Zu den Montagsdemonstrationen 1989 und zur Friedlichen Revolution in Leipzig entsteht an der Fakultät Informatik und Medien der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) eine künstlerisch-dokumentarische Videoinstallation. Sie soll die Gedanken, Emotionen und persönlichen Erfahrungen von Menschen aus der Zeit der DDR und der Wendezeit in ein audiovisuelles Erlebnis übertragen.
Archivmaterial, Zeitzeugenberichte sowie aktuelle Aufnahmen werden kombiniert und für eine begehbare Installation, den sogenannten „Cube“ der HTWK Leipzig, aufbereitet.
Das Projektteam sucht Sie als Zeitzeugen und Zeitzeuginnen von 1989!
Es geht unter anderem um den persönlichen Alltag während der Wendezeit, individuelle Erfahrungen mit den Montagsdemonstrationen und der damaligen politischen Lage, Wahrnehmungen von Staat, Öffentlichkeit und die Teilhabe am politischen Geschehen, Rückblick aus heutiger Perspektive und Gedanken zu Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichem Wandel.
Geplant sind Interviews als offene, erzählorientierte Gespräche. Dabei sollen persönliche Erinnerungen und Reflexionen im Vordergrund stehen. Daher werden Personen mit einer spannenden und vor allem nahbaren Geschichte gesucht, ob sie bei Demonstrationen dabei waren oder nicht. Es sollen verschiedenste Perspektiven und unterschiedliche Sichtweisen eingefangen werden. Ablauf und Dauer der Gespräche sowie die geplante Nutzung des Materials werden mit den Teilnehmenden gemeinsam und transparent abgestimmt.
Ziel ist es, besonders jungen Besuchern und Besucherinnen (ca. 15-25 Jahre) einen emotionalen und reflektierenden Zugang zu einem wichtigen Bestandteil Leipziger und deutscher Geschichte zu ermöglichen und die Themen dafür immersiv aufzubereiten.
Das Projektteam der HTWK Leipzig besteht aus Studierenden des 4. Semesters in den Studiengängen Medienproduktion und Medientechnik. Betreut wird das Projekt von Uwe Kulisch, Professur Elektronische Mediensystemtechnik.
"Durch das studentische Projekt sollen hauptsächlich jüngere Menschen die damaligen Geschehnisse informativ, aber vor allem emotional nachempfinden können. Das ist eine große Herausforderung und zugleich auch ein Beitrag der Studierenden zur Erinnerungskultur – zu dieser Zeit waren sie noch gar nicht geboren. Die Geschichten können einerseits von Menschen kommen, die auf der Straße gewesen sind und für Veränderungen eintraten oder von damaligen Mitgliedern der sogenannten ‚bewaffneten Organe‘ auf der 'Gegenseite', oder aber auch von Menschen, die aus ganz individuellen Gründen nicht auf der Straße waren“, betont Kulisch.
Die Installation soll zunächst an der HTWK Leipzig im Lauf des Jahres 2026 gezeigt werden. Perspektivisch soll sie im Anschluss auch der Leipziger Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung zugänglich gemacht werden.
Das Projektteam freut sich auf interessante Perspektiven und Gespräche!
Interessierte melden sich bitte unter folgendem Kontakt:
elisabeth.gienapp@stud.htwk-leipzig.de
