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LWB Neubauvorhaben Bernhard-Göring-Straße, Visualisierung: Peter Zirkel GvA, Dresden
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LWB verstärkt Investitionen in Bestand

Neuauflage der Förderung ist Basis für bezahlbares Wohnen

11.07.2019Bauen
Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) hat mit dem Bau geförderter Mietwohnungen begonnen. Zudem wurden die Sanierungen insbesondere in den Plattenbaugebieten fortgesetzt. Im laufenden Geschäftsjahr ist ein deutlicher Anstieg der Bauausgaben geplant. Grundlage für das Wachstum ist die anhaltend positive wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Die Bilanz 2018 wurde am 10. Juli 2019 von der Gesellschafterversammlung festgestellt.

„Die LWB hat ihre sehr gute Geschäftsentwicklung fortgesetzt und die vom Gesellschafter Stadt Leipzig vorgegebenen Ziele erreicht“, sagte Leipzigs Baubürgermeisterin und LWB Aufsichtsratsvorsitzende Dorothee Dubrau unmittelbar nach der Feststellung des Jahresabschlusses der GmbH durch die Gesellschafterversammlung am 10. Juli 2019. Für die Stadt sei es wichtig und von großem Vorteil, mit der kommunalen LWB wohnungspolitisch und städtebaulich aktiv Einfluss auf die Entwicklung in Leipzig nehmen zu können.

„Die LWB verwaltet mit großem Verantwortungsbewusstsein das Vermögen der Stadt Leipzig und ihrer Bürger“, so Ute Schäfer, LWB Geschäftsführerin Finanzen und Vermögenssteuerung. Das bedeutet, dass unsere Investitionen wirtschaftlich und nachhaltig sein müssen. Der kommunale Wohnungsbestand sei „ein Schatz“, der von der LWB auch mit Blick auf die Wohnbedürfnisse der Zukunft gehütet und weiterentwickelt werde. „Zudem müssen wir aus den relevanten Marktentwicklungen unsere unternehmerischen Entscheidungen ableiten. Dazu gehören die Einwohnerzahlen, die Haushaltseinkommen und die Kosten. Wir können die Wohnungswirtschaft nicht denken ohne die Menschen, die die Miete zahlen müssen.“

„Hinsichtlich der aktuellen Rahmenbedingungen sehen wir unsere größte Herausforderung in den nach wie vor steigenden Baukosten“, sagte Iris Wolke-Haupt, LWB Geschäftsführerin Wohnungswirtschaft und Bau. Diese Kosten können laut Wolke-Haupt durch die am Markt erzielbaren Mieten nicht abgedeckt werden: „Wir sehen uns hier in gemeinsamer Verantwortung mit unserem Gesellschafter Stadt Leipzig und dem Freistaat Sachsen, Lösungen für bezahlbares Wohnen zu finden und die Voraussetzungen für das notwendige Wachstum zu schaffen“.
„Eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilität ist Bedingung dafür, dass die LWB ihre vielfältigen Aufgaben in Leipzig auch in Zukunft gerecht werden kann“, erklärte Geschäftsführerin Schäfer. Das zurückliegende Geschäftsjahr habe dazu beigetragen, dass die LWB stabil auf Kurs bleibe.

2018 hat sich die LWB weiter positiv entwickelt. Mit 9,9 Millionen Euro lag das operative Ergebnis deutlich über den Erwartungen und um fast neun Prozentpunkte über dem Wert von 2017. Der Jahresüberschuss blieb mit 35,5 Millionen Euro nahezu stabil und resultiert laut Schäfer wie bereits im Vorjahr aus dem starken Anstieg der Bodenrichtwerte der Stadt Leipzig.
Die Eigenkapitalquote, die als wichtiges Indiz für die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens gilt, ist weiter angestiegen. Nach entbehrungsreichen Jahren der Entschuldung und Konsolidierung sei die LWB ein gesundes Unternehmen, so Schäfer.

Operatives Geschäft ist Grundlage für positiven Trend
„Grundlage für den positiven Trend ist erneut ein gutes operatives Geschäft“, so Iris Wolke-Haupt. Die Zahl der LWB Wohnungen stieg von Ende Dezember 2017 bis Ende 2018 um 136 auf 35.304 Wohneinheiten. Mit 95,7 Prozent erreichte die LWB Vermietungsquote nahezu den Wert von 2017. Die Nettokaltmiete pro Quadratmeter stieg im gesamten LWB Bestand gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 5,23 Euro. Mit ihrem Mietniveau rangiert die LWB unverändert unter dem gesamtstädtischen Vergleichswert (2018: 5,88 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete). „Die LWB hat im vergangenen Jahr erneut mit einer verantwortungsvollen und sehr moderaten Mietpreisentwicklung zur Dämpfung der Wohnkosten in Leipzig beigetragen“, so Geschäftsführerin Wolke-Haupt.
Zudem hat die LWB weiter in ihren Bestand investiert und die Neubauinvestitionen nahezu verdoppelt. Im laufenden Geschäftsjahr 2019 werden die Ausgaben für den Bestand und den Neubau weiter ansteigen.

Förderrichtlinie muss neu aufgelegt werden
„Leipzig wächst und der Trend bei den Mietpreisen geht nach oben“, so Aufsichtsratschefin Dubrau. Damit das Wohnen bezahlbar bleibt, sei eine Förderung bei Neubau und Sanierung durch die öffentliche Hand notwendig. „Die aktuell noch geltende Förderrichtlinie gebundener Mietwohnraum, wonach der Freistaat Sachsen derzeit Neubau-, Sanierungs- und Umbauvorhaben unterstützt, muss verstetigt und neu aufgelegt werden und sich an den aktuellen Marktbedingungen orientieren.“ Mit Geld aus der aktuellen Förderrichtlinie des Freistaates sichert sich die Stadt Leipzig unter anderem bei der LWB für 15 Jahre eine Mietpreis- und Belegungsbindung für Inhaber eines Wohnberechtigungsscheines.

„Allein bei den ersten drei Neubauprojekten beträgt der Anteil der geförderten Wohnungen insgesamt 43 Prozent“, so Geschäftsführerin Wolke-Haupt. Ein Projekt befindet sich in der Bernhard-Göring-Straße 17, wo mit der Baugrube im Januar 2019 begonnen wurde. Für die beiden anderen Vorhaben in der Quer-, Litt- und Schützenstraße sowie in der Straße des 18. Oktober ist nach Erhalt der Förderzusage Ende Juni 2019 in diesem Monat Baustart. In den drei Wohnanlagen entstehen insgesamt 353 Wohnungen - davon 151 mit Mietpreisbindung - und eine Kindertagesstätte.
LWB kann und darf nicht um jeden Preis bauen

Für einen vierten Neubau in der Landsberger Straße, wo 106 mietpreisgebundene Wohnungen und eine Kita entstehen sollen, starten mit der ebenfalls Ende Juni erhaltenen Förderzusage nun die europaweiten Ausschreibungen. Für das größte Vorhaben, die Saalfelder Straße mit 300 mietpreisgebundenen Wohnungen, ist ebenfalls alles vorbereitet. Sobald die Fördervereinbarung unterzeichnet ist, können auch hier die Ausschreibungen beginnen.

Für drei weitere Wohnungsneubauprojekte wurden unlängst die Ausschreibungen aufgehoben. Die erzielten Gebote stellten die Projekte in Frage. Wolke-Haupt: „Die LWB kann und wird nicht um jeden Preis bauen, denn das Unternehmen ist zum einen der Wirtschaftlichkeit verpflichtet und trägt zum anderen Verantwortung dafür, dass Wohnen in Leipzig bezahlbar bleibt.“
„Kaltmieten von mehr als zehn Euro pro Quadratmeter können sich trotz steigender Durchschnittslöhne auch künftig weite Teile der Leipziger Bevölkerung nicht leisten“, sagte Geschäftsführerin Schäfer und verwies auf die im bundesweiten Vergleich geringe Wirtschaftskraft und das geringe Einkommensniveau in der Stadt. „Die Wohnungen, die wir bauen, müssen auch vermietet werden“, betonte Wolke-Haupt.

„Wir stehen hier vor einer großen, gemeinsamen Aufgabe von Politik, Wohnungswirtschaft, Baubranche, Stadtplanung und Architektur“, erklärte Schäfer. „Wir wünschen uns, dass der neue Stadtrat die Verantwortung der kommunalen Politik stärkt und beispielsweise stadteigene Instrumente für eine wirksame Förderung des Wohnungsbaus entwickelt.“



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