Stille Örtchen sind selten schöne Örtchen. Im Film „Perfect Days“ (2023) gelingt es Regisseur Wim Wenders dennoch, öffentliche Toiletten in Tokio zu inszenieren wie ein architektonisches Juwel. Die teilweise futuristischen Kabinen wurden allerdings auch von Star-Architekten anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Japan entworfen und sind ein Star des Films – neben der Hauptfigur, Toilettenreiniger Hirayama. Und so passt „Perfect Days“ perfekt in die Reihe „Architektur im Film“. Er ist am Dienstag, 27. Oktober 2026, 18 Uhr, im GRASSI Museum für Angewandte Kunst (Johannisplatz 5 – 11) zu sehen.
Wenders war ursprünglich angefragt, eine Dokumentation zu den Toiletten im Stadtteil Shibuya zu drehen, entschied sich jedoch für einen Spielfilm. Mit viel Poesie und Filmmusik von Lou Reed bis Nina Simone erzählt er vom Gemeinwohl und vom Glück im Kleinen.
Die Veranstaltung im GRASSI Museum beginnt um 18 Uhr mit einer Begrüßung durch die Koordinatorin für Baukultur, Nora Gitter, und einem kurzen Input des Toilettenkoordinators Marco Schlütter der Stadt Leipzig. Er stellt das aktuelle Toilettenkonzept vor, blickt zurück auf die historischen Bedürfnisanstalten Leipzigs und gibt einen Ausblick auf zukünftige Neuerrichtungen.
Im Anschluss berichtet Max Wasserkampf (Naumann Wasserkampf Architekten, Weimar) in seinem Vortrag über den Neubau der Parktoilette an der Ilm in Weimar. Das mehrfach prämierte Projekt stellt das Stadtmobiliar selbstbewusst und ortsspezifisch gestaltet – vom Wasserspeier bis zur Signaletik – in den Vordergrund. Gegen 19 Uhr wird „Perfect Days“ gezeigt.
„Architektur im Film“ ist eine Reihe des Zentrums für Baukultur Sachsen (ZfBK) zusammen mit der Stadt Leipzig. Gezeigt werden einmal im Monat Kino- und Fernsehproduktionen, die das Thema Architektur auf herausragende Weise aufbereiten oder darstellen. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist jeweils frei.
Nächster Termin der Reihe ist am 24. November, 18 Uhr, im Stadtbüro mit dem Film „Sep Ruf – Architekt der Moderne“. Weitere Informationen zur Filmreihe sowie das Programm gibt es online unter www.leipzig.de/netzwerk-baukultur.
