Wie der Brexit Unternehmen in Leipzig beeinflusst

Am 31. Oktober 2019 soll es soweit sein: Mit dem Brexit wird Großbritannien aller Voraussicht nach aus der Europäischen Union austreten. Die Folgen dieser Entscheidungen für die Inselnation wurden bereits lange diskutiert. Doch wie steht es um Auswirkungen auf Unternehmen in Deutschland, im Speziellen in Leipzig? Wir blicken auf die Entwicklungen und einige Beispiele.

Wirtschaftliche Auswirkungen auch auf Deutschland

Das Gesprächsthema der letzten Monate war auch im Jahr der Europawahlen nur eines. Der EU-Austritt Großbritanniens sorgte seit dem Mitgliedschaftsreferendum im Juni 2016 für hohe Wellen in Politik und Wirtschaft. Die von Experten gezeichneten Prognosen für Großbritannien sehen dabei gemeinhin wirtschaftlich recht düster aus. Viele Unternehmen und Finanzinstitute zogen bereits nach dem Votum die Konsequenzen und verließen London und andere Großstädte, um das Geschäft etwa nach Frankfurt zu verlegen. Doch auch andersherum erwartet man Konsequenzen ökonomischer Art, die in Deutschland zum Beispiel Leipzig treffen werden. Zu einem großen Problem könnten Importe und Exporte werden, wenn der Preis für ein britisches Pfund wie erwartet fallen sollte.

Insbesondere ein No-Deal-Brexit würde für steigende Unsicherheit sorgen und damit einen fallenden Pfund-Kurs nach sich ziehen. Eine solche Entwicklung war bereits im Juli dieses Jahres zu beobachten, nachdem die Regierung verbal einen No-Deal-Brexit forciert hatte. Diese Entwicklung wird vor allem im Forex Trading von Händlern genau beobachtet, um auf die Entwicklung des Handelspaares GBP/EUR angemessen reagieren zu können. Indem sie darauf setzen, ob eine Währung im Vergleich zu einer anderen steigt oder fällt, können sie mit dieser Art des Handels Gewinne erzielen. Vermutlich handelt es sich hierbei um eine Ausnahmegruppe, die vom sinkenden Pfund in Leipzig profitieren könnte.

Wie reagieren die Unternehmen in der Region?

Der 31. Oktober ist nicht mehr weit entfernt, sodass es für viele Unternehmen höchste Zeit ist, Vorkehrungen für den Ernstfall zu treffen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Flughafen Leipzig/Halle. Dieser stellte Anfang August 76 neue Zöllner ein, um den bevorstehenden Mehraufwand bewältigen zu können. Die Verantwortlichen rechnen mit zusätzlichen 18.000 Warensendungen pro Woche, die in Zukunft überprüft werden müssen. Laut MDR-Insiderinformationen möchte im Übrigen auch Posttochter DHL nachziehen, um den Zoll zu unterstützen.

Ein anders gelagertes Beispiel ist die World Resources Company (WRC) aus Wurzen, deren 70 Angestellte damit beschäftigt sind, metallhaltige Reststoffe diverser Industrien zu recyceln. Die WRC betreibt seit über 15 Jahren ein Büro im englischen Birmingham, von wo aus Recycling-Material in den Landkreis Leipzig geschickt wird. Insbesondere die Abfertigung an der Grenze wird innerhalb des Unternehmens als potenzielles Problem erachtet.

Für einen weiteren großen Namen ist Großbritannien ebenfalls ein wichtiger Partner: BMW. Das Leipziger Werk verweist mit dem Inselstaat auf seinen wichtigsten Auslandsmarkt. Motoren werden dabei direkt aus England importiert, was sich in Zukunft deutlich komplizierter gestalten könnte. Auch VW und Porsche sind mit ihren sächsischen Werken auf den Handel mit Großbritannien angewiesen. Die große Unsicherheit führte schon 2018 zu heftigen Exportverlusten von über 10 %.

Nur drei Beispiele zeigen bereits, wie sehr der Brexit Einfluss auf die Unternehmen in Leipzig und im direkten Umland hat bzw. in Zukunft haben könnte. Die Entscheidung Großbritanniens gegen die EU wirkt sich also nicht nur auf deren heimische Wirtschaft aus, sondern ebenso auf Deutschland.

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