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Dr. Raymund Buhmann, stellvertretender Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin des UKL, weist auf die Bedeutung regelmäßiger Blutspenden bei der Versorgung von Blutkrebspatient:innen in Leipzig hin. Foto: Anja Grießer/UKL
Dr. Raymund Buhmann, stellvertretender Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin des UKL, weist auf die Bedeutung regelmäßiger Blutspenden bei der Versorgung von Blutkrebspatient:innen in Leipzig hin. Foto: Anja Grießer/UKL

Lebensretter durch Blutspenden – Weltblutkrebstag am 28. Mai

Blutbank des Universitätsklinikums Leipzig bittet für Blutversorgung von Patienten und Patientinnen mit Blutkrebs um Unterstützung

27.05.2024Gesundheit
Universitätsklinikum Leipzig

Anlässlich des Weltblutkrebstages weist das Institut für Transfusionsmedizin (ITM) am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) auf die essenzielle Bedeutung von Blutspenden für die Behandlung von Blutkrebspatient:innen hin. Mehr als jede vierte am UKL gespendete Blutkonserve wird bereits zur Behandlung von Blutkrebserkrankungen eingesetzt - Tendenz steigend. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit regelmäßiger Blutspenden, um eine kontinuierliche Versorgung der Patienten und Patientinnen sicherzustellen.

Blutkrebs, auch Leukämie genannt, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung des blutbildenden Systems. Eine der häufigsten Formen ist die akute myeloische Leukämie (AML): "Bei der AML kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von unreifen weißen Blutzellen im Knochenmark. Diese Krebszellen verdrängen die gesunden Zellen, was zu einer verminderten Produktion von roten Blutkörperchen, Blutplättchen und funktionsfähigen weißen Blutkörperchen führt", erklärt Dr. Raymund Buhmann, Hämatologe und Transfusionsmediziner am ITM. "Blutkrebspatient:innen sind in besonderem Maße auf Blutprodukte angewiesen. Die Krankheit und die intensive Chemotherapie, mit der sie behandelt werden, zerstören sowohl kranke als auch gesunde Blutzellen. Daher benötigen die Patient:innen regelmäßige Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten und Thrombozytenkonzentraten, um das Gleichgewicht im Blut aufrechtzuerhalten und lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden", so der stellvertretende Leiter des ITM.

Warum sind diese Blutprodukte im Kampf gegen Blutkrebs so wichtig? 

Erythrozytenkonzentrate (rote Blutkörperchen) sind entscheidend für den Sauerstofftransport im Körper. Bei Blutkrebspatient:innen, deren rote Blutkörperchen durch die Krankheit oder deren Behandlung stark reduziert sind, führt dies zu schwerwiegenden Symptomen wie extremer Müdigkeit, Atemnot und allgemeiner Schwäche. Die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten hilft, die Sauerstoffversorgung der Organe wiederherzustellen. Thrombozytenkonzentrate, also Blutplättchen, sind für die Blutgerinnung verantwortlich. Ein Mangel an Thrombozyten erhöht das Risiko von Blutungen, die selbst bei kleineren Verletzungen oder spontan auftreten können. Durch die regelmäßige Gabe von Thrombozytenkonzentraten kann dieses Risiko deutlich reduziert werden, was für die Sicherheit und das Überleben der Patienten von größter Bedeutung ist.

Die UKL-Blutbank unterstützt die Behandlung von zahlreichen Blutkrebspatient:innen durch die kontinuierliche Bereitstellung dieser lebensnotwendigen Blutprodukte. "2023 waren es über 25 Prozent der bei uns gewonnenen Blutspenden, die allein für die Versorgung hämatologisch-onkologischer Patient:innen benötigt wurden", so Dr. Buhmann. "Jede Spende trägt dazu bei, das Leben dieser zum Teil schwerkranken Menschen zu retten und ihren Heilungsprozess zu unterstützen."

Aufruf zur Unterstützung

Der Weltblutkrebstag am 28. Mai ist ein wichtiger Anlass, um die Bevölkerung auch für die Notwendigkeit von Blutspenden zu sensibilisieren. "Auf die Solidarität und das Engagement von Blutspender:innen sind gerade Patient:innen mit Blutkrebserkrankungen angewiesen. Sie brauchen kontinuierlich Spenderblut, um ihre zum Teil sehr langwierigen Therapien erfolgreich fortsetzen zu können. Es sollte daher für alle gesunden Erwachsenen ein selbstverständlicher gesellschaftlicher Beitrag sein, regelmäßig zur Blutspende zu gehen", appelliert Raymund Buhmann. "Diese ist sicher, unkompliziert und dauert nur etwa eine Stunde - die Blutentnahme sogar nur sechs bis zehn Minuten. Eine Stunde, die das Leben eines kranken Menschen für immer verändern kann."

Informationen zur Blutspende am UKL 

Blutspenden kann fast jeder gesunde Mensch ab 18 Jahren mit einem Mindestgewicht von 50 kg. Wer helfen möchte, kann entweder einen Spendetermin vereinbaren oder einfach während der Öffnungszeiten vorbeikommen: Das Blutspendezentrum in der Johannisallee 32 (Haus 8) ist montags und freitags von 8 bis 15.30 Uhr, dienstags und donnerstags von 11.30 bis 19 Uhr und mittwochs von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Spendewillige sollten einen gültigen Personalausweis mitbringen und gut gestärkt zur Blutspende erscheinen. Wichtig ist, vorher mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Tee zu trinken. Für Fragen und weitere Informationen zur Blutspende am UKL sowie zur Terminvereinbarung steht das Team der UKL-Blutbank unter der Telefonnummer 0341 9725393 zur Verfügung. Alternativ kann das Terminwunschformular auf der Internetseite www.blutbank-leipzig.de genutzt werden.



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