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LWB Neubau: Johannisallee im April 2026, Foto: Peter Usbeck, Quelle: LWB
LWB Neubau: Johannisallee im April 2026, Foto: Peter Usbeck, Quelle: LWB

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) bleibt auf Expansionskurs

Hohe Investitionen in Sanierung und Neubau

28.05.2026 Bauen
Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) bleibt auf Expansionskurs. Trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen sind stabile Bauausgaben geplant. Bis 2035 sollen insgesamt etwa 1,8 Milliarden Euro in den Wohnungsbestand sowie den Neubau investiert werden, allein 2026 sind 231 Millionen Euro geplant. Zugleich steigen die Nettokaltmieten nur moderat.

„Für eine am Gemeinwohl ausgerichtete Kommunalpolitik ist das Thema bezahlbares Wohnen von zentraler Bedeutung. Umso wichtiger ist es für Leipzig, dass die stadteigene LWB ihr Bauprogramm fortsetzt und trotz widriger Umfeldbedingungen den Neubau von mehr als 2.000 Wohnungen bis 2035 plant, mehr als die Hälfte davon im geförderten Bereich“, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung vor Journalisten anlässlich der Feststellung des Jahresabschlusses der GmbH durch die Gesellschafterversammlung am 28. Mai 2026. Zusätzlich zu ihrem Kerngeschäft übernehme die LWB soziale Verantwortung. Die Nachbarschaftsarbeit gehöre laut Jung ebenso dazu wie die Unterstützung von Menschen, die am Wohnungsmarkt kaum Chancen haben.

Widergespiegelt werde die positive Entwicklung der LWB unter anderem in den Ergebnissen der Mieterbefragung von 2025. Fast 93 Prozent der Befragten würden demnach die LWB als Vermieter empfehlen. Der Wert liegt etwa drei Prozentpunkte über dem Branchendurchschnitt.

„Die LWB wirkt in allen Stadtbezirken mietpreisdämpfend. Grundlage bildet die moderate Entwicklung der Kaltmieten ebenso wie der hohe Anteil an geförderten Wohnungen im Neubausegment“, erklärte Thomas Dienberg, Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau sowie LWB Aufsichtsratsvorsitzender. Das Engagement für die energetische Sanierung und Instandsetzung sowie fürs Wohnumfeld sei beispielgebend. „Insbesondere in den Plattenbauquartieren profitieren Jahr für Jahr die Bewohner hunderter Mietwohnungen von den Investitionen“, so Dienberg. „Nutznießer der reduzierten Treibhausgase und der verbesserten Energieeffizienz sind zugleich der Klimaschutz und damit wir alle. Beim spezifischen Wärmeverbrauch liegt die LWB seit Jahren deutlich besser als die Branche deutschlandweit“, betonte Dienberg mit Verweis auf den Nachhaltigkeitsbericht 2025.

Bauaktivitäten gesteigert - Kraftakt für den Leipziger Wohnungsmarkt

„Wir haben in schwierigen Zeiten unsere Bauaktivitäten nicht gekürzt, sondern gesteigert“, betonte Doreen Bockwitz, LWB Geschäftsführerin Wohnungswirtschaft und Bau. Die Anzahl der Projekte ist gewachsen. Im Geschäftsjahr 2025 sind insgesamt vier neue Quartiere mit 349 Wohnungen fertiggestellt und vermietet worden. Damit wuchs die Zahl der neu errichteten Wohnungen seit 2019 auf insgesamt 1.307, davon wurden mehr als zwei Drittel gefördert. Sie sind somit für Menschen mit kleinem Budget reserviert. Bewerber um eine geförderte Wohnung benötigen einen weißen Wohn- berechtigungsschein der Stadt Leipzig.

Im vergangenen Geschäftsjahr kam die nunmehr vierte Neubauetappe in Fahrt. Aktuell befinden sich fünf Maßnahmen im Bau. In der Johannisallee, wo im April 2026 Richtfest gefeiert wurde, entstehen 202 Wohnungen. In der Essener Straße, dem ersten seriellen Wohnungsbauvorhaben der LWB, sind 121 Wohnungen speziell für ältere Menschen im Bau. In der Wunderlichstraße haben die Arbeiten für 91 Wohnungen begonnen, in der Judith-Auer-Straße für 97 Wohnungen und in der Plovdiver Straße errichtet die LWB 50 Wohnungen. Weit fortgeschritten sind die Vorbereitungen für die Brambacher Straße (100 Wohnungen) und die Grünauer Allee (43). Geplant werden zudem Projekte in der Kregelstraße, Auguste-Schmidt-Straße, Schmidt-Rühl-Straße, Meißner Straße und Zschampertaue.

„Allein für 2026 haben wir Bauausgaben in Höhe von 231 Millionen Euro geplant. Damit wächst die Summe auf mehr als eine Milliarde Euro seit 2019“, so Kai Tonne, LWB Geschäftsführer Finanzen und Vermögenssteuerung. Tonne: „Wir sind hier weiter mit vollem Schub unterwegs.“ Das meiste Geld fließe in den Bestand. Zwar liege der Schwerpunkt auf den Großwohnsiedlungen, aber auch im Siedlungsbau der 1930er- und der 1950er-Jahre werde investiert. In diesem Jahr finden Sanierungsarbeiten an zehn Plattenbaustandorten sowie in vier weiteren Quartieren statt. Mit den hohen Bauausgaben nehme das Volumen der Kreditverbindlichkeiten und Zinsaufwendungen planmäßig zwar zu, ebenso jedoch auch der Wert des Anlagevermögens sowie die Mieteinnahmen.

„Insgesamt vollbringt die LWB einen gewaltigen Kraftakt, um den Leipziger Wohnungsmarkt gemeinwohlorientiert zu unterstützen“, so Geschäftsführer Tonne. Dabei stehe das Unternehmen vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Das Erreichen der Klimaneutralität und steigende Kosten gehörten ebenso dazu wie wachsende soziale Aufgaben in den Quartieren sowie bei der Unterbringung von Geflüchteten, Wohnungslosen oder Menschen in Notsituationen.

„Als kommunales Unternehmen nimmt die LWB im Auftrag der Stadt Leipzig sehr vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben wahr, die weit über das normale Geschäft von Immobilienunternehmen hinausgehen“, erklärte Geschäftsführerin Bockwitz.

Geschäftsjahr 2025: Mieten steigen nur moderat, Energiepreise sind Kostentreiber

„Für das Geschäftsjahr 2025 können wir über gute, solide Zahlen berichten“, so Geschäftsführer Tonne. Mit 1,67 Milliarden Euro erreichte die Bilanzsumme einen neuen Spitzenwert (2024: 1,62 Milliarden Euro). Die Eigenkapitalquote von 39,4 Prozent zeige, auf welch stabilen Füßen die LWB steht. Der Jahresüberschuss ist unter anderem aufgrund deutlich gestiegener Instandhaltungsaufwendungen zurückgegangen auf 10,6 Millionen Euro (2024: 19,8 Millionen Euro). Er liegt jedoch über der für 2025 geplanten Summe. „Das Volumen der Kreditverbindlichkeiten hat um 24,1 Millionen Euro auf 840 Millionen Euro (2024: 816 Millionen Euro) zugenommen, was die Investitionsdynamik widerspiegelt“, erklärte Geschäftsführer Kai Tonne. Im Jahr 2025 lagen die Bauausgaben insgesamt inklusive Neubau bei 149 Millionen Euro - hiervon flossen mehr als zwei Drittel in den Bestand. „Wir sind stolz darauf, dass wir die vielfältigen Aufgaben, die uns die Stadt Leipzig als LWB Eigentümerin gestellt hat, aus eigener Kraft erfüllt haben und trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine stabile Entwicklung verzeichnen“, so Tonne.

Im Geschäftsjahr 2025 blieb die LWB auch bei der Entwicklung der Nettokaltmieten auf Kurs. Es gab nur moderate Erhöhungen. Im Bestand lagen die Nettokaltmieten im Schnitt bei 6,13 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Inklusive Neubau waren es 6,18 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. „Damit waren die LWB Nettokaltmieten pro Quadratmeter wie bereits in den Jahren zuvor um mehr als einen Euro niedriger als der städtische Vergleichswert. Der Abstand hat sich tendenziell sogar weiter leicht vergrößert“, so Geschäftsführerin Bockwitz.

Preistreiber beim Wohnen sind nach wie vor die Betriebskosten. Insbesondere die Energiekosten liegen gegenüber den Jahren vor 2023 weiterhin auf einem hohen Niveau. Im zurückliegenden Jahr war die Mehrheit der LWB Mieter, insbesondere wenn die Möglichkeit einer frühzeitigen Anpassung der Vorauszahlungen nicht genutzt wurde, von teils horrenden Nachzahlungen betroffen. Bockwitz: „Wir beobachten mit Sorge den Kostentrend. Mitunter ist die Summe der Betriebskosten bereits höher als die Nettokaltmiete. Für unsere Mieter haben wir deshalb die Hilfs- und Beratungsangebote ausgeweitet.“



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