Im Gedenken an den Todestag des Hochschulgründers setzt die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT) ein alljährliches musikalisches Zeichen im Leipziger Konzertkalender: Am Dienstag, den 3. November 2026 gastiert das Hochschulsinfonieorchester unter der Leitung von Prof. Matthias Foremny im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig. Das Konzert findet im Rahmen der Mendelssohn-Festtage des Gewandhauses statt und greift das Thema „Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ auf.
Über die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
Das 1843 von Felix Mendelssohn Bartholdy gegründete Leipziger Konservatorium der Musik gilt als erste höhere Bildungsanstalt für Musiker im Gebiet des heutigen Deutschland. Heute studieren hier rund 1.200 junge Talente in 12 Fachrichtungen/Instituten, darunter Alte Musik, Jazz/Pop sowie Komposition und Dramaturgie. Mit jährlich mehr als 600 öffentlichen Konzerten, Opern, Schauspielaufführungen, Jazzevents und vielem mehr ist die HMT ein Taktgeber für das kulturelle Leben Leipzigs. Das 1926 vom damaligen Thomaskantor Karl Straube gegründete Kirchenmusikalische Institut feiert 2026 Jubiläum. Dass 100-jährige Bestehen des Kirchenmusikalischen Instituts der HMT Leipzig rundet das Programm ab.
Die Werke des Abends
Zu Beginn erklingt die Sinfonische Dichtung „Les Préludes“ von Franz Liszt. Liszt schrieb das Stück zwischen 1848 und 1854 und prägte damit die Gattung der Sinfonischen Dichtung maßgeblich. Das Werk wurde 1854 in Weimar uraufgeführt, aber später in der NS-Zeit auch ideologisiert und das Fanfarenthema der Komposition für Rundfunk-Sondermeldungen genutzt. Seit den 1950er Jahren gehört es wieder fest zum Konzertrepertoire.
Anschließend folgt das Konzert für Orgel, Knabenchor und Orchester op. 38 von Walter Braunfels aus den Jahren 1927/28. Es wurde damals im Gewandhaus uraufgeführt. Da Braunfels in der NS-Zeit als „Halbjude“ ein Aufführungsverbot erhielt und aus seinem Amt als Hochschulrektor in Köln entlassen wurde, verschwanden seine Werke ab 1933 aus den Spielplänen.
Als zweites Orgelwerk dieses Abends steht die "Toccata Festiva" des US-amerikanischen Komponisten Samuel Barber auf dem Programm. Barber komponierte das Stück 1960 als Auftragskomposition zur Einweihung einer neuen großen Orgel des Curtis Institute of Music in Philadelphia. Es wechselt zwischen schnellen und ruhigen Passagen und enthält einen Soloteil, den der Organist komplett mit den Füßen über das Pedal spielt.
Den Abschluss bildet Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssinfonie, gespielt in der Fassung von Christopher Hogwood. Mendelssohn komponierte das Stück 1830 zum 300. Jubiläum der Augsburger Konfession, war jedoch später unzufrieden damit und wollte es zeitweise sogar vernichten. Erst 1868, rund 21 Jahre nach seinem Tod, wurde die Sinfonie veröffentlicht. Musikalisch bezieht sie sich klar auf den Protestantismus.
Eine Karte für das Sinfoniekonzert kostet 16 Euro pro Person (Ermäßigungen möglich).
Weitere Informationen:
www.hmt-leipzig.de
www.tickets.gewandhausorchester.de
