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Am 23. März 2026 wurde in Leipzig der Förderbescheid für die „Sächsische Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV – SIAS-ÖV“ übergeben. Foto: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz
Am 23. März 2026 wurde in Leipzig der Förderbescheid für die „Sächsische Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV – SIAS-ÖV“ übergeben. Foto: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz

Leipzig wird bundesweite Modellregion für autonomen öffentlichen Verkehr

Fördermittelbescheide wurden am 23. März 2026 in Leipzig übergeben

24.03.2026 Verkehr
Stadt Leipzig

Mit der „Sächsischen Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV – SIAS-ÖV“ startet ein neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das den Einsatz fahrerloser Shuttlebusse industrieller Hersteller im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) ermöglichen soll. Die Europäische Kommission und der Freistaat Sachsen stellen dafür Fördermittel in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro bereit. Die Zuwendung wird im Rahmen der sächsischen EFRE-Technologieförderung 2021–2027 bewilligt.

Am Montag, 23. März 2026, übergab der sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Dirk Panter, die Fördermittelbescheide in Leipzig. Ziel des Projekts ist es, technologische und rechtliche Grundlagen für automatisierte Verkehrsangebote zu schaffen und den Übergang zur fahrerlosen Mobilität im ÖPNV voranzutreiben.

„In Sachsen arbeiten innovative Partner an der Mobilität der Zukunft. Mit der Entwicklung des autonomen Fahrens im ÖPNV trägt das Projekt nicht nur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten sächsischen Unternehmen bei, sondern dient gleichzeitig der Anpassung der Gesellschaft an demografische Herausforderungen“, stellte Wirtschaftsminister Dirk Panter zur Bescheidübergabe in Leipzig fest.

Mit der Förderung wird nicht nur die Technologieentwicklung unterstützt, sondern auch der Austausch mit europäischen Partnern gefördert, um Standards und Sicherheitsanforderungen für automatisierte Fahrzeuge zu harmonisieren. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Akzeptanz für autonomes Fahren im Alltag zu erhöhen und gleichzeitig die Klimaneutralität im Verkehrssektor zu beschleunigen.

Mobilität der Zukunft für Stadt und Land

Automatisierte Shuttle gelten als eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs. Sie können maßgeblich dazu beitragen, zentrale Herausforderungen der Branche, wie etwa den zunehmenden Fahrermangel, steigende Betriebskosten sowie veränderte Mobilitätsbedürfnisse, zu lösen. Integriert als Ergänzung bestehender ÖPNV-Systeme sind sie in der Lage, die Teilhabe der Bürger an öffentlicher Mobilität im Sinne der Daseinsvorsorge erheblich zu verbessern. Im Portfolio der Leipziger Verkehrsbetriebe sollen die Fahrzeuge künftig flexibel eingesetzt werden, beispielsweise für On-Demand-Angebote als Zubringer zu Straßenbahn- und Buslinien. Gerade in suburbanen und ländlichen Regionen können autonome Shuttle dazu beitragen, neue Mobilitätsangebote zu schaffen und die Erreichbarkeit deutlich zu verbessern.

„Die Gesamtzielsetzung des Vorhabens SIAS-ÖV reiht sich nahtlos in die Mobilitätsstrategie der Stadt Leipzig ein, mit der wir die nachhaltige Mobilität weiter ausbauen und stärken. Die Erschließung und Integration industrieller Fahrzeuglösungen ist essentielle Voraussetzung für die Zulassung und den Betrieb von echten fahrerlosen Mobilitätssystemen und wird somit einen wesentlichen Beitrag zur Automatisierung der Verkehre im öffentlichen Raum leisten“, sagt Thomas Dienberg, Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig.

Sachsen ist Modellregion für automatisierten ÖPNV

Mit der Shuttle-Initiative positioniert sich der Freistaat Sachsen zugleich auch als eine der bundesweiten Modellregionen für autonomen öffentlichen Verkehr. Ziel ist es, eine technologische Grundlage zu schaffen, auf deren Basis künftig Pilotprojekte und ein späterer Transfer in den Regelbetrieb ermöglicht werden. SIAS-ÖV stellt dabei den ersten Schritt, die Entwicklung des Funktionsmusters einer automatisiert-vernetzten Mobilitätslösung, dar. Die Projektergebnisse sollen bis Mitte 2028 vorliegen und anschließend als Grundlage für weitere Pilotanwendungen und eine spätere Skalierung automatisierter Shuttleverkehre im Freistaat dienen.

„Unterstützt vom Freistaat Sachsen starten wir die nächste Entwicklungsstufe des automatisierten öffentlichen Verkehrs. Strategisch wollen wir unser beliebtes On-Demand-Angebot Flexa mit autonomen Fahrzeugen zusammenbringen. Ziel ist bezahlbare Mobilität und weiter verbesserte Erschließung als Daseinsvorsorge. Unsere Praxiserfahrungen und die Ergebnisse unseres Forschungsprojektes ABSOLUT bringen wir auch auf Bundesebene ein. Mit weiteren Vorreitern wie dem RMV aus Frankfurt und Kollegen aus anderen Städten kann es gelingen, schnell in die Umsetzung zu kommen. Weltweit funktioniert Fahren im autonomen ÖPNV bereits millionenfach. Uns hilft SIAS-ÖV, das nach Sachsen zu holen, weil dieses Projekt erstmals ein industrielles Level-4-Shuttle in unser ÖPNV-System bringt“, betont Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der LVB.

Förderung durch Europa und den Freistaat Sachsen

Das Projekt wird im Rahmen der EFRE/JTF-Technologieförderung 2021 bis 2027 des Freistaates Sachsen umgesetzt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln des Freistaates Sachsen unterstützt. Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Innovations- und Wirtschaftsförderung in Sachsen sowie zur Weiterentwicklung nachhaltiger Mobilitätssysteme.



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