Psychedelika und Musik: Welche Wechselwirkungen sind erforscht?

Seit der Blütezeit der 60er-Jahre gehören Musik und Psychedelika, wie psilocybinhaltige Pilze oder LSD zusammen. Wissenschaftler haben mithilfe von Hirnscans untersucht, wie sich das Hören von Musik auf einen sogenannten Trip, also einen psychedelischen Rauschzustand neurologisch auswirkt. Der Zusammenhang von Musik und bewusstseinserweiternden Drogen in Bezug auf die Auswirkungen des menschlichen Gehirns wurde schon in zahlreichen Studien analysiert. Wie sich dieser Zusammenhang erklären lässt, welche Wechselwirkungen es gibt und ob die Musikauswahl dabei eine Rolle spielt, ist in diesem Artikel dargestellt.

Musik in der psychedelischen Therapie

Es ist längst bekannt und wissenschaftlich erwiesen, dass Musik eine Menge in uns bewirken kann. Das macht sich auch die psychotherapeutische Arbeit zu nutzen. Musik kann mentale Vorstellungen und Emotionen intensivieren und sie kann uns zu ganz besonders intensiven Erfahrungen führen. In der psychedelischen Therapie wird hier eine Wechselwirkung vermutet: Zum einen verstärken die Psychedelika die Wahrnehmung der Musik und erhöhen auch die Aufnahmefähigkeit für das Schöne, Mystische und Unwirkliche. Andererseits unterstützt die Musik die psychedelisch-ergänzte Therapie mit einem Gefühl der Ruhe und Sicherheit. Das ist für die Therapie beziehungsweise die Bewältigung von inneren Konflikten natürlich sehr vorteilhaft. Hier ist es schon zu Durchbrüchen gekommen, sodass die Musik auch gern als "versteckter Therapeut" bezeichnet wird. In jedem Fall besteht ein Zusammenhang zwischen der musikalischen Erfahrung und dem therapeutischen Effekt. Der Ansatz, therapeutische Arbeit mit Musik zu kombinieren, ist auch keinesfalls neu. Bereits in den 60er-Jahren wurde dies in Musiktherapien erprobt. Hinzu kam dann die Idee, eine legale Therapie mit Musik und bewusstseinserweiternden Substanzen zu ermöglichen. 1V-LSD zum Beispiel, kommt für Forschungszwecke zum Einsatz. Erhältlich ist dies beispielsweise bei chemical-collective.com.

Der Einsatz von Psychedelika in der psychotherapeutischen Arbeit

Halluzinogene, also Rauschmittel, können zum Beispiel bei schweren Depressionen oder ausgeprägten Angsterkrankungen helfen. In einer psychedelisch unterstützten Therapie erhält der Patient eine mittlere oder auch hohe Dosis der psychedelischen Substanz. In weiteren Sitzungen arbeitet er dann gemeinsam mit dem Therapeuten die Erfahrungen und Erlebnisse auf. Die medizinische Forschung berichtet, dass das Gehirn unter dem Einfluss von Psychedelika dazu neigt, phantasievoller, kreativer und spielerischer zu sein. Das ist ein Vorteil, denn so fällt es uns leichter, sich herausfordernden Erfahrungen und Erinnerungen zu stellen. Zudem erhöht sich die psychische Widerstandskraft (Resilienz).

Die Entwicklung der psychedelischen Forschung

Musik kann den Ausdruck und auch das Wahrnehmen von Emotionen erleichtern. Sie gibt dem Patienten ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe, welches ihn dazu bewegt, die emotionale Kontrolle aufzugeben. Wir alle haben gelernt, unsere Emotionen zu regulieren. Unsere Gefühle sind zum Teil immer noch privat und Gefühlsausbrüche in der Öffentlichkeit empfinden viele Menschen als unangenehm. Loslassen fällt nicht immer leicht, auch im therapeutischen Setting nicht. Musik und Psychedelika kann harmonisierend und entspannend wirken, was den Patienten dazu anhält, sich fallen zu lassen. Dass wiederum steigert die Behandlungseffekte, denn schließlich ist der Zugang zu den Emotionen die Basis für eine erfolgreiche Therapie. Die therapeutische Wirkung von Musik ist übrigens keine hypothetische Annahme, sondern in der Wissenschaft und Literatur bestätigt. Kombiniert mit der psychedelischen Therapie ergibt sich daraus eine positive Kombination, welche dem therapeutischen Erfolg dienlich sein kann.

Diese Rolle spielt der persönliche Musikgeschmack

Jeder von uns hat seinen eigenen Musikgeschmack und vor allem assoziieren wir unterschiedliches mit Musik. So liegt es auf der Hand, dass die Wahl der Musikart und eines speziellen Musikstücks eine Rolle spielt. Allgemein betrachtet bietet es sich an, die Therapie mit einem ruhigen, entspannenden und leisen Musikstück einzuleiten. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen nervös sind, bevor die Wirkung der Psychedelika einsetzt. Da kann ruhige Musik einen entspannenden Effekt haben. Setzt die Wirkung dann ein, darf die Musik etwas lauter und rhythmischer werden, um die Emotionen zu verstärken. Im Laufe der Therapie sollte sie immer mal wieder wechseln, damit verschiedene emotionale Stärken und Zustände angesprochen werden. Wichtig ist, möglichst neutrale Musik zu verwenden. Christliche Lieder oder Musik mit gesellschaftskritischen und politischen Texten sind zum Beispiel eher ungeeignet, da sie bei den Patienten automatisch verschiedene Assoziationen hervorruft. Im Allgemeinen gibt es aber nicht die eine perfekte Playlist für psychedelische Therapien. Hier ist es wichtig, sich auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zu spezialisieren.

Fazit

Patienten, die bereits Erfahrungen mit Psychedelika und Musik gemacht haben, berichten größtenteils positiv davon. Es entstand tatsächlich das Gefühl, dass die Musik die Erfahrung auf Psychedelika unterstützt hat. Zudem besteht eine hilfreiche Wechselwirkung, um den Zugang zu den eigenen Emotionen zu finden und den zentralen therapeutischen Prozess zu unterstützen.

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