Nach rund einjähriger Bauzeit sind die Mauern und Treppenanlagen auf der Ostseite des Richard-Wagner-Hains in Leipzig denkmalgerecht saniert. Damit ist ein erster Bereich am ehemaligen Denkmalplatz südlich der Zeppelinbrücke fertiggestellt. Gefördert wurde die Maßnahme anteilig durch das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“.
„Mit der Sanierung der Mauern und Treppen ist ein wichtiger Teil des östlichen Richard-Wagner-Hains wiederhergestellt“, konstatiert Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. „Der ehemalige Denkmalplatz ist ein Ort, der nicht nur durch seine Gestaltung, sondern auch durch seine wechselvolle Geschichte geprägt ist. Deshalb wollen wir die historische Substanz bewahren und zugleich Raum für eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit diesem Ort schaffen. Die geplante Nutzung der Mauernischen für wechselnde Kunstausstellungen ist dafür ein wichtiger Baustein.“
Insgesamt wurden acht Mauerabschnitte und vier Treppenanlagen instandgesetzt. Ziel war es, die historische Substanz des als Gartendenkmal geschützten Richard-Wagner-Hains möglichst weitgehend zu erhalten. Natursteinstufen, Mauersteine und Abdeckplatten konnten bewahrt oder wieder eingebaut werden. Notwendige Ergänzungen wurden denkmalgerecht ausgeführt. Die Sanierung dieses ersten Bauabschnittes kostete rund 1,2 Mio. Euro und wurde zu zwei Dritteln durch das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ im Fördergebiet „ZSP zwischen Auwald und Promenadengrün“ gefördert, das vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung koordiniert wird. Umgesetzt wurde die Maßnahme durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer.
Aktuell laufen die Arbeiten an den Wege- und Platzflächen im zweiten Bauabschnitt. Diese sollen den Bereich künftig wieder stärker als Aufenthaltsort nutzbar machen. Die Planung sieht unter anderem die denkmalgerechte Erneuerung sowie eine Ergänzung der Ausstattung vor.
Eine besondere Rolle soll künftig der Geschichte des ehemaligen Denkmalplatzes zukommen: Er war ursprünglich Teil der Planungen für ein monumentales Richard-Wagner-Denkmal, das während der Zeit des Nationalsozialismus in Leipzig entstehen sollte, jedoch nie fertiggestellt wurde. Voraussichtlich ab Anfang 2027 ist vor Ort im Bereich der heute noch vorhandenen Mauern und Treppen eine Ausstellung für wechselnde zeitgenössische Kunst vorgesehen. Damit soll der historische Platz auch aus heutiger Perspektive neu erfahrbar werden. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Programm Stadtkuratorin Leipzig, dem Programm für Kunst im öffentlichen Raum, im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Leipzig vorbereitet.
Bereits in den vergangenen Jahren waren weitere Bereiche der Anlage denkmalgerecht saniert worden, darunter die Pergola und Terrassenmauern sowie die große Freitreppe, die Bastionen und Wasserbecken auf der Westseite. Die Sanierung der östlichen Mauern und Treppen setzt diese schrittweise Erhaltung und Wiederherstellung der Gesamtanlage fort.
Weitere Informationen gibt es auf www.leipzig.de/richard-wagner-hain und www.stadtkuratorin-leipzig.de.
