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Veranstaltungen

Gedenktag: 50 Jahre nach der Sprengung der Universitätskirche

30.05.2018 Treff
Kontraste, wohin das Auge blickt. Helles Kirchenschiff beherbergt dunkle historische Kunstwerke. Alt trifft neu.

Kontraste, wohin das Auge blickt. Helles Kirchenschiff beherbergt dunkle historische Kunstwerke. Alt trifft neu. , Quelle: Diana Beringschmidt - Instagram: "Leipzig.entdecken"

Die Universität Leipzig lädt am 30. Mai 2018 zu einem ganz besonderen Gedenktag ein: Genau 50 Jahre nach der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli stehen im Paulinum - Aula und Universitätskirche St. Pauli neben einem Gedenk- und Dankgottesdienst auch ein Konzert mit einer Uraufführung sowie ein wissenschaftliches Kolloquium auf dem Programm.

Sprengung hat sich "ins kollektive Gedächtnis der Leipziger eingeprägt"

Das Gedenken an die Zerstörung des Gotteshauses und der Dank für den Neubau stehen im Mittelpunkt des Gottesdienstes, der um 10 Uhr beginnt. "Die Sprengung der alten Universitätskirche hat sich in das kollektive Gedächtnis der Leipzigerinnen und der Leipziger tief eingeprägt. Dadurch ist die Seele der Stadt verletzt worden. Dass es nach 50 Jahren eine neue Universitätskirche gibt, bietet die große Chance, diese Verletzung zu heilen" betont der Erste Universitätsprediger Prof. Dr. Peter Zimmerling. Er sei dankbar dafür, dass nun wieder Universitätsgottesdienste an ihrem angestammten Ort wie seit 1710 an jedem Sonn- und Feiertag gefeiert werden können. Die Predigt des Dankgottesdienstes hält Landesbischof Dr. Carsten Rentzing. Die musikalische Ausgestaltung übernehmen der Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Prof. Gotthold Schwarz sowie die Leipziger Universitätskantorei. An der Orgel spielt Universitätsorganist Daniel Beilschmidt.

Amerikanischer Historiker stellt Buch über Sprengung der Universitätskirche vor

Drei Stunden später ist die interessierte Öffentlichkeit zu dem Kolloquium "Von St. Pauli zum Paulinum. Leipzigs Universitätskirche und andere Baudenkmäler in Ostdeutschland zwischen Zerstörung, Rekonstruktion und Reinterpretation" eingeladen. Organisiert wird es von Prof. Dr. Dirk van Laak vom Historischen Seminar der Universität Leipzig und Prof. Dr. Arnold Bartetzky vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa - GWZO.

Es solle in dem Kolloquium u.a. die Zerstörung der Universitätskirche und der Neubau des Paulinums im Kontext vergleichbarer Fälle analysiert werden, bei denen auf unterschiedliche Weise auf die Unterbrechung baulicher und historischer Traditionen reagiert wurde. Diesem Thema widmen sich weitere Vorträge sowie die abschließende Podiumsdiskussion, in der die Referenten über verschiedene Projekte zum Wiederaufbau zerstörter Gebäude wie der Garnisonskirche Potsdam und die von ihnen ausgelösten Debatten diskutieren werden.

Die Organisatoren betonen, dass mit der Veranstaltung nicht alte Wunden aufgerissen werden sollen. Vielmehr gehe es darum, nach der endgültigen Fertigstellung des Paulinums unter Mitwirkung von Experten aus dem In- und Ausland neue Perspektiven auf die Geschichte und Gegenwart dieses für Universität und Stadt zentralen Ortes zu gewinnen. Das Kolloquium ist für alle Interessierten offen. Um Anmeldung per E-Mail (zeitgeschichte@uni-leipzig.de) wird bis zum 21. Mai gebeten.

Uraufführung des Auftragswerks der Stiftung Universitätskirche St. Pauli  

Am Abend steht ein Gedenkkonzert auf dem Programm, zu dem Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung einführende Worte sprechen wird. Neben Musik von Johann Sebastian Bach, Bengt Hambreaus, Arvo Pärt und Volker Bräutigam erklingt das Werk "Visionen" für Sopran, Bass, Chor, Violoncello, Klarinette, Harfe, Schlagzeug und zwei Orgeln von Universitätsorganist Daniel Beilschmidt als Uraufführung. Das Stück entstand im Auftrag der Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig und entwickelt vor dem Hintergrund der Frage, was für ein Ort die Neue Universitätskirche mit ihrer fast 800-jährigen Geschichte heute ist, folgende Themen: Sehnsucht nach Gott, dessen (Nicht-)Sichtbarkeit und Heiligkeit.

Die Texte sind der Bibel entnommen: Neben Psalm-Texten wurden ein Spruch des Namenspatrons Paulus, Jesu Wort zur Feindesliebe, eine Szene aus der Offenbarung und das Sanctus vertont. "Es ist ein Ausblick auf das, was eine Kirche will: verbinden mit Gott, einen Ort bieten, der die Diskrepanz der Nichtsichtbarkeit überbrückt - die Kirche als Ort der Sehnsucht und der Anbetung", sagt Beilschmidt. Er bezieht, wie Hambraeus in seinem "Kyrie und Sanctus" beide Orgeln im Paulinum ein, um eine Raummusik zu entwerfen.

Bei dem Gedenkkonzert, das unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Prof. David Timm steht, sind außerdem der Leipziger Universitätschor sowie Vokal- und Instrumentalsolisten zu hören. Die Konzertkarten für fünf Euro sind in der Musikalienhandlung Oelsner, bei Culton Tickets und in der Ticketgalerie in der Hainstraße erhältlich.



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Veranstaltungsort

Universität Leipzig
Ritterstraße 26
04109 Leipzig

Augustusplatz

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