50 Jahre nach der Grundsteinlegung des DDR-Plattenbaugebietes in Leipzig-Grünau widmet sich das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig dem Leben(sgefühl) in Großwohnsiedlungen. Die kompakte Galerieausstellung erzählt am Beispiel Grünaus die Geschichte der „Platte“ – von den 1970er Jahren bis zu aktuellen Debatten über die Zukunft des Wohnens.
Dafür haben Bewohnerinnen und Bewohner Grünaus dem Museum erstmals private Fotoalben, Dokumente und Erinnerungsstücke zur Verfügung gestellt. Sie zeigen die Entstehung des Stadtteils, den Alltag seiner Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Veränderungen seit 1990.
Zu entdecken gibt es beispielsweise die Hauschronik einer Grünauer Hausgemeinschaft aus den 1980er Jahren oder das Hochzeitsfoto von Gabriele und Michael Obst, die 1984 in der Grünauer Pauluskirche geheiratet haben. Diese persönlichen Schätze erzählen von Nachbarschaft, Familie und Zusammenleben im Neubaugebiet.
Die Ausstellung ordnet die Geschichte Grünaus in die Entwicklung von Großwohnsiedlungen in der DDR und der Bundesrepublik ein. Sie zeigt den Wandel der „Platte“ – von begehrtem Wohnraum über Leerstand und Rückbau nach 1990 bis zur erneuten Aufmerksamkeit angesichts des Wohnungsbedarfs. Die Ausstellung stellt auch neue Ideen vor. Dazu zählt das „Nukleuswohnen“. Forschende der RWTH Aachen erproben seit diesem Jahr in einem leerstehenden Wohnhaus in Leipzig-Grünau neue Formen des Wohnens.
Ein Begleitprogramm mit Gesprächsangeboten, Quartiersspaziergängen und Lesungen ergänzt die Präsentation. Es findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig statt.
Die Ausstellung ist vom 3. Juli 2026 bis 17. Januar 2027 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu sehen. Der Eintritt ist frei.
