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Dr. Sylvia Gütz, Leiterin des Lungenkrebszentrums und Dr. Axel Skuballa, stellvertretender Leiter des Lungenkrebszentrums, Foto: Kay Zimmermann
Dr. Sylvia Gütz, Leiterin des Lungenkrebszentrums und Dr. Axel Skuballa, stellvertretender Leiter des Lungenkrebszentrums, Foto: Kay Zimmermann

Experten des Lungenkrebszentrums Leipzig-Nordwest rufen bekannte Fakten zum Thema Lungenkrebs in Erinnerung

Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2019

29.05.2019Gesundheit
Klinikum St. Georg

Lungenkrebs zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Krebsarten. In den letzten Jahren hat er sich weltweit zur Krebstodesursache Nummer 1 entwickelt. Anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2019 rufen medizinische Experten des Lungenkrebszentrums Leipzig-Nordwest die eigentlich bekannten Fakten zum Thema Lungenkrebs in Erinnerung: Hauptursache dafür ist das Rauchen. Und sie warnen: Auch vermeintliche „gesündere“ Alternativen zur herkömmlichen Zigarette sind tatsächlich keine und setzen bei genauer Betrachtung im Einzelfall sogar noch mehr Schadstoffe frei.

Das Rauchen aufzugeben lohnt sich auch im fortgeschrittenen Alter. Bereits nach fünf Jahren verringert sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erheblich. Aber auch Nichtraucher können betroffen sein. Früh erkannt ist eine Heilung möglich, doch ein bösartiger Tumor aus der Lunge streut rasch in andere Organe und bildet Tochtergeschwülste. In diesem Fall sind sowohl eine schnelle und umfassende Diagnostik als auch eine effektive Zusammenarbeit vieler medizinischer Bereiche für die Behandlung von Lungenkrebs essenziell.

Gut ein Drittel aller Krebstodesfälle auf Rauchen zurückzuführen
Bei ca. 90 Prozent der Männer und ca. 60 Prozent der Frauen, die in Deutschland an Lungenkrebs erkranken, ist Rauchen die Ursache. Das Erkrankungsrisiko hängt u. a. von der Dauer des Rauchens, der Anzahl der gerauchten Zigaretten, der Inhalationstiefe und der Teer- und Nikotinkonzentration der Zigaretten ab. Auch Passivrauchen erhöht das Erkrankungsrisiko für Lungenkrebs erheblich.

Während die Lungenkrebserkrankungen bei Männern seit Mitte der 1980er-Jahre leicht rückläufig sind, steigt die Anzahl der erkrankten Frauen dagegen weiter an. Veränderte Rauchgewohnheiten gelten als Ursache dieser gegenläufigen Tendenzen. Die Behandlung von Lungenkrebs ist schwierig und meist ist die Prognose eher ungünstig. Fünf Jahre nach der Diagnose leben nur noch 15 Prozent der männlichen und 18 Prozent der weiblichen Erkrankten. 27 Prozent aller Krebstodesfälle bei den Männern und zehn Prozent bei den Frauen sind auf Lungenkrebs zurückzuführen.

Experten warnen vor möglichen Alternativen und geben Tipps zur Entwöhnung
E-Zigaretten und E-Shishas sind rauchfrei und werden oftmals in der Werbung als „gesund“ bezeichnet. Allerdings enthalten auch sie meistens Nikotin und Inhaltsstoffe, bei denen langfristig eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann. Von einem Umstieg auf Wasserpfeifen – so genannten Shishas – raten die Experten noch strikter ab.
„Für E-Raucherinnen und E-Raucher ist es oft unklar, was sie da eigentlich inhalieren, denn die Angaben der Nikotinkonzentration in den Flüssigkeiten sind häufig sehr ungenau. Zudem ist bisher nur wenig erforscht, welche Nebenprodukte beim E-Rauchen aufgenommen werden“, warnt Dr. Axel Skuballa, stellvertretender Leiter des Lungenkrebszentrums Leipzig-Nordwest und Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Leipziger Klinikum St. Georg. Und er führt weiter aus: “Das Rauchen von Shishas ist mindestens genauso gefährlich wie der Zug an einer herkömmlichen Zigarette. Denn es werden dabei sogar noch mehr Giftstoffe freigesetzt, weil der Tabak nicht direkt verbrannt wird, sondern er nur glüht. Der Rauch einer Shisha ist damit auch deutlich kühler als normaler Zigarettenrauch, was dazu führt, dass die hochgiftigen Substanzen noch tiefer und praktisch ungefiltert inhaliert werden, weil das Wasser der Shisha nicht als Filter taugt. Auch die Feuchthaltemittel, die dem Wasserpfeifentabak beigemengt sind, sind giftig und krebserregend. Ich kann von derartigen vermeintlichen Alternativen nur dringend abraten. Es gibt kein ‘gesundes Rauchen‘, auf welche Art auch immer.“

„Mit dem Rauchen aufzuhören, ist sicher schwer, aber es lohnt sich“, weiß Dr. Sylvia Gütz, Leiterin des Lungenkrebszentrums Leipzig-Nordwest und Chefärztin der Kliniken für Pneumologie und Kardiologie am Diakonissenkrankenhaus Leipzig. Die medizinische Studienlage spricht eindeutig für einen möglichst umgehenden Ausstieg: Denn das Lungenkrebsrisiko von Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, nimmt kontinuierlich wieder ab. Es verringert sich bereits nach fünf Jahren um 60 Prozent und nach 15 bis 20 Jahren um bis zu 90 Prozent. „Wem es aus eigener Kraft einfach nicht gelingen will, dem sei eine ärztlich begleitete Raucherentwöhnung dringend empfohlen. Eine solche Therapie ist komplex und setzt auf eine medikamentöse und psychologische Mitbehandlung. In Leipzig wird das Entwöhnungsprogramm von niedergelassenen Pneumologen angeboten, die auch mit unserem Lungenkrebszentrum eng kooperieren“, rät die Expertin.

Lungenkrebszentrum arbeitet interdisziplinär
Ist die Diagnose Krebs gestellt, muss schnell gehandelt werden. Das Lungenkrebszentrum Leipzig Nordwest ermöglicht eine effektive Zusammenarbeit vieler medizinischer Bereiche. Um eine Behandlung auf höchstem Niveau und nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der pneumologischen Onkologie sicherzustellen, werden Patienten mit Verdacht auf Lungenkrebs sowie Patienten mit gesicherter Lungenkrebsdiagnose in einer wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz vorgestellt.

Diese Tumorkonferenz setzt sich aus Spezialisten aus allen beteiligten Fachbereichen (u. a. Thoraxchirurgie, Lungenheilkunde/Pneumologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie) zusammen. Gemeinsam werden die weiterführende Diagnostik bzw. ein individuelles Therapiekonzept bei gesicherter Diagnose festgelegt, welches im weiteren Verlauf für alle beteiligten Disziplinen verbindlich ist.

Das Konzept basiert auf den entsprechenden Leitlinien und Empfehlungen der Fachgesellschaften. Der Patient erhält von seinem behandelnden Arzt nicht nur eine Kopie des Konferenzprotokolls, sondern eine ausführliche, individuell angepasste und in jedem Fall laienverständliche Erklärung der vorgesehenen Diagnostik- bzw. Therapieschritte. Durch diese enge Kooperation zwischen den Spezialisten sowie durch Einbeziehung niedergelassener Ärzte können alle diagnostischen und therapeutischen Schritte aus einer Hand angeboten werden. Dies schließt die langfristige Betreuung nach einer erfolgten Behandlung mit ein. Darüber hinaus bestehen die qualitätsgesicherten Angebote der sozialmedizinischen Beratung, der psychoonkologischen Begleitung, Physiotherapie, Ernährungsberatung sowie Kooperationen mit Selbsthilfegruppen.



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