Am 9. Oktober 1989 bereitete in Leipzig der friedliche Verlauf der bis dahin größten Montagsdemonstration gegen das SED-Regime den Weg für den Fall der Mauer und für die deutsche Wiedervereinigung. Anlässlich des Jahrestages sind im September und Oktober zahlreiche Veranstaltungen geplant, die an die historischen Ereignisse erinnern und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen vor dem Hintergrund der Entwicklungen nach 1989 betrachten. Höhepunkte des Gedenkens sind das Friedensgebet und die Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche und das Lichtfest Leipzig, erneut in Form eines Lichtwegs durch die Innenstadt.
Friedensgebet
Nikolaikirche, 17 Uhr
Superintendent Dr. Joachim Jeska aus Osnabrück wird in diesem Jahr die Predigt im Friedensgebet halten. Als Friedensstadt besitzt Osnabrück eine lange Tradition. Am 25. Oktober 1648 wurde von der Rathaustreppe der Westfälische Frieden verkündet, der das Ende des 30-jährigen Krieges bedeutete. In seiner Predigt schlägt Joachim Jeska eine Brücke von Osnabrück nach Leipzig und bekräftigt die gemeinsame Verantwortung beider Städte für den Frieden. Musikalisch durchzieht das Friedensgebet die Kantate „Selig sind ...“ von André Engelbrecht. Es musizieren der Bachchor an der Nikolaikirche und das Ensemble St. Nikolai unter der Leitung von Nikolaikantor Markus Kaufmann.
Rede zur Demokratie
Nikolaikirche, 18:15 Uhr
Die deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook wird am 9. Oktober die Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche halten. Die Expertin für US-Politik und internationale Beziehungen gilt als eine der profiliertesten Transatlantischen Stimmen der Gegenwart. Am Beispiel der Entwicklungen in den USA beschäftigt sie sich mit Angriffspunkten von innen auf liberale Demokratien und zeigt, wie dieselben Muster auch in Europa zu beobachten sind.
Lichtfest Leipzig 2026
19-23 Uhr
Das Lichtfest 2026 führt als Lichtweg durch die Leipziger Innenstadt. Zwischen Nikolaikirche und Matthäikirchhof verbinden Lichtinstallationen, Performance und Bilder von 1989 Geschichte mit Gegenwart. Internationale Künstlerinnen und Künstler sowie lokale Projektpartner und Leipziger Schülerinnen und Schüler gestalten gemeinsam eine europäische Perspektive.
Das Kerzenpodest in Form einer 89 an der Thomaskirche/ Ecke Klostergasse bildet einen stillen Moment des Gedenkens, aber auch die Möglichkeit des Austausches mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. So entsteht ein gemeinsamer Raum für Erinnerung und Reflexion.
Der Lichtweg kann in beide Richtungen begangen werden, es gibt keine vorgegebene Reihenfolge. Der Startpunkt ist beliebig wählbar. Orangefarbene Straßenleuchten helfen bei der Wegeleitung am Lichtfestabend.
Lichtwegprojekte 2026 im Überblick:
- Unsere VerANTWORTung … (Open-Air-Ausstellung Grimmaische Straße)
- Faces of Light (Lichtinstallation am Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig/ Grimmaische Straße)
- Aufbruch-Umbruch-? Verbunden in Vielfalt (Tanzperformance auf dem Markt)
- Kerzen-89 und Zeitzeugeninterviews (Thomaskirchhof/Ecke Klostergasse)
- PERPETUUM (Immersive Videoinstallation am Dittrichring)
- Der Aktenschrank (Videoinstallation im Innenhof des Matthäikirchhofs)
Weitere Informationen:
www.lichtfest.leipziger-freiheit.de
www.leipzig.de/herbst89
www.herbst89.de
