Die Reihe „Architektur im Film“ ist am 22. September 2026, ab 18 Uhr, mit einer Dokumentation über Erich Mendelsohn zu Gast im GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig: Mendelsohn (1887 – 1953) war ein weltweit gefragter Architekt, der expressionistische Bauten wie das Potsdamer Einstein-Observatorium oder den De La War Pavillion in Bexhill-on-Sea entwarf, auch die Pläne für die Kaufhäuser der jüdischen Gebrüder Schocken in Chemnitz und Stuttgart stammen von ihm. 1933 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft aus der preußischen Akademie der Künste geworfen, siedelte zunächst nach England und später in die USA über.
Der Film „Erich Mendelsohn – Visionen für die Ewigkeit“ (2011) des israelischen Regisseurs Duki Dror nun zeichnet ein Portrait von Mendelsohn und seiner Frau Luise, anhand ihrer Memoiren sowie eines Briefwechsels: Kurz nach seinem Architekturstudium in München brach der Erste Weltkrieg aus, die Frontpost an seine spätere Frau beinhaltete bereits erste Ideen und architektonische Skizzen. Dror rekonstruiert die Lebensgeschichte des Architekten daher eher unkonventionell – bis hin zum turbulenten Eheleben – doch auch für eher werkinteressierte Zuschauerinnen und Zuschauer lohnt sich der Film.
Die Veranstaltung im GRASSI Museum beginnt um 18 Uhr mit einer Begrüßung durch die Koordinatorin für Baukultur, Nora Gitter. Der aus Leipzig stammende Fotograf Louis Volkmann spricht dann über „Architekturfotografie zwischen Moderne und Gegenwart“: Die von Mendelsohn entworfene Hutfabrik in Luckenwalde hat Volkmann ebenso fotografiert wie die Alte Hauptpost in Leipzig. Seine Fotos sind dabei vor allem an der Funktion der Architektur für Menschen und ihren Alltag ausgerichtet. Diesen Ansatz teilt er mit Mendelsohn, dessen Entwürfe immer auch in einem städtebaulichen und sozialen Umfeld verortet waren und nicht isoliert funktionieren sollten. Gegen 19 Uhr wird „Erich Mendelsohn – Visionen für die Ewigkeit“ gezeigt.
„Architektur im Film“ ist eine Reihe des Zentrums für Baukultur Sachsen (ZfBK) zusammen mit der Stadt Leipzig. Gezeigt werden einmal im Monat Kino- und Fernsehproduktionen, die das Thema Architektur auf herausragende Weise aufbereiten oder darstellen. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist jeweils frei.
Nächster Termin der Reihe ist am 27. Oktober 2026, 18 Uhr, im GRASSI Museum mit dem Film „Perfect Days“. Weitere Informationen sowie das Programm für das zweite Halbjahr gibt es online unter:
www.leipzig.de/netzwerk-baukultur
