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Prof. Dr. Dr. h.c. Diana Mishkova (Director of the Centre for Advanced Study Sofia), Foto: Prof. Dr. Diana Mishkova
Prof. Dr. Dr. h.c. Diana Mishkova (Director of the Centre for Advanced Study Sofia), Foto: Prof. Dr. Diana Mishkova

Oskar-Halecki-Vorlesung 2019 im GWZO Leipzig

Traditionelle Jahresvorlesung nimmt sich umstrittene und schwer zu fassenden Region Europas an: dem Balkan

03.09.2019Kultur
Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)

Die traditionelle Jahresvorlesung des Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig nimmt sich in diesem Jahr einer seit jeher umstrittenen und schwer zu fassenden Region Europas an: dem Balkan.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Balkanregion wieder stärker in den wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs Westeuropas getreten. Rückständig, barbarisch, zerrissen – das Bild des Balkans in der westlichen Welt ist noch heute geprägt von Vorurteilen, Klischees und Stigmata. In der Oskar-Halecki-Vorlesung greift Festrednerin und Südosteuropa-Expertin Diana Mishkova diese teils jahrhundertealten Vorstellungen auf und kehrt dabei die Perspektive um. Sie betrachtet die Großregion Balkan von innen nach außen. Wie sah und sieht sich der Balkan selbst, welchen Stellenwert nahm und nimmt hier die (westliche) Außensicht ein? Der Vortrag bezieht sich dabei auf Mishkovas aktuelles Buch “Beyond Balkanism. The Scholarly Politics of Region Making” und auf den von ihr mit herausgegebenen Band “European Regions and Boundaries. A Conceptual History”. In diesen greift sie in die aktuell laufenden Debatten über die Entstehung von Räumen und historischen Regionen ein, und regt dazu an, auch über die Balkanregion hinaus, die Prämissen der Regionalforschung zu überdenken.

Diana Mishkova ist Professorin für Geschichte an der Universität „St. Kliment Ohridski“ und Direktorin des Centre for Advanced Study in Sofia. Ihre Forschungsinteressen gelten u.a. der Neueren Geschichte, der Zeitgeschichte Südosteuropas, der Geschichte der modernen politischen Ideen und der Regionalforschung.

Zur jährlichen Oskar-Halecki-Vorlesung präsentiert das GWZO führende Wissenschaftler*innen, die zu einem in der wissenschaftlichen Debatte verhandeltem Thema referieren. Die Festvorträge werden in Druck gegeben und in Open Access zur Verfügung gestellt, um eine breite Rezeption und fortdauernde Diskussion anzustoßen. Prominente Referenten waren etwa der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher oder der führende Oppositionelle der Solidarność-Bewegung Karol Modzelewski.

Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig erforscht in vergleichender Perspektive die historischen und kulturellen Gegebenheiten im Raum zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Adria vom Frühmittelalter bis zur Gegenwart. Die am Institut tätigen Wissenschaftler*innen repräsentieren verschiedene Disziplinen der Geisteswissenschaften, darunter Archäologie, Namenkunde, Geschichte, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. In seiner Forschungsarbeit stützt sich das GWZO auf ein dichtes Netz an Kooperationsbeziehungen mit Wissenschaftseinrichtungen in Europa und Übersee.

Jahresvorlesung des GWZO/ Oskar-Halecki-Vorlesung 2019
“How the Balkans came to be: A look from the inside”
Prof. Dr. Dr. h.c. Diana Mishkova (Director of the Centre for Advanced Study Sofia)
Montag, 9. September 2019, 18 Uhr c.t.
Ort: GWZO, Specks Hof (Eingang A), Reichsstraße 4–6, 4. Etage, Leipzig



Dieser Artikel wurde veröffentlicht von:
LEIPZIGINFO.DE
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