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Oberbürgermeister Burkhard Jung begrüßte Thomas Voigt als 600.000. Einwohner im Bürgeramt in der Otto-Schill-Straße, Foto: Stadt Leipzig / sf
Oberbürgermeister Burkhard Jung begrüßte Thomas Voigt als 600.000. Einwohner im Bürgeramt in der Otto-Schill-Straße, Foto: Stadt Leipzig / sf

Leipzig hat wieder 600.000 Einwohner

Begrüßung durch Oberbürgermeister Burkhard Jung im Bürgeramt in der Otto-Schill-Straße

29.10.2019Stadtinformationen
Stadt Leipzig

Leipzig hat wieder 600.000 Einwohner. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat am 28. Oktober 2019 im Bürgeramt in der Otto-Schill-Straße den 600.000 Bürger Leipzigs begrüßt. Der gebürtige Hallenser Thomas Voigt, 34 Jahre alt, hatte bereits in Leipzig studiert, war dann nach Berlin gegangen. „Nach sechs Jahren hat es mich persönlich wieder zurück nach Leipzig gezogen. Einerseits weil ich die Stadt vermisst habe, andererseits auch aufgrund der Nähe zu meiner Familie, die noch in Halle wohnt. Zusätzlich wollte ich mich auch beruflich verändern und so kam beides zusammen.“, so Voigt.

Oberbürgermeister Jung: „Dies ist ein historischer Tag für Leipzig. Zwar hat die Stadt in ihrer langen Geschichte schon mehrfach so vielen Menschen ein Zuhause gegeben, aber nach der Friedlichen Revolution vor 30 Jahren ist jetzt auch in der Bevölkerungsstatistik sichtbar, dass wir uns glänzend erholt haben. Die Stadt hatte einen Niedergang erlebt, der kaum zu ertragen war. Heute steht Leipzig wieder unter den Top Ten in Deutschland, ist ein Magnet für Unternehmen und junge Menschen aus ganz Europa und wirtschaftlicher Motor der ganzen Region. Besonders eindrücklich: im gleichen Maße, wie die Bevölkerungszahl stieg, sank die Arbeitslosenzahl. Diesen Erfolg verdankt die Stadt allen Menschen die hier leben.“

Leipzigs Geschichte ist gekennzeichnet von einem Auf und Ab bei den Bevölkerungszahlen. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Großwetterlage entwickelten sich die Bevölkerungszahlen zum Teil drastisch nach oben und nach unten. 1911 hatten zum ersten Mal mehr als 600.000 Menschen in Leipzig gelebt, und die Geschwindigkeit der Einwohnerentwicklung war atemberaubend: innerhalb von nur 23 Jahren war die Bevölkerungszahl von 180.000 auf 600.700 gewachsen. Im Zuge des Ersten Weltkriegs sank die Zahl der Einwohner dann wieder ebenso drastisch auf rund 545.000 am Kriegsende. In den 1920er Jahren ging es erneut aufwärts, bis Leipzig Mitte 1933 mit 713.470 Einwohner ein Allzeit-Hoch erreichte. Nie zuvor und danach lebten so viele Menschen in der Stadt – auf deutlich kleinerer Fläche als heute. Nach 1945 brach die Bevölkerungszahl erneut ein, im November 1945 waren rund 585.000 Menschen in der Messestadt registriert. In der jungen DDR wuchs Leipzig dann erneut, aber bereits in den 1950er Jahren rutschte die Stadt erneut unter die 600.000er Marke.

Mit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung setzte in Leipzig eine nie dagewesene Bevölkerungsflucht und ein Geburtenrückgang ein. Trauriger Tiefpunkt dieser Entwicklung der Nach-Wende-Jahre war 1998 mit 437.000 Einwohnern. Neue Freiheit wie auch wirtschaftliche Not zogen viele Menschen aus der Stadt hinaus – in die alten Bundesländer oder ins Eigenheim im Umland. Die Trendumkehr wurde ab 2007 deutlich erkennbar, der Leipzig-Boom strahlte auf das Umland, auf ganz Deutschland und schließlich auf Europa aus. Innerhalb von nur zehn Jahren vergrößerte sich die Stadt um fast 100.000 Menschen – mit den bekannten Wachstumsschmerzen bei Kitas, Schulen, im Verkehr und bei den Mieten.

Aktuell liegt das Wachstum der Stadt bei rund 4.000 pro Jahr – eine Verschnaufpause, die wichtig ist, um die Infrastruktur der Stadt anpassen zu können. Das künftige Wachstum, so die jüngsten Prognosen der Stadt, wird sich auch stark im Umland realisieren und die Region Leipzig mittelfristig an die nächste Grenze bringen: 700.000 Einwohner. 



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