Auch in diesem Jahr steuert DOK Leipzig ehemalige Festivallieblinge zur Leipziger Sommerkinosaison bei. Zwischen dem 8. Juli und dem 27. August 2026 sind an vier Abenden insgesamt drei Dokumentarfilme zu sehen – allesamt mit emanzipierten Protagonistinnen, die sich für Freiheit und Selbstbestimmung einsetzen.
Der oscarnominierte „Cutting Through Rocks“, der bei DOK Leipzig 2025 den Publikumspreis gewann, wird sogar bei zwei Sommerkinos zu sehen sein: im HP7 und bei der Plagwitzer Markthalle. Er erzählt von der Iranerin Sara, die sich in einer ländlichen Region des Landes für die Frauen und Mädchen in ihrer Gemeinde stark macht.
In der CSD-Woche zeigt das Luru Kino den Jugendfilm „Niñxs“, in dem die trans Protagonistin nach dem für sie richtigen Weg sucht, um von ihrem Aufwachsen und ihrer Transition zu erzählen.
Den krönenden Abschluss des DOK Leipzig Sommerkinos macht „The Woman Who Poked the Leopard“, der mit erweiterten Untertiteln (SDH) für gehörloses Publikum ausgestattet ist. Er begleitet eine Feministin und Aktivistin aus Uganda, die sich dem amtierenden Staatschef des Landes entgegenstellt.
Tickets gibt es an den Abendkassen oder über die Websites der Kinopartner Cinémathèque Leipzig, Luru Kino und Schaubühne Lindenfels.
Termine und Synopsen:
Mittwoch, 8.7.2026
21:00 Uhr
HP7 (open air) – in Kooperation mit der Cinémathèque Leipzig
Cutting Through Rocks
Regie: Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Aserbaidschanisch/Farsi, mit englischen und deutschen Untertiteln
95 min.
Die Proteste mit dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ in Teheran und anderen Großstädten scheinen weit weg von dem Ort, an dem Sara lebt. Doch die Protagonistin dieses Films setzt sich in ihrer ländlichen Gemeinde im Nordwesten des Iran ganz alltagspraktisch für die gleichen feministischen Werte ein. Ihr Vater lehrte sie einst – zum Unmut des Dorfes – das Motorradfahren. Ein kleiner Gefallen mit großer Wirkung: Für Sara ebnete er einen Weg jenseits der patriarchalen Ehe. Mobil auf zwei Rädern arbeitete sie als Hebamme und brachte zahlreiche Mädchen zur Welt, für die sie sich jetzt erneut stark machen will: Sara entschließt sich, als erste Frau in der Geschichte ihrer Kommune für den Gemeinderat zu kandidieren. Ein Schritt, der ihr einerseits begeisterte Unterstützung einbringt; andererseits muss sie offene Feindseligkeiten und eine Anhörung bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik über sich ergehen lassen.
Donnerstag, 16.7.2026
21:00 Uhr
Luru Kino (open air)
Niñxs
Regie: Kani Lapuerta
Spanisch, mit deutschen Untertiteln
93 min.
Karla ist verträumt, Karla ist charismatisch und Karla ist trans. Sie wächst in einer mexikanischen Kleinstadt auf und liebt es, sich zu schminken oder zu verkleiden. Aber manchmal wächst ihr die Welt auch über den Kopf. Dann versteckt sie sich stundenlang in ihrem Zimmer. Zum Glück hat Karla Freundinnen und eine Familie, die sie unterstützen, oft verstehen und immer auch mal herausfordern.
Über acht Jahre hinweg begleitete trans Filmemacher Kani Lapuerta seine Protagonistin in ihrem Alltag und ihrer Transition. Entstanden ist eine farbenfrohe, verspielte und politische Coming-of-Age-Erzählung aus trans Perspektive. „Niñxs“ ist ein berührender, Mut machender Film über Kindheit, Kreativität und Selbstermächtigung – und ein starkes Plädoyer für eine Welt, in der alle einfach sie selbst sein dürfen.
Donnerstag, 30.7.2026
21:45 Uhr
Plagwitzer Markthalle (open air) – in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels
Cutting Through Rocks
Regie: Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Aserbaidschanisch/Farsi, mit englischen und deutschen Untertiteln
95 min.
[Synopsis siehe oben]
Donnerstag, 27.8.2026
21:30 Uhr
Plagwitzer Markthalle (open air) – in Kooperation mit der Schaubühne Lindenfels
The Woman Who Poked the Leopard
Regie: Patience Nitumwesiga
Englisch/Luganda, mit erweiterten deutschen Untertiteln (SDH)
Wenn Stella Nyanzi einen Raum betritt, ist Action angesagt. Die ugandische Feministin, Genderforscherin, Anthropologin und Poetin nimmt bei ihrem Kampf gegen die staatliche Unterdrückung kein Blatt vor dem Mund. Mit einem vulgären Gedicht verhöhnt sie den seit fast 40 Jahren amtierenden Staatschef Yoweri Museveni und kommt dafür 2017 ins Gefängnis. Nach ihrer Freilassung kandidiert Nyanzi für das Parlament, ohne das nötige Geld für eine Wahlkampagne zu haben. Mit ihren Kindern druckt und verteilt sie Plakate und Flugblätter in den Slums von Kampala. Wiederholt sieht sich die Familie mit Polizeigewalt konfrontiert und emigriert schließlich nach Deutschland.
