Leipzig zählt zu den bedeutendsten Musikstädten Europas. Mit der einzigartigen Verbindung aus jahrhundertealter Musiktradition, weltweit renommierten Institutionen und einer lebendigen freien Szene bewirbt sich die Stadt jetzt um die Aufnahme in das internationale UNESCO Creative Cities Network als „City of Music“. Die entsprechenden Bewerbungsunterlagen wurden fristgerecht bei der Deutschen UNESCO-Kommission eingereicht.
„Leipzig lebt von seiner außergewöhnlich facettenreichen Musiklandschaft – zwischen Bach und Clubkultur, Gewandhaus und Offspaces entsteht hier eine Musikstadt, in der kulturelles Erbe, künstlerische Innovation und gesellschaftliche Teilhabe selbstverständlich zusammenwirken. Mit der Bewerbung als UNESCO City of Music wollen wir Leipzig international noch sichtbarer machen, von anderen Musikstädten des Netzwerkes lernen und das Profil der Stadt als weltoffene Musikmetropole weiter schärfen“, betont Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke.
Die Musikgeschichte Leipzigs ist eng mit Persönlichkeiten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Clara und Robert Schumann, Richard Wagner oder Hanns Eisler verbunden. Bis heute prägen Institutionen wie das Gewandhausorchester Leipzig, der Thomanerchor Leipzig, die Oper Leipzig und die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ die internationale Ausstrahlung der Musikstadt.
Zugleich steht Leipzig für musikalische Vielfalt und kulturelle Gegenwart. Festivals, Clubs und freie Spielstätten prägen ein offenes, innovatives und experimentierfreudiges Musikleben – von Klassik über Jazz bis hin zu elektronischer Musik. Mit der Distillery befindet sich in Leipzig Ostdeutschlands ältester Techno-Club. Spielstätten wie das Conne Island, das UT Connewitz und die Moritzbastei stehen exemplarisch für eine lebendige Club- und Livemusikszene.
Auch als Standort für musikalische Forschung, Ausbildung und Innovation nimmt Leipzig international eine herausragende Rolle ein. Dem Bach-Archiv Leipzig gelang jüngst die bemerkenswerte Entdeckung bislang unbekannter Orgelwerke von Johann Sebastian Bach.
Mit der Bewerbung als UNESCO City of Music unterstreicht Leipzig den Anspruch, Musik als identitätsstiftenden Kultur- und Standortfaktor sowie als verbindende Kraft für kulturelle Vielfalt, nachhaltige Stadtentwicklung und Wirtschaftswachstum weiter zu stärken und sich in das internationale Netzwerk der UNESCO Creative Cities einzubringen.
Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Zunächst findet eine nationale Vorauswahl statt. Sollte diese erfolgreich sein, werden die Unterlagen von der UNESCO-Kommission in Paris geprüft. Eine Verkündung der finalen Ergebnisse erfolgt voraussichtlich im Herbst 2027.
