Was, wenn die Geschichte einer Stadt nicht in Geschichtsbüchern beginnt, sondern dort, wo Menschen gelebt, geliebt, gelitten und ihre letzten Spuren hinterlassen haben?
Nach der ausverkauften Premiere am 21.08. 26 führt die Literaturshow „Endstation Wahrheit“ ihr Publikum in der studijo Bühne am 30. Oktober 2026 an einen ganz besonderen Ort: den Leipziger Südfriedhof. Wo seit 1886 die Lebensgeschichten unzähliger Leipzigerinnen und Leipziger miteinander verbunden sind, wird die Vergangenheit zum Schauplatz einer literarischen Spurensuche.
„Endstation Wahrheit“ erzählt Leipzigs Geschichte nicht aus der Perspektive der großen Namen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Menschen, deren Leben oft nur am Rand der überlieferten Geschichte auftaucht: Arbeiter, Waisenkinder, Näherinnen und andere Menschen, die ihre Zeit geprägt haben, ohne selbst zu historischen Persönlichkeiten zu werden.
Am Südfriedhof bekommt dieses Konzept eine besondere Bedeutung. Zwischen historischen Grabstätten und der imposanten Kapellenanlage begegnet das Publikum Geschichten, die mit realen Orten und historischen Ereignissen Leipzigs verbunden sind. Der Friedhof selbst wird dabei zum Teil der Erzählung und so zu einem Ort, an dem Vergangenheit nicht nur betrachtet, sondern erlebt wird.
Die Veranstaltung verbindet Literatur, Schauspiel und historische Recherche. Szenisch gelesen und gespielt von Mariann Gáborfi und Hubertus von Quack, entstehen persönliche Geschichten, die sich mit belegten Ereignissen der Leipziger Stadtgeschichte verweben. Dabei geht es auch um die dunkleren Seiten der Vergangenheit: um Verlust, gesellschaftliche Umbrüche, Gewalt, Ausgrenzung und Schicksale, die lange unbeachtet blieben.
Doch bei „Endstation Wahrheit“ ist nicht alles so, wie es zunächst scheint.
Denn erst am Ende entscheidet das Publikum, was tatsächlich geschehen ist. Welche Geschichte beruht auf historischen Quellen? Welche Details sind literarisch ausgeschmückt? Und welche vermeintliche Erfindung könnte näher an der Wahrheit liegen, als man zunächst denkt? Die Auflösung folgt erst zum Schluss. Wer aufmerksam zugehört und die Spuren richtig gelesen hat, kann dabei nicht nur herausfinden, was Wahrheit und was Fiktion ist, sondern sich auch eine besondere Anerkennung sichern.
Damit möchte „Endstation Wahrheit“ nicht einfach Geschichte vermitteln, sondern dazu einladen, über den Umgang mit Geschichte nachzudenken: An wen wird sich erinnert? Wer gerät in Vergessenheit? Und wie verändert sich unser Blick auf eine Stadt, wenn wir ihre Vergangenheit durch die Augen der Menschen betrachten, die sie selbst erlebt haben?
Der 30. Oktober bietet dafür einen besonderen Rahmen. Während der Südfriedhof in diesem Jahr sein 140-jähriges Bestehen begeht, nimmt „Endstation Wahrheit“ das Publikum mit zu einem Ort, an dem viele Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und manche Geschichten vielleicht noch immer darauf warten, erzählt zu werden.
Endstation Wahrheit
Termin: Freitag, 30. Oktober 2026
Beginn: 19:30 Uhr
Ort: studijo Bühne, Johannisallee 3, 04317 Leipzig
Eintritt: 17 € im Vorverkauf / 19 € Abendkasse
Empfohlen ab: 16 Jahren
Die Veranstaltung wird durch den Stadtbezirksbeirat Südost der Stadt Leipzig gefördert. Die Unterstützung ermöglicht es, das Kulturprojekt im Leipziger Südosten zu realisieren.
