Im April erwachen traditionell wieder die Leipziger Brunnen aus dem Winterschlaf. Handwerker des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig, der die Brunnen im Auftrag des Amtes für Stadtgrün und Gewässer betreut, haben alle Anlagen in den vergangenen Tagen technisch überprüft, gereinigt und nehmen sie nun wieder in Betrieb.
Den Start in die Leipziger Brunnensaison machte am 20. April 2026 die zeitgenössische Fritz-von-Harck-Anlage am Bundesverwaltungsgericht, die nach dem Leipziger Kunsthistoriker und -sammler Fritz von Harck benannt ist. Bereits im Jahre 1900 gab es an dieser Stelle einen repräsentativen Schmuckplatz im Gründerzeit-Stil mit Fontäne, der allerdings nach dem 2. Weltkrieg seine Wirkung verlor. Die Pläne für die heutige Anlage orientierten sich am historischen Vorbild und wurden 2001 beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis gewürdigt. Der Brunnen auf dem 4.500 Quadratmeter großen Stadtplatz besteht aus geometrischen Körpern. Die bis zu sechs Meter hohe Fontäne wird nachts beleuchtet. Eine Wasserrinne zeigt ein Spiegelbild der Fontäne und stellt eine optische Verbindung zwischen Brunnen und Pleißemühlgraben her.
Insgesamt 23 städtische Wasserspiele werden zukünftig wieder eine Augenweide für die Leipziger Bevölkerung sein. Neben dem Mendebrunnen auf dem Augustusplatz sprudeln dann auch die Pusteblumen auf dem Richard-Wagner-Platz, der Froschbrunnen auf dem Rabensteinplatz oder das Wasserspiel in der Grimmaischen Straße.
Springbrunnenanlagen sind nicht zum Baden geeignet
Viele Leipzigerinnen und Leipziger nutzen die Wasserspiele zur Erfrischung. Doch vom Baden wird aus zwei Gründen abgeraten. Erstens entspricht die Wasserqualität nicht den hygienischen Anforderungen an Badegewässer. Die Anlagen werden im Pumpenumlauf betrieben und binden deshalb auch herumfliegenden Schmutz und Staub. Zweitens sind Springbrunnenanlagen oft historische und denkmalgeschützte Bauwerke mit sensibler Bausubstanz und empfindlichen Abdichtungssystemen, die beschädigt werden können.
Brunnenpaten gesucht
Die Unterhaltung der Brunnenanlagen ist jedoch mit Kosten verbunden. Allein der Betrieb des Brunnens auf der Fritz-von-Harck-Anlage kostete im vergangenen Jahr knapp 27.000 Euro. Für alle von der Stadtreinigung Leipzig betreuten Wasserspiele waren es insgesamt fast 350.000 Euro. Daher sucht die Stadtreinigung Leipzig wieder Brunnenpaten, die sich finanziell an der Bewirtschaftung der Anlagen beteiligen möchten. „Die Brunnen und Fontänen tragen zum lebendigen und attraktiven Stadtbild bei. Wir freuen uns, wenn Leipziger Firmen, aber auch Bürgerinnen und Bürger uns dabei finanziell unterstützen“, sagt Elke Bröcker, Kaufmännische Betriebsleiterin der Stadtreinigung Leipzig.
Interessenten für eine Brunnenpatenschaft können sich per E-Mail (brunnen@srleipzig.de) bei der Stadtreinigung Leipzig melden.
