Einrichtungstrends 2020: Wieso die Deutschen Höhlen bauen

Möbel mit organischer Formsprache in der Nachkriegszeit. Minimalismus zu Zeiten des Bauhausstils und wuchtiger Prunk im Barock: Wie die Trends der Modeindustrie sind auch Einrichtungstrends wie diese ein Abbild ihrer Zeit.

Der Blick auf die diesjährig Relevanten fühlt sich nach einem Blick in die Seele der Deutschen an. Klar wird dabei vor allem eines: Man sehnt sich nach Gemütlichkeit. Nach Ansicht von Experten liegt dies daran, dass Menschen in Krisenzeiten wie der gegenwärtigen auf Rückzug programmiert sind.

Wohlfühlen ist in

Phänomene wie drohende Umweltkatastrophen, kriegerische Spannungen und die Konflikte einer digitalen Welt sorgen in der Gegenwart für Unsicherheit. In den eigenen vier Wänden will man sich daher umso sicherer fühlen, meinen Trendanalysten. Aus diesem Grund dreht sich 2020 alles um Wohlfühl-Einrichtung. Von weichen Sofas bis hin zum richtigen Licht für angenehme Atmosphäre: Möbelstücke und andere Einrichtungselemente sollen 2020 vor allem für Ruhe sorgen. Zusätzlich rücken Wärme und Entspannung in den Fokus. Außerhalb der eigenen vier Wände herrschen im aktuellen Zeitalter schließlich genügend Stresszustände und Unruhen. Auf Rückzug davor kuschelt man sich zuhause in runde Kissen, dekorative Decken und weiche Sessel. Der ein oder andere leistet sich vielleicht sogar Komfortmöbelstücke wie Wasserbetten, die das Schlafzimmer zur ultimativen Ruheoase machen.

Bequeme und intelligente Einrichtung

Obwohl die Einrichtungstrends 2020 Zeitumstände wie die weltweit vorherrschende Unsicherheit kontrastieren, negieren sie nicht alle Gegenwartsentwicklungen. Als einer der wichtigsten Zeittrends bleibt der technische Fortschritt auch in diesem Jahr in die Möbeltrends verwoben. Digitale Technologien treffen 2020 auf gemütliche Designs. Sessel und Sofas nehmen höhlenartige Formen an und punkten gleichzeitig mit digitaler Entspannungstechnologie. Studien im Auftrag des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen legen nahe, dass intelligente Technik nicht aus der Möbelzukunft wegzudenken ist. Die technische Ausstattung selbst wird sich dabei laut den Experten allerdings nicht in den Mittelpunkt drängen. Vielmehr trägt sie im Hintergrund zum Wohlfühlen bei, während in Sachen Design Textilien in den Vordergrund rücken.

Wohnen wie vor der Zeit des Internets

Einen weiteren Zukunftstrend haben Marktbeobachter identifiziert: nostalgische Möbelstücke im Stil der 40er- und 60er-Jahre. Trendanalysten erkennen darin die Sehnsucht nach der guten, alten Zeit. Besser gesagt: nach einem Leben vor dem hektischen Chaos der Moderne. Aus diesem Grund erhalten Objekte wie Wählscheiben-Telefone Einzug in den Wohnraum. In ist alles, was das entspannte Leben vor dem Internet symbolisieren kann. Das gilt nicht nur für entsprechende Einrichtungsgegenstände, sondern auch bestimmte Wohnstile. Für den Bauhausstil zum Beispiel, der in diesem Jahr seinen 100-jährigen Geburtstag feiert. Die Reduktion auf das Wesentliche steht bei dieser Stilrichtung im Fokus und nach Vereinfachung sehnen sich in einer zunehmend komplexen Lebenswelt die meisten Menschen.

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