Aktuelles
Baustart der Wasserstoff-Pipeline im BMW Group Werk Leipzig, Foto: BMW Group
Baustart der Wasserstoff-Pipeline im BMW Group Werk Leipzig, Foto: BMW Group

Baubeginn der Wasserstoff-Pipeline: BMW Group bindet das Werk Leipzig an Wasserstoff-Kernnetz an

Meilenstein für Energie-Resilienz und weitere Dekarbonisierung

15.10.2026 Wirtschaft
BMW Werk Leipzig

Das BMW Group Werk Leipzig feierte am 30. September 2026 den symbolischen Baubeginn einer rund zwei Kilometer langen Wasserstoff-Pipeline als Anschluss an das künftige Wasserstoff-Kernnetz. Fertigstellung und Anschluss sind im ersten Halbjahr 2028 geplant. Der Standort wird damit das weltweit erste Automobilwerk sein, das direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff versorgt wird.

Begleitet wird der Meilenstein von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr. Die Teilnahme von Land und Bund unterstreicht die Bedeutung des Projekts: Der Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoff-Infrastruktur ist eine gemeinsame Aufgabe von Unternehmen, Energiepartnern und Politik und ein wichtiger Beitrag für zukunftsfähige Industriestandorte in Deutschland. Dieses H2-Pipelineprojekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie des Freistaates Sachsen kofinanziert und leistet einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Sachsen.

„BMW zeigt seit Jahren, wie Wasserstoff in der industriellen Produktion eingesetzt werden kann. Mit der neuen Pipeline wird Leipzig zum Ankerpunkt für die Wasserstoffwirtschaft und zu einem der ersten sächsischen Industriestandorte am Wasserstoff-Kernnetz. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und schafft die Grundlage dafür, dass Wasserstoff dort ankommt, wo er für die Produktion gebraucht wird“, sagte Ministerpräsident Kretschmer beim symbolischen Baubeginn.

BMW Group treibt innovativen Wasserstoffeinsatz in Leipzig voran

Das Werk Leipzig nutzt Wasserstoff bereits seit 2013 in der Intralogistik. Heute setzt das Werk über 230 Gabelstapler und Routenzugschlepper mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb ein und betreibt damit die größte Flotte an brennstoffzellenbetriebenen Intralogistikfahrzeugen in Europa. Seit 2022 kommt Wasserstoff zudem in der Lackiererei zum Einsatz: Dort sind inzwischen elf bivalente Lack-Brenner installiert, die flexibel Erdgas oder Wasserstoff verbrennen können.

Die Pipeline ermöglicht die Versorgung unserer Lackiererei mit Wasserstoff in völlig neuen Größenordnungen. Sie ist damit ein Meilenstein und Grundpfeiler zur Sicherung unserer künftigen Energie-Resilienz und bietet Potenziale für die weitere Dekarbonisierung unserer Produktion“, sagt Petra Peterhänsel, Leiterin BMW Group Werk Leipzig.

Mit dem Pipelineanschluss kann Wasserstoff künftig Erdgas vor allem dort ersetzen, wo energieintensive Prozesse hohe Temperaturen benötigen. Dies ist bei den Trocknern in der Lackiererei der Fall. Der Einsatz der bivalenten Erdgas- und Wasserstoffbrenner ermöglicht zudem das Sammeln von Erfahrungen der technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Hochlaufs des H2-Kernnetzes, um einen optimierten Betrieb der Anlagen darstellen zu können.

Lokale Lösungen für wirksames Energiemanagement

Die Wasserstoff-Pipeline in Leipzig ist ein Bestandteil des globalen Energiemanagements der BMW Group. Der Ansatz folgt keinem pauschalen Modell, sondern setzt auf technologieoffene, standortspezifische Lösungen. In Leipzig bilden eine langjährige Wasserstoff-Erfahrung, konkrete industrielle Anwendungen und der direkte Anschluss an die entstehende H2-Infrastruktur die Basis für eine langfristig belastbare Energieversorgung.

Global denken, lokal handeln

Die BMW Group setzt bei der Energieversorgung auf Lösungen, die zum jeweiligen Standort passen. Entscheidend sind die lokale Infrastruktur, die Kosten und die verfügbaren Energiequellen. So verbindet das Unternehmen Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung. Künftig sollen die Standorte Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch selbst erzeugen, speichern und flexibel einsetzen. Sie werden zu sogenannten Prosumern.

Digitale Steuerung ergänzt diesen Ansatz bei der BMW Group: Virtuelle Kraftwerke vernetzen Erzeuger, Verbraucher und Speicher und optimieren Energieflüsse datenbasiert. Damit können Standorte Lasten flexibler steuern, die Netzstabilität unterstützen und ihre Abhängigkeit von Markt- und Preisschwankungen reduzieren.

Transformation braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Die industrielle Transformation hin zu einer Energieversorgung mit Wasserstoff gelingt nur im Zusammenspiel von Unternehmen, Energiepartnern und Politik. Dafür braucht es einen beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur, international wettbewerbsfähige Energiekosten sowie eine zertifizierte Anerkennung von Qualitätsmerkmalen. Für molekülbasierte Energieträger heißt das konkret: Ein schnell verfügbares Wasserstoff-Kernnetz einschließlich Verteilerinfrastruktur, wettbewerbsfähige Netzentgelte, ein günstiger verfügbarer klimafreundlicher Energieträger, Investitions- und Planungssicherheit sowie praxisnahe und europäisch harmonisierte Zertifizierungen.

Starke Partner für eine resiliente Energieversorgung

Die Anbindung des BMW Group Werks Leipzig an das künftige H2-Kernnetz ist ein gemeinsamer Schritt von Industrie und Energiepartnern. Die BMW Group hat dafür mit der ONTRAS Gastransport GmbH, die für den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes in der Region zuständig ist, einen Kapazitäts-Reservierungsvertrag vereinbart. Die Bauarbeiten für die rund zwei Kilometer lange Anschlussleitung für das BMW Group Werk Leipzig inklusive Gasdruckregel- und Messanlage übernimmt die MITNETZ GAS GmbH. Damit leisten die Beteiligten ihren Beitrag, Wasserstoff als Energieträger industriell nutzbar zu machen und die Energieversorgung des Standorts Leipzig langfristig resilienter aufzustellen.

Eine resiliente Energieversorgung entsteht nicht nur im Zusammenspiel von Unternehmen, Energiepartnern und Politik, sondern auch unter Einbindung der Gesellschaft. Aus Sicht der BMW Group sind Transparenz, Verlässlichkeit und frühzeitige Beteiligung wichtige Voraussetzungen für Akzeptanz und Planungssicherheit. Mit Projekten wie der Wasserstoff-Pipeline in Leipzig leistet das Unternehmen einen konkreten Beitrag, industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Dekarbonisierung und regionale Wertschöpfung zu verbinden.



Dieser Artikel wurde veröffentlicht von:
LEIPZIGINFO.DE
Kontakt
Empfehlungen
Nach oben