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Neue Ausstellung „Kriegstrommeln“ in der HALLE 14, Foto: Sven Bergelt
Neue Ausstellung „Kriegstrommeln“ in der HALLE 14, Foto: Sven Bergelt

Neue Ausstellung „Kriegstrommeln“ in der HALLE 14

Gruppenausstellung untersucht, wie sich Krieg, Aufrüstung und geopolitische Konflikte in unsere Gegenwart einschreiben

21.09.2026 Kunst
HALLE 14

Krieg ist längst nicht mehr nur eine Nachricht aus fernen Regionen. Aufrüstung, Drohnen, Künstliche Intelligenz und neue geopolitische Konflikte verändern auch in Europa die Vorstellungen von Sicherheit und Frieden. Die internationale Gruppenausstellung „Kriegstrommeln“ des Kunstzentrums HALLE 14 auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei nimmt diese Entwicklungen zum Ausgangspunkt und fragt, wie Kunst auf eine Gegenwart reagiert, in der Krieg wieder näher gerückt ist.

Neun internationale künstlerische Positionen setzen sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten von Krieg und seinen Folgen auseinander. Chang Li-Ren, Dennis Delgado, Anna Engelhardt & Mark Cinkevich, Juliane Jaschnow, Jonathan McNaughton, Koel Sen, Mikhail Tolmachev, Miloš Trakilović und Amin Yousefi untersuchen in Installationen, Fotografien und Animationsfilmen unter anderem militärische Technologien, Propaganda, politische Manipulation, Flucht und Verlust sowie die Erinnerung an vergangene Konflikte.

Dabei richtet die Ausstellung den Blick auch auf eine Kriegsführung, die zunehmend von bildgestützten Technologien geprägt ist, seien es autonome Waffensysteme, Drohnen und Propaganda in den Medien.  Künstliche Intelligenz verändert die Möglichkeiten militärischer Auseinandersetzungen – und wirft zugleich grundlegende ethische Fragen auf. Was bedeutet es, wenn Entscheidungen über Leben und Tod zunehmend technisch vermittelt werden? Wer trägt Verantwortung? Und welche Vorstellungen vom Menschen werden in den Technologien der Zukunft sichtbar? 

Viele der gezeigten Arbeiten fragen kritisch, wie und ob wir Bildern trauen können, wenn sie in einem instrumentellen Kontext wie Erziehung, Museen, Religion und Medien stehen. Grundlegend stellt sich die Frage, wie sich überhaupt ein solch komplexes wie existenzielles Phänomen abbilden lässt. Aktuelle Kriege stehen stets im Zusammenhang mit der Erinnerung an vergangene. Einzelne künstlerische Arbeiten fragen danach, welche Konflikte erinnert werden, welche Geschichten weitergegeben – und welche geraten aus dem kollektiven Gedächtnis? Die beteiligten Künstler:innen zeigen, dass Erinnerung nicht neutral ist, sondern immer auch von politischen Interessen, Perspektiven und Machtverhältnissen geprägt wird.

„Kriegstrommeln“ versteht Kunst dabei nicht als Illustration politischer Ereignisse. Die Ausstellung schafft vielmehr einen Raum, in dem sich Widersprüche, Unsicherheiten und unbequeme Fragen aushalten lassen. Zugleich will sie die Möglichkeit eröffnen, über Frieden, Verantwortung und die Zukunft des Zusammenlebens nachzudenken.

Die Ausstellung „Kriegstrommeln“ ist noch bis zum 5. Dezember 2026 zu sehen.



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