Das Interesse der Leipzigerinnen und Leipziger an der Geschichte ihrer Stadt ist groß und steigt weiter an. Das zeigt die Bilanz des 2023 eingeführten Konzepts Erinnerungskultur, die jetzt unter www.leipzig.de/erinnerungskultur vorliegt und durch die Ergebnisse der Kommunalen Bürgerumfrage „Leben in Leipzig“ 2025 gestützt wird. Demnach interessieren sich 89 Prozent der Befragten in mittlerem bis sehr starkem Maße für die Leipziger Geschichte, 45 Prozent sogar stark oder sehr stark. Damit wird deutlich, welchen hohen Stellenwert Stadtgeschichte und Erinnerungskultur in Leipzig haben.
„Erinnerungskultur gehört ins Zentrum einer demokratischen Stadtgesellschaft. Das große Interesse zeigt, dass die Leipzigerinnen und Leipziger ihre Geschichte gemeinsam diskutieren und unterschiedliche Perspektiven einbringen wollen. Das städtische Konzept Erinnerungskultur und die neue Bündelung des Themas sind ein Erfolg: Sie bringen Stadt, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Kultur zusammen und schaffen Raum für Vielfalt und Austausch. Diesen Weg wollen wir weitergehen“, sagt Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke.
Die Bilanz zeigt zugleich, dass der Wunsch nach mehr und vielfältigerer Erinnerungsarbeit wächst. Besonders häufig wünschen sich die Leipzigerinnen und Leipziger mehr Erinnerung an die Geschichte der Stadtbezirke und Ortsteile (31 Prozent) sowie an jüdische Geschichte (30 Prozent). Dabei unterscheiden sich die Interessen der Generationen: Jüngere Befragte interessieren sich stärker für jüdische Geschichte, die Geschichte des Nationalsozialismus sowie Frauen- und Geschlechtergeschichte, ältere häufiger für DDR-Geschichte.
Museen, Gedenkstätten und Ausstellungen bleiben die wichtigsten Formate der Geschichtsvermittlung. Gleichzeitig erreichen digitale Angebote insbesondere jüngere Menschen. Die Ergebnisse sprechen daher für eine vielfältige, zielgruppengerechte und niedrigschwellige Erinnerungskultur.
Über 30 Projekte konnten seit 2023 zur städtischen Erinnerungskultur realisiert werden. Zu ihnen zählen u. a. die Errichtung des neuen Erinnerungsortes „Meuten Memorial“ auf dem Lindenauer Markt (2025), die Veröffentlichung der digitalen „Leipziger Bücherspur“ (2025) sowie die Einweihung von Gedenktafeln für Leipziger Frauen, darunter für die Jazzpianistin Jutta Hipp (2025). Mit dem sächsischen und städtischen Themenjahr „Tacheles“ (2026) wird zudem die vielfältige jüdische Kultur Leipzigs sichtbar und erlebbar gemacht. Einzelne Projekte daraus wie der „Leipziger Notenbogen“ bleiben dauerhaft im Stadtbild bestehen. Schulprojekte wie „Unsichtbare Narben“ (2026) eröffnen jungen Menschen neue Zugänge zur jüngeren Stadtgeschichte. Ein Meilenstein ist die Grundsteinlegung für das Freiheits- und Einheitsdenkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz (2025), dessen Einweihung für 2029 vorgesehen ist.
Akteurinnen und Akteure der städtischen Erinnerungskultur sind eingeladen, sich in die zweimal jährliche stattfindende städtische Konferenz einzubringen. Eine Anmeldung ist per E-Mail unter erinnerungskultur@leipzig.de möglich. Alle Informationen und Kontakte zum Thema sind unter www.leipzig.de/erinnerungskultur abrufbar.
