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Eine Seite im Leipziger Machsor. Das mittelalterliche, zweibändige Manuskript weist eine beeindruckende Größe von 49 x 36 cm auf.
Eine Seite im Leipziger Machsor. Das mittelalterliche, zweibändige Manuskript weist eine beeindruckende Größe von 49 x 36 cm auf.

Schön, kostbar, gigantisch: Leipziger Machsor wird erstmals nach 17 Jahren ausgestellt

Eröffnung der neuen Sonderausstellung am 10. September 2026

04.09.2026 Wissenschaft
Universitätsbibliothek (Bibliotheca Albertina)

Am 10. September 2026 eröffnet die Universitätsbibliothek (UB) Leipzig in der Bibliotheca Albertina ihre neue Sonderausstellung: „EinBlick #10: Schön, kostbar, gigantisch. Der Leipziger Machsor“. Die berühmte hebräische Handschrift aus dem frühen 14. Jahrhundert ist jüdisches Kulturerbe der Superlative: Das gewaltige, zweibändige Manuskript enthält die Gebete und Gesänge für die jüdischen Festtage und ist reich mit kostbarer Buchmalerei geschmückt. Im Rahmen des Themenjahres „Tacheles“ ist der Leipziger Machsor bis zum 25. Oktober erstmals seit 17 Jahren wieder öffentlich zu sehen – jede Woche mit einer neuen Seite.

Eine Seite im Leipziger Machsor. Das mittelalterliche, zweibändige Manuskript weist eine beeindruckende Größe von 49 x 36 cm auf.

Der Leipziger Machsor zählt zu den international berühmtesten hebräischen Handschriften des europäischen Mittelalters. Er wurde im frühen 14. Jahrhundert für die bedeutende jüdische Gemeinde in der rheinischen Bischofsstadt Worms angefertigt. „Das gewaltige Format der zweibändigen, auf Pergament geschriebenen Handschrift, die erlesene Kalligraphie und die reiche Ausmalung mit kostbaren Deckfarben und Gold zeugen vom Reichtum des Auftraggebers und dem repräsentativen Anspruch dieses Buches“, erläutert Ausstellungskurator Dr. Christoph Mackert.

Eine Begutachtung im Jahr 2005 zeigte, dass sich die Farbschichten der Buchmalerei abzulösen drohten. Sie wurde daraufhin von einer führenden konservatorischen Spezialistin aufwendig gesichert. Da jedes Wenden der großformatigen und schweren Pergamentblätter die Malschichten erneut lockern kann, wird die Handschrift nur noch in Ausnahmefällen gezeigt.

„Es ist uns als Universitätsbibliothek ein besonderes Anliegen, dieses außergewöhnliche Zeugnis jüdischen Kulturerbes im Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hierfür wurden die Malschichten im Machsor eigens von unserer Restaurierungswerkstatt noch einmal stabilisiert.“ erklärt Dr. Anne Lipp, Direktorin der UB Leipzig.  

Im Rahmen der Ausstellung werden sechs Doppelseiten gezeigt, beginnend mit der Liturgie für das Neujahrsfest Rosch ha-Schana, das in diesem Jahr vom 11. bis 13. September gefeiert wird. Die neuen Seiten werden jeweils ab donnerstags zu sehen sein, es lohnt sich also ein mehrfacher Besuch.

Noch 1553 war der Machsor in Worms in Gebrauch. Wohl infolge der Versuche, die jüdische Gemeinde zu vertreiben, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts einsetzten, gelangte die Handschrift nach Galizien in das heutige Ostpolen: Nachträge nennen Rabbiner aus Szczebrzeszyn/Shebreshin und Lesko/Lisk. 1746 wurde der Machsor schließlich in Leipzig zum Verkauf angeboten. Die UB Leipzig erwarb ihn unter ihrem damaligen Leiter Christian Friedrich Börner.

Ein Machsor, auch Mahzor, ist bis heute zentrales Buch im religiösen Leben des Judentums. Er enthält die Gebete und Lesungen, die an den besonderen Festtagen im Jahreskreislauf vorzutragen sind. Der Name bedeutet ursprünglich „Wiederholung“ und wurde auf den jährlichen Zyklus der Festtagsliturgie in der Synagoge übertragen. Aus dem europäischen Mittelalter haben sich einige wenige Machsorim erhalten.

Website zur Ausstellung:
www.ub.uni-leipzig.de/ueber-uns/ausstellungen/einblick/einblick-10-schoen-kostbar-gigantisch-der-leipziger-machsor



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