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Der Konzertchor Leipzig feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen

Höhepunkt ist das Konzert „SAGENHAFT“ am 4. Oktober 2026 um 18 Uhr im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig

01.09.2026 Veranstaltungen
Konzertchor Leipzig

Zehn Jahre gemeinsames Singen, anspruchsvolle chorsinfonische Projekte, Konzertreisen und zahlreiche musikalische Begegnungen: Der Konzertchor Leipzig feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das Konzert „SAGENHAFT“ am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 18 Uhr im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig.

Im Interview spricht Karl Joseph Eckel, seit Januar 2022 Künstlerischer Leiter des Ensembles, über die Entwicklung des Chores, prägende Erlebnisse und ein Jubiläumsprogramm zwischen Märchen, Schicksal und Realität.

Herr Eckel, was bedeutet das zehnjährige Jubiläum für den Konzertchor Leipzig?

Karl Joseph Eckel: Zehn Jahre sind in einer traditionsreichen Musikstadt wie Leipzig vielleicht nicht viel. Wenn man aber betrachtet, was in dieser Zeit aus einem Hobby, Ehrenamt und musikalischer Leidenschaft entstanden ist, ist das etwas Besonderes!

Eine lebendige Gemeinschaft, die sich jede Woche mindestens einmal trifft, durch Höhen und Tiefen geht, einander unterstützt, Anteil nimmt, Konzerte organisiert und inzwischen auch international unterwegs ist.

Für mich ist es nicht nur ein „runder Chor-Geburtstag“, sondern ein Geschenk, was man gemeinsam alles bewegen und erreichen kann.

Sie leiten den Chor seit Januar 2022. Wie blicken Sie auf seine Entwicklung?

Die Geschichte des Konzertchors ist das Werk vieler Menschen. Auch die verschiedenen Chorleiterinnen und Chorleiter haben das Ensemble geprägt: Prof. Gunter Berger begleitete die Gründungsphase, danach folgten Stephan Gogolka, Eva Meitner und Edward Caswell.

Als ich die Leitung übernommen habe, wollte ich zunächst verstehen, was diesen Chor auszeichnet. Bach, Beethoven und Mendelssohn gehören ebenso zu seinem Repertoire wie Musical, Filmmusik und Rock. Mit konzentriertem Arbeiten schaffen wir vielseitige Konzerterlebnisse für Jung und Alt.

Zunächst war es ein Singen zugunsten von Benefizkonzerten, beispielsweise für das Kinderhospiz „Bärenherz“. Immer mehr entwickelte sich aber auch der Wille, in regelmäßigen Abständen chorsinfonische Werke zu singen, später sogar selbst zu veranstalten.

Für einen gemeinnützigen Verein sind das wahre Mammutaufgaben und auch ein Risiko. Der Chor stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen und löst sie mit Eifer, Geschick, Ausdauer und Herzblut.

Welche Stationen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

In einem Chor passieren beinahe wöchentlich erzählenswerte Anekdoten. Worauf ich immer wieder achte, ist, dass die Menschlichkeit nie verloren geht – trotz Zeitdruck und Ansporn.

Dabei blieb mir besonders hängen, wie eine ältere Chorsängerin während unseres Auftritts in Pisa 2025 zusammenbrach – mitten im Konzert! Es war schwül-warm, die Scheinwerfer taten ihr Übriges, die Busreise in den Tagen zuvor war strapazierend.

Ihre Nachbarinnen konnten sie auffangen, legten sie vorsichtig auf die breite Podeststufe vor sich und kümmerten sich um sie. Das Wundersame: Niemand hatte etwas mitbekommen – weder das Publikum noch das Orchester. Selbst ich stand in der gleichen Chorreihe nur wenige Meter von dem Geschehen entfernt und erfuhr erst im Nachhinein von dieser stillen Situation.

Ich war gerührt, wie gut der Chor an dieser Stelle funktioniert hat. Man achtet aufeinander, nimmt Anteil und sieht sich als Ganzes.

Das Jubiläumskonzert trägt den Titel „SAGENHAFT“. Was verbirgt sich dahinter?

Wir wollten bewusst mit der Doppeldeutigkeit spielen. Einerseits ist es ein erstaunter Ausruf über die zehn Jahre, die so schnell vergangen sind. Andererseits wird das Konzertprogramm magisch: Geister und Elfen, eine Götterwelt trifft auf die Menschenwelt, die Grenzen zwischen Märchen und Realität drohen zu verschwimmen.

Dafür haben wir ein Programm aus vier Kompositionen zusammengestellt – mit Werken von Brahms, Mendelssohn, Gade und Hensel.

Es erklingen Werke, die zum Teil nur sehr selten gespielt werden. Mit Fanny Hensel ist zudem eine Komponistin im Programm vertreten. Es wird mitunter beeindruckende Neuentdeckungen geben.

Leipzig spielt dabei eine wichtige Rolle, denn diese vier Komponistinnen und Komponisten haben die Stadt auf ihre eigene Art und Weise geprägt.

Was erwartet das Publikum am 4. Oktober im Gewandhaus?

Ein großer chorsinfonischer Konzertabend mit Werken, die in dieser Zusammenstellung nur selten – vielleicht auch nie wieder – zu erleben sind: Mendelssohns Hör mein Bitten, Gades Erlkönigs Tochter, Brahms’ Schicksalslied und Fanny Hensels Oratorium nach Bildern der Bibel.

Gemeinsam mit dem Konzertchor Leipzig stehen Madrigio und die Staatskapelle Halle auf der Bühne. Hinzu kommen die hochkarätig besetzten Solopartien mit Taryn Knerr, Henriette Gödde, Christoph Pfaller und Anton Haupt.

Dass wir unser zehnjähriges Bestehen im Großen Saal des Gewandhauses feiern dürfen, ist für den gesamten Chor etwas Besonderes. Eine große Ehre ist es für uns als Laienchor auch, dass der Präsident des Sächsischen Landtags, Alexander Dierks, die Schirmherrschaft für dieses Projekt trägt.

Ist „SAGENHAFT“ eher Rückblick oder Aufbruch?

Beides. Wir blicken dankbar auf zehn intensive Jahre zurück. Gleichzeitig ist ein zehnter Geburtstag kein Schlusspunkt. Der Chor hat sich immer wieder weiterentwickelt – und das soll auch künftig so bleiben.

Ich wünsche mir, dass wir am 4. Oktober gemeinsam mit unserem Publikum die Musik, die Gemeinschaft und all das feiern, was in diesen zehn Jahren entstanden ist.

Jubiläumskonzert auf einen Blick

SAGENHAFT! – 10 Jahre Konzertchor Leipzig

Sonntag, 4. Oktober 2026, 18 Uhr
Gewandhaus zu Leipzig, Großer Saal
Augustusplatz 8, 04109 Leipzig

PROGRAMM

• Felix Mendelssohn Bartholdy: Hör mein Bitten, MWV B 49
• Niels Wilhelm Gade: Erlkönigs Tochter, op. 30
• Johannes Brahms: Schicksalslied, op. 54
• Fanny Hensel: Oratorium nach Bildern der Bibel

MITWIRKENDE

• Konzertchor Leipzig
• Madrigio
• Staatskapelle Halle
• Taryn Knerr, Sopran
• Henriette Gödde, Alt
• Christoph Pfaller, Tenor
• Anton Haupt, Bass

Künstlerische Leitung: Karl Joseph Eckel
Schirmherrschaft: Alexander Dierks, Präsident des Sächsischen Landtags

KARTEN

Eintrittskarten sind in verschiedenen Preiskategorien beim Gewandhaus zu Leipzig und über Eventim erhältlich:

Informationen und Tickets beim Gewandhaus zu Leipzig:
www.gewandhausorchester.de/veranstaltung/chorsinfonisches-konzert-9896/

Eintrittskarten über Eventim:
www.eventim.de/artist/konzertchor-leipzig/

SAGENHAFT – Ein Jahrzehnt Musik. Ein Abend voller Geschichten. Ein Jubiläum, das klingt.



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