggestellten Neubau in der Kieler Straße ist dies das zweite Projekt der LWB in Mockau, das auf die Bedürfnisse der älteren Mieterinnen und Mieter ausgerichtet ist. Alle Wohnungen sind barrierefrei, einige sind für Rollstuhlfahrer geplant.
„Wir bauen für verschiedene Zielgruppen in Leipzig“, erklärt Doreen Bockwitz, Geschäftsführe rin Wohnungswirtschaft und Bau. Gerade im Stadtteil Mockau sei der Bedarf an altengerechtem Wohnen besonders hoch. „Das Durchschnittsalter in Mockau-Nord, in dem sich beide Neubauten befinden, liegt bei 45,9 Jahren“, so Bockwitz. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter auf ganz Leip zig gerechnet, liegt etwa vier Jahre darunter. „Es ist richtig und wichtig, dass wir als kommunaler Vermieter unsere Verantwortung wahrnehmen, allen ein Zuhause in Leipzig zu geben. Dazu zählen auch Senioren.“ Die Wohnungen verfügen alle über einen Balkon oder eine Terrasse und sind bar rierefrei, einige sind für Rollstuhlfahrer geplant. Ins Erdgeschoss ziehen eine Tagespflege und eine Physiotherapie. Das Gebäude soll im kommenden Jahr bezugsfertig sein.
Für die LWB ist die Essener Straße ein besonderes Projekt. Das Unternehmen ist damit in den seriellen Wohnungsbau eingestiegen. „Das macht den Neubau effizienter und kostensparender“, sagt Kai Tonne, Geschäftsführer Finanzen und Vermögenssteuerung. Durch die Vorfertigung der Module in einer Fabrik sei der Bau zudem deutlich wetterunabhängiger. Mit diesem Projekt wird durch die LWB erstmals in Ostdeutschland ein Vorhaben aus der Rahmenvereinbarung des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW „Serielles und modulares Bauen 2.0“ umgesetzt. „Die Wohnungen werden Haushalten mit kleinem Einkommen zur Verfügung stehen“, so Tonne. Durch Mittel aus dem Förderprogramm „Gebundener Mietwohnungsbau“ des Freistaates Sachsen werden die Wohnun gen mit einer Kaltmiete von 6,80 Euro je Quadratmeter an den Markt gehen. Voraussetzung zur Anmietung ist ein weißer Wohnberechtigungsschein.
„Die LWB ist ein starker Partner bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum“, sagt Thomas Dienberg, Baubürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der LWB. „Hier in der Essener Straße entstehen 121 barrierefreie Wohnungen, vor allem für Menschen mit kleineren Einkommen.“ Dies ist dank 8,8 Millionen Euro Landesförderung und etwa einer Million Euro Zuschuss aus dem städti schen Haushalt möglich.“ Das Gebäude entstehe in Holz-Hybrid-Bauweise. Zudem erhält die neue Wohnanlage einen grünen Innehof, Fassadenbegrünung, Gründach und eine Photovoltaikanlage. „Das zeigt, dass sozialer Wohnungsbau und Klimaschutz zusammen funktionieren.“
Realisiert wird das Vorhaben mit der Ed. Züblin AG als Generalübernehmer. „Was die LWB hier in dieser Stadt leistet, ist für mich ein ausgesprochen positives Referenzbeispiel – und zugleich ein Vorbild, das Maßstäbe setzt“, sagt Bereichsleiter Marcel Merker. „Über die Notwendigkeit von be zahlbarem Wohnraum wird derzeit sehr viel gesprochen. Die Rahmenbedingungen sind schwierig: hohe Baukosten, hohe Anforderungen, begrenzte finanzielle Spielräume – bei gleichzeitig großem gesellschaftlichem Bedarf. Und genau hier liegt für mich ein wesentlicher Unterschied: Bei der LWB bleibt es nicht bei Wunschvorstellungen und Worten. Aus Zielen wird zielgerichtetes Handeln. Und aus diesem Handeln entstehen tatsächlich Wohnungen.“
Neben der Essener Straße hat die LWB aktuell fünf weitere Baustellen: 91 Wohnungen entstehen in der Wunderlichstraße, 202 in der Johannisallee, 97 in der Judith-Auer-Straße, 39 in der Grünauer Allee und 50 in der Plovdiver Straße. Zudem sind weitere Projekte in der konkreten Planung.
