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Felsenkeller, Foto: Diana Beringschmidt
Felsenkeller, Foto: Diana Beringschmidt

Juju Rogers und Negroman

28.02.2020 Konzert
20:00 Uhr
FelsenkellerTickets: ab 19,90 EUR

Mit JuJu Rogers (Jakarta Records) und Negroman (Sichtexot) gehen im Februar und März zwei der progressivsten Rapper Deutschlands gemeinsam auf “Black History Month”-Tour. Im Spätsommer 2019 glänzten sie mit ihren Alben “40 Acres N Sum Mula” respektive “Cuck”, die innerhalb kürzester Zeit zu Lieblingen von Fans und Kritikern avancierten. Zwar verbrüdert im Geiste, sind die Beiden aber völlig eigen in ihrem jeweiligen Ausdruck. Während Negromans Texte vom Dada durchsetzt sind und Exzess und Wahnsinn unwillkürlich erlebbar machen, adressiert JuJu Rogers die Auslöser ähnlicher Gefühle vielmehr konkret und anhand scharfer Beobachtung seiner Realität. Die “Black History Month”-Tour (das “His” wird durchgestrichen) führt diese beiden Ausnahmekünstler nun unverhofft, aber folgerichtig zusammen. Ihre Kämpfe für schwarze (Selbst-) Ermächtigung und gegen toxische Männlichkeit gleichermaßen vereint sie – und bedingt den Titel ihrer Tour.

Als Sohn eines G.I. aus New Orleans und einer Deutsch-Österreicherin nahe der U.S. Army Base in Schweinfurt aufgewachsen, erschließt JuJu Rogers auf seinem Album “40 Acres N Sum Mula” seine Wurzeln und was sie für ihn in seiner postkolonialen Wirklichkeit bedeuten. Mithilfe von Produzenten wie Crada, Farhot, Like und Modha entwickelte er dafür einen Sound, der von verschiedensten Epochen schwarzer Musikkultur beeinflusst ist. Davon getragen verarbeitet er persönliche Fragen nach Identität, Spiritualität und politischen Handlungsanweisungen. “40 Acres N Sum Mula” versteht er als radikale Stellungnahme gegen den imperialistischen und kapitalistischen Status Quo.

Der Wahlleipziger Negroman manövriert textlich irgendwo zwischen gesellschafts- und selbstkritischem Bewusstseinsstrom und dadaistischer Irrationalität. Er ist Immoralist, der sich vorsorglich den eigenen Zeigefinger abgekaut hat, also Fleisch isst und die Askese verachtet. “Cuck”, sein drittes Solorelease, ist eine Mischung aus dem selbstbetitelten Debütalbum „Negroman“ und der „Sequel“-EP. Instinktsicher treffen Jazz-/Soul-/Funk-Samples auf 808-Bässe und Pitch-Effekte, wobei die Beats längst die 100BPM auch mal überschreiten dürfen. Im Vordergrund stehen Gefühl und Vibe, die die Inhalte tragen und kaum nachvollziehbar, aber umso treffsicherer vermitteln können.

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